Die Diskussionsrunde in "Pilles Treff" im Rahmen der Aktion "Der SÜDKURIER gibt einen aus" lebte von einer regen Beteiligung. Kaum alle Wortmeldungen konnten angehört werden. Über annähernd 60 Teilnehmer freute sich Lokalredakteur und Moderator des Abends Albert Bittlingmaier, so viele Gäste seien bisher bei noch keiner der aktuellen Veranstaltungen dieser Art gewesen. Herbert Schätzle, Sprecher der Bürgerinitiative Umfahrung Rielasingen, hatte im Vorfeld der Veranstaltung mächtig die Trommel gerührt.

Mit einer heißen Diskussion kam schon zu Beginn Schwung in die Runde. Zu viel Lärm und ein zu hohes Verkehrsaufkommen in Rielasingens Ortsdurchfahrt sorgen für dicke Luft bei den Dorfbewohnern. Zahlreich vertreten waren Anwohner der Ramsener Straße, welche Richtung Schweiz führt. Wünsche wie eine durchgängige Tempo-30-Zone und eine Ortsumfahrung wurden wortreich besprochen. Die Ortsumfahrung ist ein Dauerthema, welches seit Jahrzehnten mal mehr, mal weniger die Bürger beschäftigt. Herbert Schätzle von der Initiative Ortsumfahrung informierte über die aktuelle Lage. Ralf Baumert, Bürgermeister von Rielasingen-Worblingen, ließ über ihn ausrichten, dass vom Landratsamt aufgrund einer neuen Rechtsprechung eine Ausweitung der Tempo-30-Zone in der Ortsdurchfahrung in Aussicht gestellt werde. Der Weg zur Umsetzung könne jedoch lang sein.

Ohne Kontrollen bringen Tempolimits wohl nichts

Wie belastend die Verkehrssituation besonders für die Anwohner der Ramsener Straße und der Hauptstraße ist, wurde bei zahlreichen Wortmeldungen schnell deutlich. Seit 25 Jahren wohnt Bernhard Müller am Ende der Ramsener Straße. Täglich erlebt er, wie Fahrzeuge in überhöhter Geschwindigkeit an seinem Haus vorbeidonnern. Vom aufgestellten Radarkasten würden sich diese nicht abhalten lassen. Ohne eine entsprechende Kontrolle würde auch ein Tempolimit nichts bringen, bekräftigte Monika Frank-Romer.

Eine Idee zur Verkehrsregulierung brachte Hans Greiner in die Runde ein. Mit einer Ampel, die automatisch auf Rot schaltet, wenn zu schnell gefahren wird. Hält sich der Verkehrsteilnehmer ans Tempolimit, bleibt die Ampel auf Grün. Auch Manfred Giner ärgerte sich über die Situation. "Autos stehen direkt auf dem Fahrradweg und dem Gehweg", machte er auf das zusätzliche Problem der Falschparker aufmerksam.

Ortsumfahrung von vielen gewünscht

Hartmut Riester vom Bauamt nahm Stellung zur Kritik, warum in dieser Sache seitens der Gemeinde nicht mehr unternommen würde. Für die angedachte Ortsumfahrung würde man seit Jahrzehnten kämpfen. Aber zuständig sei hier das Landratsamt, die Gemeinde könne nicht viel tun – außer immer wieder bei der zuständigen Behörde vorstellig zu werden. Und genau dieses wird er als Auftrag der Bürger mit ins Rathaus nehmen. Auch mit anderen Themen beschäftigte sich die gesprächsbereite Runde. "Es gibt kein Kies im Dellenhau", wünschte sich Kiesabbaugegner Peter Waldschütz. Falls doch, würde der nächste Protest in die Geschichte eingehen.

Alfred Maier, sieht im Schwerlastverkehr ein großes Problem. Sollte es zum Kiesabbau im Dellenhau kommen, befürchtet er eine enorme Zunahme dessen. „Entschieden wird beim Landratsamt“, berichtete Rudi Caserotto aus seinen Erfahrungen als Gemeinderat. Sein Ratskollege Hermann Wieland hat da einen ganz ähnlichen Eindruck, er käme sich manchmal vor wie eine Marionette des Landratsamtes. Alle seien in der Pflicht, etwas zu tun, meinte Jana Akyildiz. Eine Möglichkeit wäre, Briefe an das Landratsamt zu schreiben oder Petitionen zu starten. Sie sprach sich sogar für ein generelles Tempolimit 30 in allen Orten aus.