Ingrid Ploss

Initiiert von einem Teil der Grünen-Fraktion im Stadtrat Singen öffnete zum ersten Mal das Singener Repair-Café seine Türen. Die Räume stellte die Freie evangelische Gemeinde in der Freiburger Straße bereit. Das Interesse war groß. Etwa hundert Besucher fanden sich ein. Einige davon aus Neugier und um Kaffee und Kuchen zu genießen.

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Die Hauptakteure waren aber mindestens 40 Hilfesuchende, die mit defekten Kleingeräten auf eine Reparaturmöglichkeit hofften. Die Reparaturen mussten angemeldet werden, damit auch die notwendigen Fachleute vor Ort anwesend sein konnten. Vorwiegend warteten elektronische Kleingeräte auf eine zweite Chance, Haushaltsgeräte wie Föhne, Rühr- und Mixgeräte, Staubsauger, Kocher. Einen großen Anteil bildeten Handys. So waren die helfenden Hände ehemaliger Elektriker oder Elektroniker am häufigsten gefragt – und sie waren erfolgreich. Glücklich, mit wieder funktionierenden Haushaltsgeräten und Kommunikationsmitteln, traten die Menschen den Heimweg an.

Ressourcen schonen statt Konsum antreiben

Vermieden wurden hohe Reparaturkosten sowie oft viel zu lange Wartezeiten oder gar Absagen für eine Reparatur. Das sei ein guter Schritt in Richtung Vermeidung von Elektroschrott und führe damit zur Senkung der CO2-Emissionen, fördere Ressourcenschonung und nicht zuletzt sinken die Verbraucherausgaben. Da sind sich die Initiatoren um Eberhard Röhm einig, die auch von der Stadtverwaltung unterstützt werden.

Signale sende auch das Umweltministerium, um die umweltrechtlichen Rahmenbedingungen zum Inverkehrbringen, zur Rückgabe und umweltverträglichen Entsorgung weiter voranzutreiben. Dass dabei das Produktdesign nicht aus den Augen geraten dürfe, zeigte sich im Repair-Café – sei es doch verantwortlich dafür, ob überhaupt eine Reparatur möglich sein kann.

Klaus Graf (rechts) und ein Besucher des Cafés beim Überprüfen der Messwerte eines defekten Gerätes.
Klaus Graf (rechts) und ein Besucher des Cafés beim Überprüfen der Messwerte eines defekten Gerätes. | Bild: Stadtverwaltung

Bei den mitgebrachten Geräten war das offensichtlich möglich. „Nach der großen Nachfrage im Repair-Café werden nächstes Jahr wieder etwa drei bis vier solcher Termine angeboten“, versichert Mit-Organisatorin Karin Leyhe-Schröpfer von der Grünen-Stadtratsfraktion.