Mit seinem 18. Bühnenprogramm „DOD. Das Leben ist das Ende“ machte Gerd Dudenhöffer auf seiner Deutschland-Tournee Halt in der ausverkauften Singener Gems. Seit 1985 steht der Saarländer als der spießig-konservative, politisch wenig korrekte Heinz Becker auf der Bühne und verbreitet dessen am Stammtisch entwickelte Sicht der Dinge.

Doch diesmal ist alles anders. Denn das Schicksal hat Rentner Heinz hart getroffen: Seine Frau Hilde ist gestorben. Gerade von ihrer Beerdigung heimgekehrt, steht er nun wie ein Häufchen Elend da und stellt fest, dass „jeden Tag Leute sterben, in Kriegen, an Seuchen und nach einer Ehe“.

Der Dauernörgler macht sich Gedanken

Jetzt ist auf einmal „keiner mehr da, der auch nicht schwätzt“ und er steht vor einer ganzen Reihe von Problemen: Wer stellt ihm das Bier kalt, bedient die Waschmaschine und richtet ihm jeden Samstag die frische Unterhose für die Woche?

Am Küchentisch macht sich der Dauernörgler seine Gedanken über die Einhaltung der Emissionswerte und die Unumkehrbarkeit der Entscheidung bei Einäscherungen, die Kosten des Re-Imports bei Sterbehilfe in der Schweiz, Erben in den Startlöchern, eilige Immobilienmakler sowie über die Wiederheirat mit Frauen aus dem Katalog.

Geizhals muss in teuren Sarg investieren

Als Geizhals ärgert er sich, dass er für die Kosten der Beerdigung seine Garage dreimal hätte umbauen und „wegen den Leuten“ nicht den billigsten Sarg habe nehmen können.

Ihr Bettrahmen wird sein neues Werkzeugregal. Ihre Stützstrümpfe bekommen die Flüchtlinge, da „sie eh nur rumsitzen“, nörgelt Becker. Und die Appetitzügler seiner Hilde hat er dem Tafelladen gespendet. Dudenhöffer gelingt die Gratwanderung zwischen Tragik und Komik perfekt.

Und so sind es auch die leiseren Töne, die in Erinnerung bleiben, wenn er seinen Heinz Becker über den Sinn seines weiteren Lebens ohne seine Hilde nachdenken lässt. So darf bezweifelt werden, ob eines Tages wirklich auf Heinz' Grabstein stehen wird: „Hat das Leben Dich gequält, dann warst Du vermählt.“