Wendelin Wiedeking, ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Porsche AG, besuchte mit seiner Frau und weiteren Mitgliedern des Vorstands seiner Stiftung das Pestalozzi Kinder- und Jugenddorf. Dort überreichte er von der Wiedeking-Stiftung einen symbolischen Scheck über 13 000 Euro. Durch diese Spende ist das Zirkusprojekt der Schule für die nächsten zwei Jahre gesichert.

Sabine Freiheit und Anne Okolowitz führten die Sponsoren durchs Kinderdorf. Wiedeking erklärte, seine Stiftungen hätten ein Kapital von 40 Millionen Euro, vier seien bereits ausgeschüttet worden. Man habe schon viele interessante Projekte gefördert, die vornehmlich Kindern und Jugendlichen zu Gute kämen.

Wie die Verbindung in die Region zustande kam

„Wir versuchen, jedes Programm zu verstehen und fördern nur konkrete Maßnahmen als Anschub.“ Uwe Hück, ehemaliger Betriebsratsvorsitzender und stellvertretender Aufsichtsratschef der Porsche AG und heute Stiftungsrat, zitierte das Motto Wiedekings: „Wenn man es im Leben geschafft hat, sollte man der Gesellschaft etwas zurückgeben.“

Michaela Klingler, Vorstandsassistentin und „guter Geist“ der Stiftung mit Zweitwohnsitz in Bodman, hatte die Idee zur Förderung des Zirkusprojektes. Es ist das erste Projekt der Stiftung am Bodensee. Weitere gibt es in Stuttgart, Bietigheim, Beckum (dem Geburtsort Wiedekings) und Leipzig. „Wenn es ein gutes Projekt ist und uns gefällt, machen wir das. Bei uns fallen nur 0,3 Prozent Verwaltungskosten an, weil viele Arbeiten und Aufgaben ehrenamtlich gemacht werden. Wir haben Spaß daran“, beschrieb Wiedeking.

Hilft für ein neues Pferd beim therapeutischen Reiten

Als Anne Okolowitz von der Arbeit im Kinderdorf erzählte und dabei erwähnte, ein Pferd für therapeutisches Reiten sei kürzlich wegen epileptischer Anfälle ausgefallen, sagte Wiedeking ihr spontan den Kauf eines neuen Tieres zu.

Das Kinderdorf stehe für Erziehung mit Kopf, Herz und Hand, berichtete Anne Okolowitz beim Rundgang. Das Herz seien die Kinderdorffamilien, die zunehmend kleinere Kinder aufnähmen. Man strebe, wenn möglich, auch eine Zusammenarbeit mit den leiblichen Eltern an.

Das könnte Sie auch interessieren

Für den Kopf stehe die Dr.-Erich-Fischer-Schule, eine Förderschule mit dem Ziel der Rückführung in eine Regelschule. Die Hand symbolisiere die neun Ausbildungsbetriebe, die auch Stellen für Jugendliche mit Förderbedarf anböten.

Was die Kinder vom Zirkusprojekt mitnehmen

Das reguläre Freizeitangebot beinhaltet Fußball, Klettern, Segeln, Waldtage und Tanzen im Gymnastikraum – vieles davon wird durch Spenden finanziert. Im Zirkus-Workshop, der alljährlich in den Herbstferien stattfindet, lernen die Kinder artistische Kunststücke, aber auch Schauspiel. Speziell ausgebildete externe Anbieter arbeiten mit den Kindern und Jugendlichen.

„Was nebenher passiert, ist ganz beeindruckend“, erzählte Sabine Freiheit. Anne Okolowitz ergänzte: „Es rührt fast zu Tränen, was sie in dieser Woche lernen.“ Pädagogen, Eltern und interessierte Gäste könnten sich bei der Abschlussaufführung ein Bild davon machen. All das überzeugte Wendelin Wiedeking: „Ich glaube, das Geld ist gut angelegt.“