Menschen erreichen und sie an die Kunst heranführen – diese Aufgabe steht für das Museumsteam des Singener Kunstmuseums um Leiter Christoph Bauer auch in diesem Jahr im Fokus. Sechs Ausstellungen widmen sich zeitgenössischen Positionen, die klassische Moderne würdigt das Kunstmuseum in zwei Sommerausstellungen den Höri-Klassikern und ihrem Umfeld.

Wie Museumsleiter Christoph Bauer bei der Vorstellung des Jahresprogramms 2018 ankündigte, werden in der Ausstellungsreihe zeitgenössischer Kunst raumbezogene Plastiken, Skulpturen, Objekte, Installationen und Rauminterventionen im Mittelpunkt stehen. Den Auftakt bildet die Ausstellung "Eingraben und Aufschichten" mit Holzdrucken von Andreas Rosenthal, die am Sonntag, 28. Januar, eröffnet wird.

Kulturamtsleiterin Catharina Scheufele berichtete, dass die Kunstwerke im öffentlichen Raum restauriert werden und die Filmreihe zur Vorstellung der Werke fortgeführt wird. Restauriert und der Öffentlichkeit durch Führungen zugänglich gemacht werden soll auch die "Brunnenstube" (ehemaliges Wasserreservoir am Ambohl) des Künstlers Roman Signer. Das Kunstwerk war ein Beitrag des Kunstprojekts zur Landesgartenschau und wurde durch Vandalismus zerstört.

Während der Sommerausstellung wird auch das Otto-Dix-Gemälde im Ratssaal an den Wochenenden zugänglich sein. "Kunst im öffentlichen Raum ist ein wichtiges Thema auch für Leute, die nicht ins Museum gehen", bezieht Bauer auch die Betonglasfenster von Curt Georg Becker in der Markuskirche mit ein. Ende der 1950er Jahre setzte Becker damit neue Impulse in der Kirchenkunst und erlangte einen hohen Bekanntheitsgrad.

"Im Kunstmuseum geht was", richtete Scheufele ihr Lob an das kleine Team, das vielfältige Aufgaben bewältige. Wie Kunstpädagoge Thomas Mayr und Almut Heidelberger berichteten, werden die Angebote im Museumsatelier seit Jahren gut angenommen. Der MuseumsKunstClub für Kinder wird ab 2018 erweitert, um auch Jugendlichen ab 13 Jahre die Teilnahme zu ermöglichen. Zum Kennenlernen und Ausprobieren künstlerischer Techniken können Teilnehmer im MuseumsKunstClub für Jugendliche ab Februar sämtliche Aufgaben eines Kunstmuseums kennenlernen. Erweitert werden sollen auch die Führungen und Kunstkurse für Erwachsene.

Zur Kunstvermittlung ist auch das Erweitern der Sammlung eine wesentliche Aufgabe. Erfreut berichtete Christoph Bauer über neue Leihgaben und Schenkungen, mit Verwaltern von fünf Nachlässen stehe er noch in Kontakt. Der Ankauf des Bildes "Hegau" des Malers Matthias Holländer sei großteils finanziert, Bauer hofft, dass es 2018 in den Besitz des Kunstmuseums übergeht. Fünf neue Publikationen wurden herausgegeben, darunter drei Begleitkataloge zu kommenden Ausstellungen und zwei zu Ausstellungen von 2017.

 

Zum Programm

Das Jahresprogramm 2018 des Kunstmuseums wird am 28. Januar mit der Ausstellung "Eingraben und Aufschichten" des Künstlers Andreas Rosenthal eröffnet, der zu den Erneuerern des zeitgenössischen Holzschnitts zählt. Gezeigt wird eine Auswahl seiner schwarz-weißen und farbigen Holzschnitte und Druckstöcke von 1992 bis zu den neuesten Serien. Informationen unter www.kunstmuseum-singen.de