Er kennt fast jedes Haus in Blumberg, und er kennt auch heute noch viele Familien: Hans Gebhart wird am Freitag 80. Und er hat viele Verdienste um Blumberg: als früherer Stadtrat, stellvertretender Leiter der Sparkassenfiliale und als ehemaliger Vorsitzender sowie Spieler des TuS Blumberg.

Als der Schleifenbach noch offen war

Aufgewachsen ist er mit vier Geschwistern in der Hauptstraße 79 an der Ecke zur Theodor-Schmid-Straße. Sein Vater Gustav Gebhart hat dort ein Elektrogeschäft, seine Großmutter Gertrud Greitmann hatte im vorderen Bereich ein Lebensmittelgeschäft. Blumberg sah damals noch anders aus: „Da ging noch ein Brückle über den offenen Schleifenbach“, schildert Hans Gebhart.

Sport war seine große Leidenschaft

Geprägt habe ihn der Sport, sagt er. Seine Leidenschaft waren der Fußball und das Tennis, beide Sportarten betrieb er, so lange es ging. Seine größten Erfolge waren ab 1959/60 der Aufstieg mit dem TuS Blumberg in die damals neu gegründete Schwarzwald-Bodensee-Liga, damals die dritthöchste Spielklasse in der Bundesrepublik. Drei Jahre lang konnte sich der TuS Blumberg in der Schwarzwald-Bodensee-Liga behaupten, dank einer durchweg guten Mannschaft, zu der auch Regisseur Dieter Koulmann gehörte, der später von 1963 bis 1968 beim FC Bayern München spielte.

Spiel gegen zwei Fußball-Helden von 1954

Viele Jahre spielte er aktiv in der ersten Mannschaft, dann wechselte er zu den „Alten Herren“, und hatte dort ebenfalls ein besonderes Erlebnis, an das er sich heute noch gut erinnert. Es war 1977 bei der Einweihung des neuen Sportzentrums, als alle Sportarten und Schulen an den Feierlichkeiten beteiligt waren. Die Alten Herren des TuS Blumberg traten gegen die Saba-Prominentenelf, die Mannschaft des bekannten Villinger Fernsehherstellers, an. Und bei der Saba-Elf spielten auch die ehemaligen Nationalspieler Horst Szymaniak, Horst Liebrich sowie Horst Eckel und Helmut Rahn mit, letztere beide hatten 1954 im Endspiel der Fußball-WM zum Sieg der deutschen Elf beigetragen, Rahn hatte das 3:2-Siegestor geschossen. Das Freundschaftsspiel gewann übrigens die Saba-Prominentenelf.

Vom Rasen in den Vereinsvorstand

Die Freude im Verein und das neue Sportzentrum bewogen Hans Gebhart, der sich zwischenzeitlich schon als Jugendtrainer engagierte, sich bei der Wahl des TuS-Vorsitzenden 1979 zur Verfügung zu stellen. Nachdem er vorher schon verschiedene Posten im Vorstand inne hatte, wurde er dann zum Nachfolger des langjährigen Vorgängers Gustav Ernst gewählt. Zehn Jahre führte er den Verein, bis 1989.

Sparkasse berufliche Heimat

Seinen beruflichen Weg begann 1953 mit einer Lehre als kaufmännischer Angestellter im Kaufhaus Herbst von Josef Harder. 1958 wechselte er zur Sparkasse Donaueschingen. Als Kassierer, Kundenberater sowie Mitarbeiter in den Filialen machte er zum Schluss private Baufinanzierungen in Blumberg und war bis zum Ruhestand im Jahr 2000 stellvertretender Filialleiter.

Sportkompetenz im Gemeinderat

Neben Beruf und Verein engagierte er sich auch noch kommunalpolitisch. Von 1971 bis Ende 1979 engagierte er sich im Gemeinderat für die CDU-Fraktion. Bestärkt habe ihn Bürgermeister Werner Gerber, der im Hinblick auf das geplante Sportzentrum auch Mitglieder mit Sporterfahrung wollte.

Ein religiöser Mensch

Kraft für seine Lebensleistung schöpfte er aus dem Glauben und aus seiner Ehe mit seiner Gattin Sieglinde. Auch als Witwer macht er das Beste für sich: „Ich bin mit meinem Leben wirklich sehr zufrieden, ich bin immer auf der Sonnenseite gestanden.“