Als die positive Nachricht bei der Zeller Kultur eintraf, war die Freude groß: Der Radolfzeller Kulturverein bekommt für die Umsetzung der Jazz Open und der Mettnau Summer Nights finanzielle Unterstützung aus dem Sonderprogramm „Kultur Sommer 2020“ der baden-württembergischen Landesregierung. 14 500 Euro umfasst die Finanzspritze, wie die Vorsitzende der Zeller Kultur, Waltraud Rasch, im Gespräch verrät.

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„Kultur Sommer 2020“ ist ein Programm für die Kultureinrichtungen und Vereine der Breitenkultur in Baden-Württemberg, die in besonderer Weise von den Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen sind. Gefördert werden kleinere analoge Veranstaltungen und Veranstaltungsreihen, die unter Einhaltung der bestehenden Auflagen und der rechtlichen Rahmenbedingungen umgesetzt werden können.

Noch elf Konzerte sind übrig

13 Konzerte waren ursprünglich geplant, zwei davon sind dem Corona-Virus zum Opfer gefallen und mussten abgesagt werden. Aber die weiteren elf Freiluftveranstaltungen in der alten Konzertmuschel auf der Mettnau sollen laut Rasch stattfinden. Dabei habe es nach Aussage von Rasch auch Überlegungen im Verein gegeben, die beiden Konzertreihen, die es seit 2006 gibt, 2020 komplett ausfallen zu lassen.

Ein Ausfall war keine Option

Doch die Mitglieder der Zeller Kultur haben sich bewusst gegen diesen Schritt entschieden. „Das Kultur wieder stattfindet, ist in Zeiten der Pandemie auch gesellschaftlich wichtig“, sagt Rasch. Vor allem mit Blick auf den sozialen Kontakt untereinander. „Gerade die Kommunikation findet derzeit viel über das Digitale statt. Die Konzertmuschel ist ein Ort der Kommunikation, des Zusammenkommen, des Austauschs und dies ist uns allen in der letzten Zeit stark abhanden gekommen“, so Rasch weiter.

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Auch für Nese Erikli, Landtagsabgeordnete der Grünen, ist die finanzielle Unterstützung des Vereins Zeller Kultur durch das Land ein wichtiges Signal für die Gesellschaft, wie sie in einer Stellungnahme mitteilt: „Der Verein Zeller Kultur zeigt stellvertretend für viele andere Kunst- und Kulturschaffende vorbildlich, wie wir es unter diesen besonderen Bedingungen schaffen können, die reiche kulturelle Landschaft zu erhalten.“ Für Erikli sei eine schrittweise Öffnung des Kulturbetriebs immer wichtiger, weil gerade in dieser gesellschaftlichen Krisensituation die Kultur mit ihren Möglichkeiten und Angeboten fehle – als Ort der Reflexion, der Selbstvergewisserung, der historischen und gesellschaftlichen Verortung, der Kontaktaufnahme, der kreativen Lösungen, der Unterhaltung.

Platz für 100 Besucher

Für die beiden Konzertreihen hat die Zeller Kultur ein Sicherheits- und Hygienekonzept erarbeitet. So dürfen bei den Veranstaltungen lediglich 100 Besucher teilnehmen. Laut Rasch seien in den vergangenen Jahren bei gutem Wetter zwischen 200 und 300 an einem Abend zur Konzertmuschel gepilgert. „Dadurch fehlen uns natürlich auch Einnahmen“, sagt sie. Durch den Zuschuss sei die Durchführung dennoch möglich, da er das entstehende Minus zu einem gewissen Teil abdecke. Denn die Konzerte kosten keinen Eintritt, es wird lediglich um eine Spende gebeten. Rasch beziffert die anfallenden Kosten der gesamten Konzertreihe in diesem Jahr auf rund 30 000 Euro.

Theaterstücke werden nachgeholt

Auch für das Zuhause der Zeller Kultur in der Fürstenbergstraße 7 gibt es gute Nachrichten: Laut Rasch sollen die coronabedingten Theaterstücke, die ausfallen mussten, im September nachgeholt werden. „Wir werden dann Bertolt Brechts „Trommeln in der Nacht“ und Wolfgang Hildesheimers „Die Verspätung“ zeigen“, verrät sie.