Bereits beim Verkehrskonzept der Gemeinde war das Büro Rapp Trans in Steißlingen aktiv. Manche der dafür erhobenen Daten konnten nun für die Lärmkartierung genutzt werden. Diese beruht nicht auf gemessenen Daten, sondern auf errechneten. Da man davon ausging, dass Steißlingen einen Schwellenwert von 55 Dezibel am Tag oder 50 Dezibel bei Nacht nicht erreicht, bestand keine Pflicht, einen Lärmaktionsplan zu erstellen.

Doch die Steißlinger waren sich sicher, dass sie in der Singener und Orsinger Straße durchaus auf die Zahlen kommen. So gab der Gemeinderat der Verwaltung den Auftrag eine freiwillige Lärmkartierung zu erstellen. Und diese bestätigte den Verdacht. Es gibt Stellen, an denen sowohl die besagten Dezibelwerte für Tag und Nacht überschritten werden als auch täglich mehr als 8200 Kraftfahrzeuge durch den Ort fahren, dies ist ein weiterer Schwellenwert.

Maßnahmen werden bei der Bürgerversammlung vorgestellt

In der Gemeinderatssitzung erläuterte Wolfgang Matt die errechneten Werte. Er ermunterte die Gemeinderäte, den nächsten Schritt zu gehen und einen Lärmaktionsplan zu erstellen. In der Vergangenheit hätten die Kommunen kaum etwas bei den übergeordneten Fachbehörden erreicht. Doch nun zeige es sich in ersten Gerichtsurteilen, dass die Lärmaktionspläne berücksichtigt werden müssen. Somit habe auch Steißlingen gute Chancen, den Anliegern etwas mehr Ruhe zu verschaffen. Darum stimmten die Gemeinderäte einem Lärmaktionsplan mit mindestens drei Maßnahmen zu.

Mögliche Maßnahmen waren bereits im Verkehrskonzept erarbeitet worden und werden den Bürgern bei der Bürgerversammlung am Dienstag, 22. Oktober, nochmals konkret vorgestellt werden. Dazu gehört ein Autobahnhalbanschluss, der vor allem den Schwerlastverkehr aus dem Ort bringen würde. Realistischer sind aber Geschwindigkeitsbegrenzungen oder ein Flüsterasphalt in den betroffenen Gebieten. Durchzusetzen hat sie der Straßenbaulastträger. So könnte bei einer sowieso anstehenden Straßensanierung Flüsterasphalt eingebracht werden. Ob dann ein Tempolimit erhalten bleibt, muss wieder neu errechnet werden. Es bleibt ein komplexes Thema.