Für Mirjam Wittig ist die Lesung im Treffpunkt Horizont eine Premiere. „Ich lese heute zum ersten Mal vor Publikum aus meinem Buch“, sagt sie. Extra für die Erzählzeit ohne Grenzen ist sie aus Berlin angereist und hat ihr Debüt „An der Grasnarbe“ mitgebracht. Das Buch ist echt druckfrisch, denn es erscheint genau am heutigen Montag im Buchhandel.

Im Prolog nimmt sie die Zuhörerschaft mit auf den Pariser Flughafen. Danach geht es für die Hauptfigur Noa weiter zu ihrer Gastfamilie in Südfrankreich. Sie will als Helferin auf einem Hof das Landleben kennenlernen. Und damit auch ihren Angstattacken, die sie in der Großstadt hat, entfliehen.

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Kaum angekommen, steigt Noa auf dem Hof, der viele Schafe hält, gleich in das Arbeitsleben mit ein. „Tatsächlich war ich selbst schon mal in Südfrankreich, habe Elektrozäune auf- und abgebaut und auch was mit Schafen zu tun gehabt“, erzählt Mirjam Wittig. Sie sei auch in ähnlichen Räumen gewesen, doch der Roman habe sich dann anders entwickelt. „Seit ich in Berlin lebe, vermisse ich das Landleben ein wenig“, sagt die junge Frau, die 1996 geboren wurde.

Mirjam Wittig liest im Treffpunkt Horizont im Rahmen der Erzählzeit ohne Grenzen erstmals aus ihrem Debütroman vor Publikum.
Mirjam Wittig liest im Treffpunkt Horizont im Rahmen der Erzählzeit ohne Grenzen erstmals aus ihrem Debütroman vor Publikum. | Bild: Susanne Gehrmann-Röhm

Im Roman beschreibt sie detailreich die Szenerie. Bei ihrem Aufenthalt in der Familie von Ella, Gregor und deren Tochter Jade spürt Noa auch, dass die Sommer immer trockener werden und somit das Leben mühsamer wird, um von dem Ertrag noch gut leben zu können.

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Lange habe sie mit ihrem Verleger über einen Buchtitel nachgedacht. „In einem anderen Buch bin ich auf das Wort Grasnarbe gestoßen und fand es passend“, sagt Mirjam Wittig. 2019 erhielt die junge Autorin den Förderpreis der Gesellschaft für Westfälische Kulturarbeit in Nordrhein-Westfalen. Literarisches Schreiben und Lektorieren lernte sie unter anderen bei einem Studium an der Universität in Hildesheim. Davor studierte sie bereits Philosophie und Kulturreflexion in Witten/Herdecke. Im vergangenen Jahr erhielt Mirjam Wittig ein Stipendium des Literarischen Zentrums Göttingen.