Beobachter an der Reichenauer Schiffsanlegestelle sprechen von „Kindergarten“. Damit meinen sie den Umgang zwischen dem Betreiber der Solarfähre, Tom Geiger, und dem Anbieter der neuen Bootsfähre aus Ermatingen, Emil Bügler. Beide legen am selben Steg an und beschwerten sich bei der Wasserschutzpolizei, der jeweils andere greife die Kunden ab.

Emil Bügler, der erst am 1. Juni die Verbindung Ermatingen-Reichenau aufgenommen hatte, hat den Betrieb einstweilen schon wieder eingestellt – aus gesundheitlichen Gründen, wie er Bürgermeister Wolfgang Zoll mitteilte. Auf Nachfrage des SÜDKURIER erklärte Bügler: „Eine Wiederaufnahme des Betriebs ist im Moment nicht absehbar.“ Tourismuschef Karl Wehrle sagte, Bügler habe in einem Telefonat mit der Tourist-Informaton gesagt, das tue er seiner Gesundheit nicht länger an.

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Auslöser war offenbar, dass Bügler nicht wie geplant von der Stedi weiter zum Reichenauer Yachthafen fuhr – wohl mangels Nachfrage. Er lag deshalb länger als vorgesehen am Steg. Geiger unterstellte Absicht, meinte gegenüber dem SÜDKURIER, Bügler wolle ihm Kunden abwerben. Dieser wiederum klagte gegenüber dem Bürgermeister, dass Geiger ihm vorschreiben wolle, wie lang er dort liegen dürfe. Er meinte gegenüber diesem, dass Absprachen für ihn daher nicht mehr bindend seien. Er werde nun auch Fahrräder mitnehmen und erwäge, auf ein Taxi-Boot umzustellen.

Bürgermeister Wolfgang Zoll erklärt auf Nachfrage: „Herrn Bügler gegenüber habe ich deutlich gemacht, dass der Gemeinderatsbeschluss vom 29. April maßgeblich ist, wonach die Route von Ermatingen über die Schiffslände bis zum Yachthafen verbindlich ist.“ Bevor er habe ein klärendes Gespräch organisieren können, habe sich Emil Bügler vom Betrieb abgemeldet. Wie es nun weitergeht, scheint völlig offen. Er erklärte dem SÜDKURIER, er habe nach wie vor die Hoffnung, die ursprünglich geplante Verbindung nach Oberzell zu bedienen.