Singen Kunst lockt Massen zu Kulturfestival Arte Romeias in Singen

Baugenossenschaft feiert Vergänglichkeit der Kunst in Abbruchhäusern und begrüßt viele Besucher in der Romeiasstraße

So viele Menschen hat man auf den Bürgersteigen in der Romeiasstraße wohl noch nie gesehen: Besucher jeden Alters drängten sich vor den Eingängen zu den sieben Abrisshäusern der Baugenossenschaft Hegau. Das viertägige Kunst- und Kulturfestival Arte Romeias lockte Kunstinteressierte und Besucher aus der Nachbarschaft ebenso, wie aus der weiten Region. Präsentiert wurde das Ergebnis einer vierwöchigen Kreativphase, in der Künstler aus allen Bereichen die 36 Wohnungen, Keller und Hausfassaden ohne Einschränkungen kostenlos gestalten konnten.

"Es ist einfach grandios, was hier geboten wird", war Brigitte Reck aus Singen beeindruckt. Von der Kunst in den Häusern wie auch von der Atmosphäre im Garten und dem lockeren Umgang der Besucher untereinander. "Man kommt mit vielen Gästen und auch mit den Künstlern ins Gespräch", fühlte sie sich einbezogen in das Geschehen. "Ich habe das Gefühl, ich bin hier in einer Künstlerkolonie, man wird mit offenen Armen empfangen", wünscht sich Brigitte Reck ein zweites Fest in dieser Art.

Mit dieser Meinung stand sie nicht allein, manch einer wähnte sich sogar in der Hauptstadt: "Man meint, man sei in Berlin", war häufiger zu hören. Wie die Gebäude war auch der Garten stets Anziehungspunkt, das idyllische Ambiente mit Sitzmöglichkeiten, Liegestühlen und Bewirtung auch von ausländischen Mitbürgern lud zum Plaudern, Entspannen und Genießen. Zur Musik wurde auf dem Rasen vor der Bühne getanzt, mit Theater ging es im Bus auf Tour durch Singen oder im Schlepptau der Schauspieler durch die Wohnungen.

Der Zulauf brach auch am Sonntag nicht ab, zeitweise zwängten sich die Besucher in die Wohnungen. Ihre Zahl ist schwer zu schätzen, von der Eröffnung am Donnerstagabend bis einschließlich Sonntag mögen es gut einige Tausend gewesen sein. "Dabei waren wohl auch viele Besucher, die man bei einer anderen Vernissage so nicht getroffen hätte", freut sich Baugenossenschafts-Geschäftsführer Axel Nieburg über den durchschlagenden Erfolg.

So geht's weiter

  • Juli/August: Die nächsten Tage stehen im Zeichen der Aufräumarbeiten und eine Projektgruppe vom Fachbereich Literatur, Kunst und Medien sichtet das Material zur Dokumentation des Kunstprojekts.
  • September/Oktober: Die Baugenossenschaft Hegau plant eine Sonderausgabe der Mitgliederzeitschrift – gestaltet von den Konstanzer Studenten. Auch eine Videodokumentation soll entstehen.
  • November/Dezember: Vor Beginn der Abrissarbeiten soll es ein Baggerballett geben. (bie)

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