Lara Busshart wurde im vergangenen Jahr am Rosenmontag geboren. Auch ihre Mutter Lisa erblickte an einem Rosenmontag das Licht der Welt und ihr Vater ist als Vorsitzender des Musikvereins bei der Fasnacht aktiv. Außerdem wurde Oma Karin Busshart bereits im jungen Alter von drei Jahren eine Ratte. Da wundert es nicht, dass auch die bald einjährige Lara schon eine Ratte ist.

Nur Frauen und Kinder im Häs

Im Häs der Ratten des Rattlinger Narrenvereins Burg Rosenegg stecken Frauen und Kinder. Männer seien nicht ausgeschlossen, wie Karin Busshart erklärt. Aber einen Rattenbock gebe es schon lange nicht mehr und dass heute nur Frauen und Kinder im Häs der Ratte stecken, habe sich so ergeben.

„Als Ratte muss man gerne Fasnacht machen“, findet Lisa Busshart, die durch ihre Schwiegermutter Karin zu der Gruppe kam. Und das, obwohl sie aus keiner närrischen Familie stammt.

Zu einer bunten Fasnacht in Rielasingen gehören die Ratten – hier auf einem Archivbild – die dem Rattlinger Narrenverein ...
Zu einer bunten Fasnacht in Rielasingen gehören die Ratten – hier auf einem Archivbild – die dem Rattlinger Narrenverein Burg Rosenegg den Namen gaben, dazu. | Bild: Sandra Bossenmaier

Karin Busshart ist dagegen ein echtes Urgestein der Rielasinger Fasnacht. Es ist ihr wichtig, die Narretei an die Kinder und im Dorf weiterzugeben. Als Ratte war sie schon oft in Schulen und Kindergärten, um den Kindern das Brauchtum nahezubringen. „Und wenn Musik läuft, bin ich nicht mehr zu halten“, ergänzt Karin Busshart, die schon unzählige Male den legendären Rattentanz tanzte.

Schabernack auch ohne Maske

Wenn Fasnacht ist, treibt sie gerne Schabernack. Als Ratte im Häs und mit einer geschnitzten Maske aus Lindenholz. Nicht fehlen darf das rote Halstuch, denn Fasnacht verträgt immer auch bunte Farben. „Mit einer Maske hat man einen anderen Blickwinkel zum Publikum“, so Karin Busshart und fügt hinzu: „Fasnacht lebt auch von den Zuschauern, nicht nur von den Vereinsmitgliedern.“

Unter einer Maske könne man sich gut verstecken. Denn Fasnacht sei eine gute Zeit, um der Obrigkeit unerkannt den Spiegel vorzuhalten. Sie selbst treibe mit und ohne Maske Schabernack, verstecken müsse sie sich nicht dahinter.

Ein Stück weit Lebensgefühl

Es war für Karin Busshart selbstverständlich, eine Ratte zu werden, wie sie erzählt. Der Vater sei ein Narrenpolizist und die Mutter auch schon eine Ratte gewesen. Karin wurde deshalb bereits mit drei Jahren eine Ratte, und ist es bis heute geblieben. Durch die Beziehung zu ihrem Ehemann, der in der Fasnachtszeit musikalisch viel unterwegs ist, kam Lisa Busshart zu den Ratten und nimmt jetzt auch ihre Tochter Lara mit. Würde es Umzüge geben, dürfte Lara selbstverständlich mit durch die Straßen ziehen.

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Die Frauen haben einen Wunsch an die diesjährige Fasnacht: Sie soll nicht so ruhig werden wie im vergangenen Jahr. Fasnacht gehöre zum festen Jahresablauf eines Narren dazu, sei ein Stück weit Lebensgefühl und gebe die Möglichkeit des Entfliehens vom Alltag. Sie wünschen sich, zumindest etwas zur fasnächtlichen Normalität zurückkehren zu können.