Aber bitte mit Maske: Seit dieser Woche dürfen wieder mehr Geschäfte offen haben, dafür dürfen die Menschen nur noch mit Schutzmaske einkaufen gehen oder den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) nutzen. Wenn man sich mit Betreibern von Supermärkten und Verantwortlichen im ÖPNV unterhält, so ergibt sich ein eindeutiges Bild: Die Menschen in Stockach halten sich sehr gewissenhaft an die Maskenpflicht.

So sagt Manfred Oberle, der in Stockach zwei Rewe-Märkte betreibt: „Unsere Kunden halten sich zu 99 Prozent daran.“ Ähnlich klingt es bei Frank Eichwald, Geschäftsführer der Firma Edeka Sulger, die ebenfalls mit zwei Märkten in Stockach vertreten ist: „Die Kunden halten sich daran.“ Sollte mal jemand ohne Atemschutzmaske einkaufen wollen, würde er auf die Maskenpflicht hingewiesen, sagen beide. Außerdem können Einkäufer, die keine eigene Schutzmaske haben, auch eine in den Märkten kaufen.

Doch die Kunden müssen die Schutzmasken nur für relativ kurze Zeit tragen. Für die Mitarbeiter – übrigens nicht nur bei Supermärkten, sondern auch in allen anderen Geschäften und Einrichtungen – sieht das anders aus. Stundenlang durch einen Mundschutz zu atmen, kann zur Belastung werden. Beim Aach-Center empfehle man den Mitarbeitern daher, öfter Pausen zu machen und frische Luft zu schnappen, sagt Frank Eichwald: „Das muss einfach sein.“ Und den Mitarbeiterinnen an der Kasse habe er freigestellt, ob sie den Mundschutz tragen, so Eichwald. Die Kassen seien durch Plexiglas-Wände umfassend geschützt. Doch die Kassiererinnen können eine Maske anlegen, wenn sie möchten. Die Firma Rewe habe auf einen anderen Schutz für die Mitarbeiter umgestellt, berichtet Manfred Oberle. Die Firmenzentrale habe Gesichtsvisiere aus Kunststoff an die Mitarbeiter ausgegeben. Rewe-Pressesprecherin Sabine Stochowski bestätigt auf Anfrage, dass dieses Vorgehen mit den Behörden abgestimmt sei.

Am Stockacher Busbahnhof: Auch Fahrgäste von Linienbussen müssen einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Dieser Mann macht es vor.
Am Stockacher Busbahnhof: Auch Fahrgäste von Linienbussen müssen einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Dieser Mann macht es vor. | Bild: Freißmann, Stephan

Auch im ÖPNV ist das Tragen von Stoffmasken seit Anfang dieser Woche Pflicht. „Das läuft allerdings problemlos“, berichtet Hubert Behringer, Geschäftsführer des Busunternehmens Behringer Verkehrsbetriebe. Allerdings sehe er den ÖPNV vor einer weiteren Prüfung, wenn in der kommenden Woche die Schulen teilweise wieder öffnen und wieder mehr Schüler unterwegs sind. „Unsere Kunden sind angehalten, Stoffmasken zu tragen“, so Behringer weiter. Anders sehe es bei den Busfahrern aus. Hier herrsche keine Maskenpflicht. „Unsere Fahrer sind abgegrenzt vom Fahrgastbereich, sodass wir den erforderlichen Abstand von 1,5 Metern garantieren können“, sagt Behringer. Ohnehin sei ein Ticketverkauf im Bus nach wie vor nicht möglich, und Fahrgäste würden das Fahrzeug durch die hintere Türe betreten. „Unsere Fahrer können nicht den ganzen Tag eine Maske tragen“, betont Behringer. Derzeit arbeite man daran, eine Schutzverglasung zu installieren, um für noch mehr Sicherheit für die Busfahrer zu sorgen.

Im Seehäsle, das als Regionalzug Stockach mit Radolfzell verbindet, halte sich der Großteil der Fahrgäste an die Pflicht, erklärt Christoph Meichsner auf Anfrage, der beim Betreiber SWEG für die Kommunikation zuständig ist. Der Triebfahrzeugführer müsse bei der Arbeit im Führerstand keine Maske tragen, so Meichsner weiter – zumindest wenn er dort allein ist. Sind dort zwei Menschen zusammen, müssen sie den Mund-Nasen-Schutz tragen – genau wie auf dem Bahnsteig oder im Fahrgastraum.

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