Bekanntermaßen gab es in diesem Jahr den Fall mit Walter Lübcke, der von einem Täter mit rechtsextremem Hintergrund beziehungsweise rechtsextremem Gedankengut erschossen wurde. Und es gab das Attentat auf die Synagoge in Halle. Diese beiden Taten waren für den Gemeinschaftskundelehrer Jonathan Schirling der Klasse 9c an der Realschule am Salinensee (RSAS) ein Anstoß, das Thema Rechtsextremismus im Unterricht aufzugreifen.

„Ich dachte, das kein altes Thema, das nur in verstaubten Büchern steht sondern brandaktuell ist und es erfährt durch die Vorkommnisse neuen Schwung wie man sieht“, sagt Schirling. So sei ihm die Idee gekommen, dass man präventiv in der Schule etwas tun sollte. 

Er habe gesucht und online recherchiert und sei dabei auf die Landeszentrale für politische Bildung gestoßen. Dort biete das „Team meX“ an, an Schulen das Thema Prävention von Rechtsextremismus zu behandeln. Er sei einfach der Meinung, dass Prävention gerade in Bezug auf Rechtsextremismus wichtig ist und habe sich gedacht – warum dann nicht einen ganzen Vormittag ermöglichen, damit sich die Schüler intensiv mit dem Thema auseinandersetzen können. Also setzte er sich mit dem „Team meX“ in Verbindung. Das Thema komme auch im Bildungsplan vor und so ließ sich beides gut miteinander verknüpfen.

An der Schule gebe es sicher insgesamt gesehen Aussagen, die in die rechte Szene gehen, bestätigt Jonathan Schirling auf die entsprechende Frage.

Inhaltlich ging es bei dem Projektmorgen los mit dem Thema Musik. Die Schüler lernten anhand von Musikstücken das Erkennen von politischen Botschaften in Liedern und ob Aussagen schon ins Rechtsextreme gehen oder nicht und wurden einfach auch für das Thema sensibilisiert. Danach folgte ein Rollenspiel, bei dem der Lehrer den Raum verließ, weil man aus Erfahrung wisse, dass die Schüler anders und offener agieren, wenn der Lehrer nicht dabei ist. Danach ging es darum, wohin Rechtsextremismus führen kann und wie man sich dagegen einsetzen kann und dabei eben auch vor allem um das Thema Zivilcourage. Hier wurden anhand von verschiedenen Beispielen theoretisch Handlungsweisen vermittelt, die in die Praxis übernommen werden können.

Die 30 Schüler hätten es gut angenommen, wären total aktiv dabei gewesen und hätten sich auf die Thematik eingelassen. „Die haben echt viel gelernt“, resümiert Schirling, zum Beispiel wie man sich in verschiedenen Situationen verhalten könne – „also was kann ich tun, wenn ich merke, da wird jemand ausgegrenzt. Wie kann ich handeln“. Auch wie man Zivilcourage zeigen kann wurde anhand von Beispielen theoretisch erlernt und kann in die Praxis mitgenommen werden. Im Rahmen des Leitfadens Demokratiebildung für dieses Schuljahr habe dieser Projekttag hervorragend reingepasst, zog Schirling sein Fazit.