Schon in wenigen Tagen ist es soweit. Die Bürger haben die Wahl. In Singen kandidieren insgesamt sieben Listen um die Plätze im Gemeinderat. Bis zur Wahl am Sonntag, 26. Mai, nutzen die Kandidaten jede Gelegenheit, um mit den Wählern in Kontakt zu kommen und zu erfahren, wo der Schuh drückt.

Das könnte Sie auch interessieren

Im Vorfeld der anstehenden Kommunalwahlen hat der SÜDKURIER den Parteien und Wählergemeinschaften, die eine Liste zur Gemeinderatswahl eingereicht haben, vier Fragen gestellt, die bewusst kurz beantwortet werden sollten: Wie kann die Bürgerbeteiligung gestärkt werden? Gibt es Konzepte gegen die Wohnungsnot? Welche Entwicklungspotenziale stecken in der Stadt für die nächsten fünf Jahre und was muss im Bereich Schulen und Kultur getan werden? Bis zum Wahlsonntag werden an dieser Stelle die Antworten veröffentlicht.

Eine Frage, sieben Antworten

Heute geht es um die große Frage nach den Zukunftspotenzialen der Stadt für die nächsten Fünf Jahre der kommenden Legislaturperiode. Hier die Antworten von Christdemokraten, Freien Wählern, Liberalen, Sozialdemokraten, Grünen, Neuer Linie und der erstmals antretenden Wählervereinigung der Liste Singen ökologisch und sozial (SÖS). Die Reihenfolge der Antworten richtet sich nach dem Stimmenergebnis bei der vergangenen Kommunalwahl im Jahr 2014.

