Königsfeld Diskussion um den Mobilfunkmast: Bürgermeister Link bangt um Kompromiss

Wegen zu hoher Immissionsbelastung will Fritz Link keine Funkmasten im Innenort. Die alternative Lösung droht aber zu scheitern.

Schnelles Handynetz – viele Orte im Schwarzwald können davon nur träumen. Doch die Telekom plant in den Ortsteilen Neuhausen und Erdmannsweiler eine schnelle, mobile Breitbandversorgung einzurichten. Klingt nach Fortschritt, doch die Immissionsbelastung ist hoch und einige Grundstückseigentümer stellen sich quer. Die Pläne drohen zu platzen. Auf einer Pressekonferenz klärte Bürgermeister Fritz Link über die derzeitige Lage in Königsfeld auf. Er setzt auf Dialog und hofft auf eine schnelle Lösung – denn die Zeit drängt.

Die Telekom möchte Funkmasten für schnelles Handynetz auf Hausdächern im Innenort installieren. Bürgermeister Link lehnt den Antrag des Breitbandversorgers wegen hoher Immissionsbelastung ab und ist um alternative Lösungen bemüht. Sein Vorschlag: Ein großer Sendemast könnte außerhalb des Innenortes entstehen. Für die Telekom sei das die teurere Variante. Dieser Sendemast würde rund 20 000 Euro kosten. Trotzdem sei auch der Breitbandversorger darum bemüht eine, wie Link sie bezeichnet, „Konsenslösung“ zu finden.

Ein Sachverständiger des Tüv Süd hat ein Gebiet außerhalb des Ortes gefunden, auf dem ein Sendemast errichtet werden könnte, der ganz Königsfeld mit schnellem Handynetz versorgt. „Leider haben wir dort keine Grundstücke, die in Frage kommen“, sagte der Bürgermeister. 13 Grundstückseigentümer, die in der Nähe des Standortes leben, wurden gefragt, ob der Sendemast auf ihrem Grundstück errichtet werden kann. Alle lehnten ab.

„Wir haben das Gebiet nochmal um 100 Meter erweitert und hoffen, dass sich dann jemand findet“, so Fritz Link. Wenn keiner zustimmt, könnte das für die Königsfelder gesundheitsgefährdend sein: Zwar bräuchte die Telekom von den Hauseigentümern das Einverständnis einen Funkmast auf dem Dach zu installieren, die Gemeinde hätte dann aber keinen Einfluss mehr: „Die Telekom bezahlt dafür gut und die Bürger haben dann natürlich die Dollar-Zeichen im Kopf“, sagt der Bürgermeister.

Die „Konsenslösung“ droht zu scheitern und das Thema wird in der Gemeinde heiß diskutiert. Einige Bürger in Königsfeld versuchen laut dem Bürgermeister, die „emotionale Diskussion“ durch falsche Behauptungen anzuheizen. „Da fällt es uns schwer, mit Argumenten dagegen zu halten.“ Die Wissenschaft spreche jedoch für sich: „Es gibt zahlreiche Studien, die nachweisen, dass Immissionsbelastungen krank machen. Wir halten dagegen.“

Um die Situation zu beruhigen will Link den Standort des Sendemastes in der Pressekonferenz nicht verraten. „Wir verhandeln nicht-öffentlich“, sagt er. Man wolle nicht über „ungelegte Eier“ sprechen und Spekulationen unter den Bürgern vermeiden.

Der Runde Tisch

Die Gemeinde hat von ihrem Beteiligungsrecht nach Bundesimmissionsschutzverordnung Gebrauch gemacht und einen Runden Tisch einberufen. Er soll nach alternativen Standorten suchen, die sich außerhalb des Ortes befinden. Teilnehmer dieses Runden Tisches sind Vertreter des Gemeinderats, die Gemeindeverwaltung, zwei Umweltverbände die Telekom und ein Vertreter von Tüv Süd. Letzterer prüft derzeit die Immissionswerte in Königsfeld.

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