Die traditionelle Sommertour der Singener SPD führte mit dem Rad zu interessanten Punkten, wo sich das Gesicht der Stadt derzeit rasant verändert und noch weiter verändern wird. Besonders am Herz-Jesu-Platz wurde deutlich, dass Bürger sich hier noch mehr Grün und mehr Vielfalt bei der Bepflanzung der Beete wünschen. Gemeinsam mit Fachleuten führten die Sozialdemokraten Bürger an präg­nante Punkte in der Hohentwielstadt. Beispielsweise entstehen an der Wehrdstraße in ein paar Jahren weitere Wohnungen und ein Discounter.

Zusammen mit dem Leiter des Fachbereichs Bauen, Thomas Mügge, und Tilo Brügel von der Abteilung Stadtplanung ging es zum Hofquartier, zum Herz-Jesu-Platz, zum Malvenweg und dann zurück über die Wehrdstraße zum Bahnhofsplatz. Joachim Dann­ecker, Bereichsleiter der Firma Züblin, sowie Bauleiterin Sabrina Ketterer erwarteten die knapp 20 Teilnehmer schon hinter dem Bauzaun beim Hofquartier an der Alemannenstraße/Ecke Hauptstraße.

Besichtigung am Hofquartier

„Bei diesem Projekt gab es zwei Besonderheiten, so Thomas Mügge. Nach außen hin sollte die Gebäude klare Kante zeigen, nach innen findet man abgerundete Ecken. Dort gab es die Gelegenheit, sich eine der Penthouse-Wohnungen anzuschauen, die rund 120 Quadratmeter Wohnfläche haben. Etwa die Hälfte der 57 Eigentumswohnungen werden wohl von den Käufern selbst bezogen, schätzt Dannecker. Die Baukosten des Gesamtprojekts belaufen sich auf rund 17 Millionen Euro.

Pflanzen auf dem Herz-Jesu-Platz

Auf dem Herz-Jesu-Platz gesellten sich noch ein paar Interessierte zu der Gruppe. So wie Elisabeth Paul, die die Beete mit ihren Monokulturen nicht besonders gelungen fand. „Mir wäre es lieber gewesen, wenn man im Lesegarten eine natürliche Lebendigkeit geschaffen hätte“, sagte sie. In den Beeten, wo jetzt Rosen blühen, hätte man zum Beispiel mit Tulpen als Frühblüher oder Verbenen Akzente setzen können, meinte Paul.

Thomas Mügge sagte, man habe bei der Abteilung Grün/Gewässer schon gefragt, ob Tulpenzwiebeln möglich wären. Allerdings sei dies schwierig, da die abgeblühten Tulpen stehen bleiben müssten, wenn man die Zwiebeln ganzjährig im Boden belassen würde.

Beim Hofquartier erläutert Thomas Mügge (Mitte) den Teilnehmern der SPD-Sommertour einige Besonderheiten des Projektes. Auch wurde eine Penthouse-Wohnung besichtigt.
Beim Hofquartier erläutert Thomas Mügge (Mitte) den Teilnehmern der SPD-Sommertour einige Besonderheiten des Projektes. Auch wurde eine Penthouse-Wohnung besichtigt. | Bild: Gehrmann-Röhm, Susanne

Franz Schürmann, der die Beete vom Unverpackt-Laden aus oft im Blick hat, wies auf die zunehmende Vermüllung der Beete hin. Teilweise führen Menschen sogar mit Fahrrädern durch das Beet. „Wir denken schon darüber nach, wie man die Beete durch Frühblüher noch ergänzen könnte“, sagte Thomas Mügge. Dass die Bäume sich eher am Rande des Platzes befinden, entspreche den Plänen, denn die Marktbeschicker bräuchten den Platz für ihre Stände und die Anlieferung. Blumenkübel auf dem Platz, wie es Benedikt Oexle vorschlug, seien deshalb nicht möglich.

Fortschritte im Malvenweg

Im Malvenweg, wo früher das Michael-Herler-Heim stand, sind die vom Siedlungswerk Stuttgart gebauten 76 Wohnungen, darunter 39 zur Miete und davon 26 sozial gefördert, im Herbst bezugsfertig. Wie eine Wohnung im Obergeschoss aussieht, konnten die Teilnehmer selbst in Augenschein nehmen.

Wohnungen in der Wehrdstraße

Ein großes Areal an der Wehrdstraße, das heute noch ein Parkplatz ist, wird voraussichtlich schon in wenigen Jahren ebenfalls mit Wohnungen bebaut sein. Außerdem wird es dann einen weiteren Discounter (Aldi) dort geben. Da der Lidl in der Nähe sich ebenfalls vergrößern möchte, gibt es hier bereits Überlegungen, wie man auch auf diesem Areal Wohnbebauung hinbekommen könnte.

Beim Zwischenstopp an der Wehrdstraße kam unter den Teilnehmern der Sommertour außerdem eine Diskussion auf, wie man eine Fahrradstraße von der Südstadt in die Innenstadt gestalten könnte. Als besonders gefährlich für Radfahrer wird derzeit die Abzweigung Worblinger Straße/Industriestraße beurteilt.

Endstation am Bahnhof

Am Bahnhofsvorplatz erläuterte Thomas Mügge schließlich, dass man sich für den oberflächlich gebürsteten Sichtbeton als Straßenbelag entschieden habe, weil dieser länger halte. Der Platz werde noch vor der Eröffnung des Cano eingeweiht. Eine überdachte Fahrradabstellanlage für 160 Räder soll rechts des Haupteingangs vom Bahnhof entstehen.

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