Die Kommunale Testallianz der Stadt Bad Dürrheim besteht nun seit über einem Monat. Das Angebot wurde sehr gut angenommen. Laut der Stadtverwaltung liege die Zahl der bis jetzt getesteten Personen im vierstelligen Bereich. Aktuell liegt die Gesamtzahl der Corona-Infizierten in Bad Dürrheim bei 383. Davon sind 358 Personen genesen. Am 26. März lag die Zahl laut Mitteilung des Gesundheitsamtes Schwarzwald-Baar bei 336 (davon 325 Personen genesen).

In unserem Archivbild vom März 2021 führt Willi Hils im Testzentrum im Theater am Ring in Villingen das Wattestäbchen in die Nase der zu testenden Person ein. Das tut nicht weh, kann aber für einen kurzen Moment unangenehm sein.  Bild: Archivbild Sprich
In unserem Archivbild vom März 2021 führt Willi Hils im Testzentrum im Theater am Ring in Villingen das Wattestäbchen in die Nase der zu testenden Person ein. Das tut nicht weh, kann aber für einen kurzen Moment unangenehm sein. Bild: Archivbild Sprich | Bild: Sprich, Roland

Seit Mitte März gibt es an acht Teststationen in Bad Dürrheim die Möglichkeit für Privatpersonen, nach vorheriger Anmeldung einen Corona-Schnelltest durchführen zu lassen. „Das ist ein unglaublich tolles Angebot, denn es verlangt unseren Arztpraxen und Kliniken einiges ab, dies möglich zu machen“, sagt Fachbereichsleiter Markus Stein, der bei der Stadtverwaltung für die Testallianz verantwortlich ist.

Unser Archivbild vom März zeigt den Ablauf des Schnelltests. Bild: Archivbild Götz
Unser Archivbild vom März zeigt den Ablauf des Schnelltests. Bild: Archivbild Götz | Bild: Hans-Juergen Goetz

Neben den Schnelltests führen die beteiligten Hausarztpraxen mittlerweile auch Impfungen gegen das Corona-Virus durch, was eine Doppelbelastung zusätzlich zum normalen Praxisbetrieb darstelle. „Man kann sich nicht oft genug bei den Partnern bedanken, für die zusätzliche Arbeiten, die sie auf sich nehmen.“ so Stein.

Besonders die Abrechnungsprozesse, die von Land und Bund vorgegeben werden, seien in vielen Fällen nur schwer voneinander abzugrenzen und würden eine Herausforderung für die Partner darstellen. Hier unterstütze die Stadtverwaltung intensiv, um das Angebot weiter am Leben zu halten.

Der große Aufwand scheint sich zu lohnen, denn seit Mitte März wurde rege vom Test-Angebot Gebrauch gemacht. Die Anzahl der durchgeführten Tests liege im vierstelligen Bereich, und mittlerweile würden die acht Teststationen zurückmelden, dass die Testkapazitäten fast täglich erschöpft seien, heißt es in der schriftlichen Mitteilung der Stadtverwaltung. Da sich die Fallzahlen aber weiter nach oben entwickeln (in Bad Dürrheim kamen innerhalb eines Monats, von Ende März bis Ende April, 47 Neuinfektionen hinzu) und damit auch die Lockdown-Maßnahmen verschärft wurden, steigt der Bedarf an bescheinigten Schnelltests aus einer offiziellen Teststelle. Beispielsweise wird für einen Friseurbesuch ein negatives Testergebnis aus den letzten 24 Stunden vorausgesetzt. Es sei wohl davon auszugehen, dass weitere Lockerungen in Zukunft Ähnliches voraussetzen. Darum sei es auch der Anspruch der Stadt, das Testangebot weiter auszubauen, um die geforderten Tests möglichst unkompliziert anbieten zu können. Hierzu sollen schon im Laufe der Woche weitere Angebote zur Kommunalen Test-Allianz dazu kommen, kündigt die Stadtverwaltung an.

In der Johannis-Apotheke werde an fünf Tagen die Woche getestet, erklärt Apothekerin Andrea Kanold. Pro Tag etwa 32 Personen, das heißt 150 bis 160 Menschen pro Woche. Angefangen wurde Mitte März. Hochgerechnet wurden also seit Mitte März bis jetzt um die 500 Personen getestet. Die Zahlen der Testpartner seien davon abhängig, welche Zeiten angeboten würden. So wird etwa an der Klinik Waldeck nur sonntags getestet. Dementsprechend niedrig fällt mit etwa 100 Getesteten die Zahl aus. In der ärztlichen Praxis Maik-Holger Würthner wurden bis jetzt etwa 400 Personen getestet.

Es bestehen vier verschiedene Abrechnungsformen für diese Sachen, informiert Apothekerin Kanold weiter. Mit der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) gebe es gar keine Abrechnungsprobleme. Dann gebe es noch Bürgertestungen, die für den öffentlichen Dienst gemacht werden und die mit verschiedenen Stellen abgerechnet werden müssen. Man müsse sich halt bei der KV registrieren, so Kanold. „Wir haben uns im Vorfeld genau informiert, wie und was abgerechnet wird. Es war ein Hauruckverfahren, aber dadurch konnten wir die Abrechnung relativ schnell machen.“ Die Abrechnung für den Öffentlichen Dienst sei etwas umständlich, aber der Verband habe da relativ gut durchgeleitet. Jeden zweiten Tag komme eine dicke Anzahl von neuen Zetteln. Höchst kompliziert sei jetzt die Impfgeschichte mit neuen Vorschriften und Abrechnungsparametern. Ständig ändere sich etwas. Insgesamt sei die Bürokratie das Aufwendigste an allem.

Corona-Schnelltest: In Bad Dürrheim werden kostenlose Schnelltests für Bürgerinnen und Bürger angeboten. Dazu hat die Stadt die Kommunale-Test-Allianz ins Leben gerufen. Das freiwillige Angebot ist kostenlos und kann von allen Personen ohne Symptome genutzt werden. Koordinator ist die Stadtverwaltung. Für Fragen stehen die Mitarbeiter des Kundenbereichs Soziales, Telefon 07726/3 89 93 98, zur Verfügung.