Schon in wenigen Tagen ist es soweit. Die Bürger haben die Wahl. In Singen kandidieren insgesamt sieben Listen um die Plätze im Gemeinderat. Bis zur Wahl am Sonntag, 26. Mai, nutzen die Kandidaten jede Gelegenheit, um mit den Wählern in Kontakt zu kommen und zu erfahren, wo der Schuh drückt.

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Im Vorfeld der anstehenden Kommunalwahlen hat der SÜDKURIER den Parteien und Wählergemeinschaften, die eine Liste zur Gemeinderatswahl eingereicht haben, vier Fragen gestellt, die bewusst kurz beantwortet werden sollten: Wie kann die Bürgerbeteiligung gestärkt werden? Gibt es Konzepte gegen die Wohnungsnot? Welche Entwicklungspotenziale stecken in der Stadt für die nächsten fünf Jahre und was muss im Bereich Schulen und Kultur getan werden? So lauteten die Fragen. In den vergangenen Wochen hat die Heimatzeitung an dieser Stelle die Antworten auf drei der Fragen veröffentlicht. Mit dieser Folge endet die kompakte Wahlübersicht zu wichtigen Fragen für die Zukunft der Stadt.

Eine Frage, sieben Antworten

In der heutigen Ausgabe wollte die Tageszeitung wissen, welche Aufgaben die Parteien und Wählervereinigungen, die für den Gemeinderat kandidieren, im Bereich Schulen und Kultur für die nächsten fünf Jahre sehen. Bildung ist ein Kernthema der Entwicklung, nicht nur für Singen und den Hegau, sondern darüber hinaus auch im Land und dem Bund. Schulen und Kinderatgeseinrichtungen sind hier die zentralen Institutionen. Hier die Antworten von Christdemokraten, Freien Wählern, Liberalen, Sozialdemokraten, Grünen, Neuer Linie und der erstmals antretenden Wählervereinigung der Liste Singen ökologisch und sozial (SÖS). Die Reihenfolge der Antworten richtet sich nach dem Stimmenergebnis bei der vergangenen Kommunalwahl im Jahr 2014.