  1. Der Stadtverband der Christlich Demokratischen Union (CDU): Als Wirtschaftsmotor der Region hat Singen sein größtes Entwicklungspotenzial auch weiterhin im Bereich Wirtschaft und Mittelstand. Wir sehen jedoch auch im Bereich Kultur ein großes Potenzial, so haben wir beispielsweise mit dem MAC, dem Kunstmuseum und nicht zuletzt durch unseren Hausberg den Hohentwiel viel Potenzial, das wir nutzen können um Singen zunehmend attraktiver zu gestalten. Ebenso im Bereich der Sicherheit und Ordnung sowie im nachhaltigen Wachstum, das bedeutet Wachstum in Einklang zum Klimaschutz sehen wir Potenzial, das darauf wartet genutzt zu werden.
  2. Der Ortsverein der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD): Die Stadt verzeichnet Wachstum. Hierfür müssen wir planerische Voraussetzungen schaffen. In Verantwortung kommender Generationen müssen wir neue Flächen effizienter nutzen und dabei auch neue Wege gehen. Für die wirtschaftliche Entwicklung ist es unabdingbar, auch in Zukunft noch Flächen für Wohnungsbau und Gewerbeansiedlungen zur Verfügung stellen zu können. Die Ortsteile sollen dank der Dorfentwicklungspläne noch lebenswerter werden. Um Mobilität umweltfreundlich zu gestalten, schlagen wir den Ausbau der Radwege und attraktivere Tarife für den ÖPNV vor – zum Beispiel kostenlos an Samstagen. Singen muss im Bereich Energiesparen und erneuerbare Energien durch verstärkte Anstrengungen eine Vorreiterrolle für klimagerechte Stadtplanung übernehmen.
  3. Die Vereinigung der Freien Wähler in Singen (FW): In der Verbesserung der Lebensqualität für alle Generationen sehen wir noch großes Entwicklungspotenzial für die Stadt. Verbesserungsbedarf besteht bei den Themen ÖPNV mit optimierter Anbindung der Ortsteile, Reduzierung der Lärmbelastung, Ausbau der Rad- und Fußwege, Schaffung einer durchgängigen Barrierefreiheit, Klimaschutz durch Ausbau und Erhalt der innerstädtischen Grünflächen, die Konzeptionierung eines neuen Standortes für die Feuerwehr und die Verbesserung der medizinischen Versorgung durch Hausärzte oder auch medizinische Versorgungszentren (MVZ).
  4. Die Wählervereinigung Neue Linie in Singen: Die Neue Linie sieht die Entwicklungspotenziale in der Wirtschafts-, Innovations- und Sicherheitsförderung als Schlüssel für die Sicherung von Wachstum und zur Förderung von Arbeitsplätzen. Unsere langjährige Forderung ist das Ziel, Singen zum Oberzentrum weiter zu entwickeln. Dazu gehört unsere Unterstützung des Aufbaues eines Gewerbekatasters für ein effizientes Flächenangebot auf Singener Gemarkung und die Aktualisierung und Fortschreibung des Einzelhandelskonzepts der Zonen II und III auf Zentrenrelevanz sowie die Fortschreibung der Dorfentwicklungspläne unserer Ortsteile. Neben dem Breitbandausbau des Internets braucht es ein kommunalgestütztes Informationstechnologie- und Cyber-Kompetenzzentrum für den Wirtschaftsstandort Singen. Ziel ist, ansässige Gewerbetreibende (vor allem Klein- und Kleinstbetriebe), Vereine und Mitbürger durch Prävention und Fortbildung vor Cyber-Kriminalität zu schützen.
  5. Der Ortsverein von Bündnis 90/Die Grünen (Grüne): Unser Ziel ist ein blühendes Singen: Die Stadt hat das Potenzial und die Möglichkeiten, zu einer Vorbildstadt zu werden, die Artenvielfalt, Umweltschutz und nachhaltige Stadtentwicklung mit wirtschaftlicher Innovationskraft und sozialer Integration verbindet. Essenziell ist hierbei die Umsetzung und Fortschreibung des vorliegenden Klimaschutzplanes, sowie eine Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs (ÖPNV) gleichermaßen wie des Rad- und Fußverkehrs.
  6. Der Ortsverband der Freien Demokratischen Partei (FDP): Wir wollen die digitale kommunale Infrastruktur optimieren und vorantreiben, beispielsweise den flächendeckenden Breitbandausbau und Netzabdeckung Mobilfunk, gerade auch im ländlichen Bereich. Der Tourismus muss als solider Wirtschaftsfaktor mit vielen Arbeitsplätzen gestärkt und ausgebaut werden. Ein zentrales Anliegen ist uns, die Sportstättennot zu lindern. Wir müssen angemessene Sportanlagen, ausreichende Hallenverfügbarkeiten und Trainingsräume bereitstellen können.
  7. Die Wählervereinigung Singen ökologisch und sozial (SÖS): Von einer autofreien Innenstadt sind wir weit entfernt. Am Bahnhof wurde ein Fahrradweg „vergessen“, stattdessen gibt es die Option auf ein neues Parkhaus. Gleichzeitig räumt man Bäume ab, obwohl die Klimaschutzanalyse die Hitzebelastung von Teilen der Stadt belegt. SÖS will eine Stadt für Menschen, nicht für Autos. Rad- und Fußverkehrswege und vor allem der ÖPNV müssen entschieden ausgebaut werden, in der Innenstadt dürfen keine neuen Parkhäuser entstehen. Singen braucht stattdessen Konzepte zur Stadtbegrünung, zum Klimaschutz und zur nachhaltigen Stadtentwicklung.
Das könnte Sie auch interessieren

Jetzt App aufs Handy laden: Über die SÜDKURIER Online-App informieren wir Sie direkt per Push-Nachricht auf Ihrem Smartphone über die Wahlergebnisse Ihrer Gemeinde – und natürlich auch über all das, was in Ihrem Heimatort und in der Umgebung sonst noch geschieht. Unter dieser Internetadresse können Sie die SÜDKURIER Online-App einfach auf Ihr Handy laden: http://www.sk.de/wahlpush