Was passiert, wenn Rettungsfahrzeuge durch eine schmale Anwohnerstraße zum Einsatzort fahren müssen, weil die Hauptstraße aufgrund einer Großbaustelle blockiert ist? Die Stockacher Stadt-Feuerwehr wollte genau das in einer Probe im Haus St. Raphael im Eschle herausfinden.

Seit Baubeginn am Hindelwanger Kreisverkehr versuchen Autofahrer, dem Stau zu entgehen. Viele nutzten die kleine Oberdorfstraße, die eigentlich nur für Anlieger frei ist und in der Pflanzkübel und parkende Autos die Durchfahrt erschwerten. Ortsvorsteher Wolf-Dieter Karle berichtete am Rande der Übung von unschönen Szenen mit einzelnen Anwohnern der Straße, die sich über den Abkürzungsverkehr ärgern. Deswegen hat der Planungsausschuss des Stockacher Gemeinderats beschlossen, die Kübel bis zum Ende der Bauphase zu entfernen und die Straße außer sonn- und feiertags allgemein zu öffnen. Er rechne allerdings damit, dass die Bauarbeiten im September beendet sein werden: "Wir müssen jetzt Einschränkungen hinnehmen für das Ziel Kreisverkehr."

In der Oberdorfstraße stehen nun überall Parkverbotsschilder. Und als die sechs Fahrzeuge der Feuerwehr mit Blaulicht anrückten, war die Straße frei. Zügig und problemlos erreichten die rund 30 Aktiven ihr Ziel. Fabian Dreher, Pressesprecher der Feuerwehr, erklärte, die Oberdorfstraße sei momentan die Anfahrtsstraße Richtung Windegg und Tuttlingen. Bei der Übung im Eschle ging es um die Annahme von "Rauch im Obergeschoss der Einrichtung für Menschen mit Mehrfachbehinderung".

Die meisten der 24 St.-Raphael-Bewohner verließen während der Übung mit Mitarbeitern das Gebäude, einigen war der Fluchtweg abgeschnitten. Sie wurden mit der Drehleiter über den Balkon gerettet. Hausleiterin Janet Wilhelm erzählte, alle Bewohner hätten von der Probe gewusst. Die Fluchtwege würden mit den Mitarbeitern sowie Christine Osswald und Markus Hellstern von der Feuerwehr regelmäßig geübt, sodass alles gut funktioniert habe.