Reinhold Buhl

Große Freude und tiefe Trauer liegen oft sehr nahe bei einander. Diese Erfahrung musste auch der Schwarzwaldverein Stockach in seinem 50. Jubiläumsjahr machen: Erlebnisreiche Wanderungen und vergnügliche vereinsgesellschaftliche Unternehmungen standen hierbei ganz im Kontrast zu einem für den Traditionsverein sehr traurigen Ereignis – dem Tod des Vereinsgründers Konrad Bauer, der im Alter von 86 erst kürzlich verstorben ist.

Noch am 11. Juni stand der Ehrenvorsitzende Bauer ganz im Mittelpunkt der Jubiläumsfeier im Bürgerhaus Adler-Post, wo er zahlreiche Episoden aus dem langen Vereinsleben zum Besten gab. Am tiefsten im Gedächtnis der zahlreichen Gäste blieb Bauers Schilderung seiner ersten geführten Wanderung vor 50 Jahren zur Ruine Homburg oberhalb Stahringens.

Traditionsverein soll bleiben, wie er ist

Welches Fazit zieht der Vereinsvorsitzende Manfred Kehlert, der zusammen mit der Co-Vorsitzenden Isolde Hauch den Verein führt, zum Ablauf des Jubiläumsjahres? In einem Pressegespräch sprudelt es nur so aus dem rührigen Vorsitzenden heraus. So schließt er auch seine Ausführungen mit den Worten: „Ich wünsche mir, dass im Verein alles so bleibt wie es ist.“ Er betont damit wiederholt die sehr positive Atmosphäre in diesem Stockacher Traditionsverein, der mit momentan 287 Mitgliedern der zweitgrößte Schwarzwaldverein im Bezirk Hegau-Bodensee-Donau ist.

Mitglieder des Schwarzwaldvereins auf großer Tour im Grödnertal. Im Hintergrund die Marmolada. Bild: Manfred Kehlert
Mitglieder des Schwarzwaldvereins auf großer Tour im Grödnertal. Im Hintergrund die Marmolada. Bild: Manfred Kehlert

Was gilt es nun für das Jubiläumsjahr besonders hervorzuheben? Ohne Zögern fallen dazu die Schlagworte: Die Jubiläumsfeier im Juni im voll besetzten Saal des Bürgerhauses Adler-Post sowie die große Wanderwoche in den Dolomiten. Letztere, geleitet von Manfred und Juliane Kehlert, führte die große Gruppe von 41 Wanderfreunden ins Grödnertal, wo im Laufe der Woche mehrere Touren unternommen wurden. So umwanderte man die Seiser Alm, umrundete die Geislerspitzen und die Kofelgruppe.

„Wir erlebten eine Wanderwoche, geprägt von herrlichen Bergerlebnissen sowie guter Kameradschaft und Harmonie in der Gruppe,, beschreibt Wanderführerin Juliane Kehlert die Wanderwoche, deren sehr positiver Verlauf sie motiviere, weitere Touren für ihre Vereinsmitglieder zu planen.

16 Wanderführer im Verein

Außer diesen beiden besonderen Ereignissen gab es natürlich auch das „normale Jahresprogramm“ des Vereins. Dazu gehören die beliebten rund zwei-stündigen Dienstagswanderungen hier in der Gegend, die vierzehntägig stattfinden, sowie die Wochenend-Wanderungen, bei denen weiter entfernte Ziele, wie Schwarzwald oder Kaiserstuhl, erwandert werden.

„Diese vielen Wanderangebote können wir nur machen, weil wir in der glücklichen Lage sind, 16 Wanderführer in unseren Reihen zu haben“, betont Juliane Kehlert, die im Verein auch für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. „Wegen Corona konnten wir erst im Mai mit unseren Wanderungen beginnen,“ erklärt Manfred Kehlert und ergänzt, dass dadurch die Zahl von 35 Wanderungen wie in normalen Jahren nicht erreicht werden konnte. Wie beliebt all diese Wanderungen sind, zeigt die durchschnittliche Teilnehmerzahl, die laut Kehlert bei 33 Personen liegt.

Mitglieder des Schwarzwaldvereins auf großer Tour im Grödnertal. Bild: Manfred Kehlert
Mitglieder des Schwarzwaldvereins auf großer Tour im Grödnertal. Bild: Manfred Kehlert

Verein hat auch eine Radgruppe

Was vielleicht weniger bekannt ist, ist die Tatsache, dass es innerhalb des Vereins auch eine sehr aktive Radgruppe gibt, die mit E-Bikes viele Touren anbietet. „Diese Radgruppe wird für uns immer wichtiger, da Mitglieder, die nicht mehr so gut zu Fuß sind, durchaus mit dem E-Bike sehr gut voran kommen“, erklärt Kehlert die wachsende Beliebtheit dieser von Isolde Hauch und Brigitte Herb geführten Gruppe.