Seit Montag, 22. März, besteht an den Schulen wieder der Präsenzunterricht, allerdings aufgrund der neuesten Verordnungen auch für die Grundschüler ab der ersten Klasse mit Maskenpflicht. Die Kinder seien froh, überhaupt wieder in die Schule kommen zu können, erklärt Konrektorin Stephanie Schweizer von der Grund- und Werkrealschule in Bad Dürrheim und sie könne berichten, dass die Kinder auch mit der Maskenpflicht gut klarkommen. 95 Prozent der Kinder seien mit Maske gekommen.

Die Grund- und Werkrealschule in Bad Dürrheim hat derzeit rund 372 Schülerinnen und Schüler. Für das neue Schuljahr wird mit drei neuen ersten Klassen gerechnet. (Archiv)
Die Grund- und Werkrealschule in Bad Dürrheim hat derzeit rund 372 Schülerinnen und Schüler. Für das neue Schuljahr wird mit drei neuen ersten Klassen gerechnet. (Archiv) | Bild: Hans-Juergen Goetz

Die Maskenpflicht bestehe im Klassenraum, im Schulgebäude und im Pausenhof. Während die Kinder Essen und Trinken zu sich nehmen, natürlich nicht. Das bedeutet jetzt auch, dass die Lehrerinnen ihre Masken durchgängig tragen und eben Übungen beim Aussprechen von Buchstaben momentan wegfallen.

Im Februar dieses Jahres brauchten die Grundschüler noch keine Masken. Ab jetzt müssen auch die jüngsten der Schülerinnen und Schüler während des Unterrichts und an der Schule eine Maske tragen.
Im Februar dieses Jahres brauchten die Grundschüler noch keine Masken. Ab jetzt müssen auch die jüngsten der Schülerinnen und Schüler während des Unterrichts und an der Schule eine Maske tragen. | Bild: Naiemi, Sabine

Es gebe unter einer Handvoll Eltern Bedenken gegen die Maskenpflicht für so kleine Kinder, erklärt die Lehrerin weiter, diese würden es dann vorziehen, ihre Kinder zu Hause per Fernlehrunterricht unterrichten zu lassen. Diese Möglichkeit bestehe durchaus, so Schweizer, da der Präsenzunterricht an der Schule momentan noch nicht verpflichtend sei. „Das ist eine Entscheidung, die die Eltern persönlich treffen. Ich maße mir da kein Urteil an“, sagt Schweizer.

Von Stephanie Schweizer ist Organisationstalent gefordert.
Von Stephanie Schweizer ist Organisationstalent gefordert. | Bild: Naiemi, Sabine

Die größeren Schüler seien ja bereits an die Maskenpflicht gewöhnt, für diese stelle das kein Problem dar. Mit den Kleineren werde sehr behutsam umgegangen, erklärt Stephanie Schweizer. „Den Kindern wird erklärt, dass die Maske ein Mittel zum Schutz ist und die Schulgemeinschaft so das ihre dazu beiträgt, Covid-Infektionen zu vermeiden.“ Signalisiere ein Kind, dass es mal „richtig durchatmen müsse“, dann würden die Lehrkräfte dem betreffenden Kind den Raum geben, die Maske abzunehmen und am Fenster frische Luft zu schnappen.

Grundschulklassen nicht geteilt

Schweizer erklärt: „Wir haben zwölf Grundschulklassen. Die können wir gar nicht teilen.“ Die zwölf Klassen zu teilen würde bedeuten, dass 24 Klassenräume und 24 Lehrkräfte gleichzeitig benötigt werden. Allerdings seien die Grundschulklassen so klein, dass bei den bestehenden Raumgrößen eine Teilung nicht erforderlich sei. „Wir sind wirklich froh darüber, dass wir die Kinder im Klassenverband unterrichten können.“ Jedes Kind habe einen Tisch für sich mit dem entsprechenden Abstand zum anderen.

Und die Kids hätten eindeutig Freude daran, wieder zur Schule kommen zu dürfen. Sie treffen endlich ihre Freunde wieder und nutzen und suchen außerdem den persönlichen Kontakt zu ihren Klassenlehrerinnen, der in diesem Alter noch sehr eng ist.

Die ausfallenden Sportstunden würden übrigens als Übungs- und Wiederholungsstunden genutzt, erklärt Schweizer. Die Sportlehrer werden von den Kollegen so gut mit Material versorgt, dass sie problemlos diese Stunden beaufsichtigen können, was sie auch tun.

Abschlussklassen werden geteilt

„Die neunte und zehnte Klasse sind riesig“, berichtet Stephanie Schweizer. „Da können wir gar nicht anders, als zu teilen. Das bedeutet, die Klassenteile sind wechselweise eine Woche im Präsenzunterricht an der Schule und eine Woche zu Hause im Fernlehrunterricht.

Die Lehrkräfte würden momentan immer noch mehrgleisig fahren. Zum einen im Präsenzunterricht, zum anderen dann mittags noch der Fernlehrunterricht für die Kinder und Jugendlichen, die zu Hause sind.

Gestaffelte Zeiten

Was zwar auch einen großen Organisationsaufwand bedeute, aber unerlässlich sei, so die stellvertretende Schulleiterin, seien die gestaffelten Zeiten zum Unterrichtsbeginn und bei den Pausen. So werden etwa die großen Pausen im Wechsel draußen und drinnen verbracht.

Demnächst wird getestet

Ab Donnerstag, 25. März, werden in der Schule zwei Mal pro Woche Schnelltests vorgenommen. „Die Teilnahme ist grundsätzlich freiwillig“, verdeutlicht Stephanie Schweizer. Auch hier würden die Kinder sehr behutsam herangeführt. Sie dürften sogar auf Wunsch diese speziellen Tests für Kinder selbst durchführen. „Die sind so einfach, das kann wirklich jedes Kind.“

Eine Kollegin und sie seien entsprechend geschult worden, so Schweizer. Unterstützt werde die Schule durch die Apothekerin Andrea Kanold und den Mediziner Rainer Schnerch. Für die Tests ist extra ein getrennter Raum bereitgestellt. Die Kinder kommen im Klassenverbund. Pro Klasse sind rund 20 Minuten Zeit veranschlagt. Aber auch hier gilt: „Wer nicht will, muss nicht!“

Getestet werden nur Kinder, von deren Eltern das schriftliche Einverständnis vorliegt. Und es sei eine persönliche Entscheidung der Eltern, ob sie den Tests zustimmen oder nicht. „Auch hier maße ich mir kein Urteil an“, sagt die Konrektorin. Die Kinder erhalten eine Testbescheinigung mit Schulstempel. Das Ergebnis werde gesondert vermerkt. Bei positivem Ergebnis würden behutsam Kind und Eltern informiert und es müsse ein PCR-Test folgen, um festzustellen, ob tatsächlich eine Infektion vorliege.

Aber auch die Tests bedeuten organisatorischen Aufwand, denn an zwei Tagen pro Woche fällt die pädagogische Assistentin für den Schulbetrieb komplett aus. „Doch das sehen wir als unseren Beitrag, um die Situation zu verbessern“, so Schweizer abschließend.