Das alte Schloss in Espasingen ist eine der prominentesten Immobilien im Raum Stockach. Sein Eigentümer, das Gräfliche Haus Bodman, hat nun konkrete Pläne für die Wiederbelebung des verfallenden Geländes in der Ortsmitte vorgestellt. Im Espasinger Ortschaftsrat, den auch etwa 50 Bürger besuchten, im Stockacher Gemeinderat und von Einwohnern gab es viel Lob.

Die Vorstellung der Pläne im Espasinger Ortschaftsrat stieß auf reges Interesse der Einwohner. Stadtplanerin Barbara Nocke (am Modell) erklärt, wie der Bereich hinter dem alten Schloss, auch Schlosswiese genannt, bebaut werden soll.
Die Vorstellung der Pläne im Espasinger Ortschaftsrat stieß auf reges Interesse der Einwohner. Stadtplanerin Barbara Nocke (am Modell) erklärt, wie der Bereich hinter dem alten Schloss, auch Schlosswiese genannt, bebaut werden soll. | Bild: Freißmann, Stephan

Die Pläne im Einzelnen

  • Altes Schloss: Das markante Gebäude an der Bundesstraße soll erhalten bleiben. Derzeit seien zwei Investoren im Rennen, die gerne das Schloss renovieren möchten, erklärte Johannes von Bodman. Bei beiden Interessenten handele es sich um Denkmalexperten, die den Umgang mit geschützter Substanz gewöhnt seien, Namen wollte er allerdings noch nicht nennen. Beide Investoren wollen im alten Schloss Wohnungen unterbringen, erklärte Tobias Jaklin, Architekt und beim Gräflichen Haus für die Immobilien zuständig. Einer der möglichen Investoren plane dabei nur wenige Veränderungen an der Außenhaut des Gebäudes, im anderen Konzept würde der niedrigere Flügel an der Rückseite mit modernen Elementen aufgestockt. Beide Investoren hätten zudem zugesagt, eine Art Gastronomie einzurichten, sagte von Bodman auf Nachfrage des Stockacher Stadtrats Ulf Wieczorek (CDU).
  • Westlich des alten Schlosses: Seit Kurzem stünden drei der Gebäude um den alten Schlossplatz unter Denkmalschutz, sagte von Bodman, darunter das alte Wasserkraftwerk. Dieser Bereich bleibe daher zunächst, wie er ist.
  • Um das Gebäude: Im Norden und Osten des alten Schlosses sollen Mehrfamilienhäuser entstehen. Entlang der Durchgangsstraße sollen sie in der Höhe abgestuft werden, wie Jaklin erklärte. Für diesen Teil des Geländes wolle man Baurecht über einen Bauantrag herstellen, so von Bodman. Was dort entstehen könnte, sei wichtig für den späteren Käufer des Schlosses. Die Gebäude wolle das Gräfliche Haus allerdings nicht selber errichten.
So soll die Schlosswiese einmal aussehen: Neun kleine Einfamilienhäuser und ein Gebäude mit sieben Wohnungen sollen dort entstehen. Das Flussufer soll öffentlich zugänglich bleiben.
So soll die Schlosswiese einmal aussehen: Neun kleine Einfamilienhäuser und ein Gebäude mit sieben Wohnungen sollen dort entstehen. Das Flussufer soll öffentlich zugänglich bleiben. | Bild: Freißmann, Stephan
  • Schlosswiesen: Auf dem Gebiet hinter dem alten Schloss, genannt Schlosswiesen, will das Gräfliche Haus hingegen neun kleine Einfamilienhäuser und ein Gebäude mit sieben Wohneinheiten errichten. Beides sei für den "normalen Geldbeutel" bestimmt, so Jaklin. Eine Preisspanne nannte von Bodman im Gemeinderat auf Nachfrage nicht. Die Erschließungsstraße soll entlang der Aach verlaufen, sodass das Flussufer öffentlich zugänglich sein wird. Baurecht soll über einen Bebauungsplan hergestellt werden, dem entsprechenden Entwurf, den Planerin Bettina Nocke vorstellte, stimmten beide Gremien zu. Er kann nun in die öffentliche Auslage gehen.
"Dass das Flussufer zugänglich sein wird, empfinde ich als Geschenk für das Dorf." Ulrich Seeberger, Espasingen, freut sich, dass die Bauplätze nicht bis ans Ufer reichen sollen.
"Dass das Flussufer zugänglich sein wird, empfinde ich als Geschenk für das Dorf." Ulrich Seeberger, Espasingen, freut sich, dass die Bauplätze nicht bis ans Ufer reichen sollen. | Bild: Freißmann, Stephan
  • Eisweiher: Auch dieser soll wieder aktiviert werden, und zwar zusammen mit der Sielmann-Stiftung, so von Bodman. Dabei gehe es zwar hauptsächlich um den Naturschutz, aber auch ein Zugang zum Eislaufen sei möglich.