Es war eine Geduldsfrage: Radolfzell hat zum Gemeindeimpftag in das Milchwerk eingeladen, und die Menschen sind am Donnerstag in Massen gekommen. Zeitweise erstreckte sich die Warteschlange vom Eingangstor der Firma Hügli die Güttinger Straße entlang, weiter über die Schiesserstraße, den Parkplatz des Seemaxx bis hin zum Hintereingang des Milchwerks. Wer sich eine Spritze gegen das Corona-Virus geben lassen wollte, musste durchaus mehrere Stunden warten.

Birgit Schröder verabreicht Bodo Vogler aus Radolfzell die Auffrischung der Impfung gegen das Dorona-Virus.
Birgit Schröder verabreicht Bodo Vogler aus Radolfzell die Auffrischung der Impfung gegen das Dorona-Virus. | Bild: Jarausch, Gerald

Die Organisatoren bei der Stadtverwaltung hatten mit großem Andrang gerechnet und waren auf die Menschen vorbereitet, die sich eine Erst-, Zweit- oder sogar schon Auffrischungsimpfung geben lassen wollten. Das Milchwerk war anders eingeteilt und organisiert als bei letzten Gemeindeimpftag im Oktober. „Wir haben alles möglich gemacht, um so viel Leute wie möglich im Inneren warten zu lassen“, erklärte die Leiterin der Fachstelle Corona bei der Stadt Radolfzell, Karen Röpnack. So durchliefen die Wartenden den großen Saal des Milchwerks in Schlangenlinien, ähnlich wie am Flughafenschalter. Allerdings blieb für viele ein Anstehen bei drei Grad Celsius im Freien nicht aus. Im Laufe des Vormittags verteilten die Verantwortlichen Nummern an die Impfwilligen. Wer keine Nummer erhielt, für den reichte der Impfstoff nicht. Mitarbeiter des Ordnungsamtes und des beauftragten Sicherheitsdienstes klärten sie über diese Situation auf.

Insgesamt drei Teams des Mobilen Impfteams übernahmen im Milchwerk die eigentliche Arbeit des Tages. Mehr Helfer konnten nicht mobilisiert werden, weil hier das Personal auch hier nicht reicht. Die Mitarbeiter stellen eine Veränderung der Stimmung bei den Bürgern fest. Weil die Einschränkungen im Alltag durch Bundes- und Landesauflagen immer größer werden, kommen auch mehr Menschen zu den Impfungen; gerade auch solche, die eigentlich skeptisch sind. Das wiederum führt zu mehr Informationsbedarf während der Arztgespräche. „Das ist schon manchmal anstrengend, wenn es viele offene Fragen gibt“, sagte Arzt Serhat Manop offen. Die Impfungen selbst fanden dann in vier Kabinen statt.

Auch wenn man es ins Milchwerk geschafft hatte, musste man sich noch gedulden, bis die Impfung vorgenommen wurde.
Auch wenn man es ins Milchwerk geschafft hatte, musste man sich noch gedulden, bis die Impfung vorgenommen wurde. | Bild: Jarausch, Gerald

Geimpft wurde mit den Vakzinen Biontech, Moderna sowie Johnson & Johnson. Nach der Spritze sollten die frisch Geimpften bis zum Verlassen des Milchwerks noch rund 15 Minuten vor Ort warten. In dieser Zeit wachten zwei Mitglieder der Ortsgruppe des Deutschen Roten Kreuz über die Verfassung der Anwesenden und ob es zu Impfreaktionen kam. Viel zu tun hatten sie nicht. Sylvia Halomoda-Marschner vom DRK hatte sich in weiser Voraussicht Strickzeug mitgebracht. Eine gute Wahl angesichts der Dauer des Impftags.

Das könnte Sie auch interessieren

Es sollte am Abend noch spät werden. Die Verantwortlichen hatten das Ende offiziell auf 15 Uhr angekündigt, sodass sich zu einem späteren Zeitpunkt nicht noch mehr Menschen ohne Chance auf eine Impfung anstellen. Das mobile Impfteam jedenfalls war darauf eingestellt, dass um 15 Uhr nicht Schluss ist. Für die Mitarbeiter war eines klar: „Wir werden auf jeden Fall alles verimpfen, was wir dabei haben“, ließen die Ärzte wissen.