Einig sind sich die Parteien und Wählervereinigungen der Stadt vor der Kommunalwahl, dass die Ausstattung der Schulen mit digitalen Lernmöglichkeiten gefördert werden muss.
Einig sind sich die Parteien und Wählervereinigungen der Stadt vor der Kommunalwahl, dass die Ausstattung der Schulen mit digitalen Lernmöglichkeiten gefördert werden muss. | Bild: Thomas Frey
  1. Der Stadtverband der Christlich Demokratischen Union (CDU): Die größte Aufgabe sehen wir im weiteren Ausbau der Ganztagsschulen. Kein Kind darf verloren gehen und so ist es besonders wichtig, dass auch Kinder von Eltern, die ganztags arbeiten, mittags betreut und gefördert werden. Dies ist der wichtigste Weg, um eine Bildungs- und damit auch eine Chancengleichheit für jedes Kind und jeden Schüler zu erreichen. Weiterhin gehört zu den großen Aufgaben im Bereich der Schulen klar die Investition in die Ausstattung. Nur mit den richtigen Lehrmitteln, gerade im digitalen Bereich, ist es möglich, Schüler bestmöglich auf die Zukunft vorzubereiten.
  2. Der Ortsverein der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD): Mit Singen wächst auch die Zahl der Kinder. In Kindertageseinrichtungen und Grundschulen müssen wir schnell für Entlastung sorgen. Das Angebot der Gemeinschaftsschule an der Beethovenschule hat sich bewährt, nun sollte für die Realschulen ein zeitgemäßes Ganztagsangebot entwickelt werden. Wir brauchen eine zügige Fortschreibung des Schulentwicklungskonzepts und eine verstärkte Kooperation zwischen den Schulen. Die SPD steht zum vielfältigen kulturellen Angebot freier Träger und städtischer Einrichtungen. Der Mix ist Markenzeichen weit über die Region hinaus. Im Mittelpunkt steht die Umsetzung der neuen Kulturkonzeption. Das Hohentwielfest muss als Teil der Singener Identität weiter entwickelt werden, ebenso steht die Sanierung der Scheffelhalle bis zu ihrem Jubiläum an.
  3. Die Vereinigung der Freien Wähler in Singen (FW): Die dringlichste Aufgabe ist die fortschreitende Sanierung aller Singener Schulen und Kindertagesstätten in der Stadt und den Stadtteilen. Auch die Schulsozialarbeit muss weiter gefördert werden. Darüber hinaus sehen wir die Notwendigkeit der Realisierung der dreiteiligen Sporthalle und der Sanierung des Singener Hallenbades. In der städtischen Kulturarbeit werden wir Schwerpunkte bilden müssen, die wir fördern wollen. Die Kooperation mit den freien Kulturträgern und die Unterstützung der Singener Vereine bei ihrer Kulturarbeit muss dabei ebenso gefördert werden.
  4. Die Wählervereinigung Neue Linie in Singen: Die Neue Linie sieht ihre Aufgaben im Schulbereich im Erhalt und Ausbau des hohen Niveaus und in der Vielfalt der Schulsysteme. Ein Ziel ist, Singen als Bildungsstandort durch eine Außenstelle der Konstanzer Hochschule auszubauen. Insbesondere steht die Förderung ausländischer Mitbürger mit bedarfsorientierten Weiterbildungskonzepten sowie die Einbindung in Kultur und Sport als Voraussetzung zur Integration an. Die Neue Linie unterstützt die Stärkung der Schulsozialarbeit mit Präventivangeboten in der Familienberatung. Wichtig ist uns die Förderung der kulturellen Einrichtungen von Museen, Stadthalle und freien Trägern wie Gems und Färbe. Auch die Unterstützung der Brauchtumspflege und die Sanierung der Scheffelhalle sowie die Sanierung und der Bau neuer Sportstätten, vorrangig das Hallenbad und die dreiteilige Sporthalle, haben weiterhin Priorität.
  5. Der Ortsverein von Bündnis 90/Die Grünen (Grüne): Die Stadt Singen als Schulträger muss dringend mehr in die Ausstattung und Modernisierung der Schulgebäude investieren. Besonders wichtig ist uns die Ausweitung der sozialpädagogischen Betreuung und Beratung an den Singener Schulen. Das gesamte Spektrum der von Bürgern selbst gestalteten Kulturangebote muss durch die Stadt vermehrt unterstützt werden. Die von uns geforderten Quartiertreffpunkte sollen hierzu als Räumlichkeiten dienen.
  6. Der Ortsverband der Freien Demokratischen Partei (FDP): Wir wollen die vielfältige schulische Infrastruktur in der Stadt erhalten. Der Sanierungsstau bei Schulgebäuden muss abgebaut werden. Schulen brauchen Breitbandanschlüsse, WLAN und eine digitale Ausstattung. Überdies wollen wird eine verlässliche Schulferienbetreuung. Partnerschaften zwischen den Bildungseinrichtungen und der Wirtschaft sollen gefördert werden. Ganz wichtig: Wir möchten den Erhalt der Scheffelhalle. Durch Förderung des Kulturangebotes soll die Polsition Singens als Kulturmetropole in der Region gestärkt werden.
  7. Die Wählervereinigung Singen ökologisch und sozial (SÖS): Der Sanierungsbedarf von Schulen war schon 2014 Thema. Passiert ist kaum etwas. Auch die Hallenbadsanierung und die Aufwertung von Sportstätten, der Scheffelhalle sowie die seit Jahren geplante neue Sporthalle sind Dauerbrenner. Wann folgen Taten? Gerade für Bewohner von Quartieren wie der Südstadt und Angehörigen von Minderheiten fehlen Teilhabe-Möglichkeiten. Hier braucht es mehr Förderung und eine Ausweitung des Sozialpasses auf alle Niedrigeinkommen. Nötig sind zudem mehr Jugend- und Quartierszentren, gerade in der Südstadt.
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