Wer sich gegen Corona impfen lassen will, braucht Geduld. Impfstoffe sind rar und Termine nur schwer zu bekommen. Kurioserweise muss derjenige, der schließlich erfolgreich bei der Buchung ist, manchmal das tun, was aktuell eigentlich vermieden werden soll: Eine Reise unternehmen. Jürgen Adam und seine Frau haben einen Buchungsmarathon hinter sich und nun die erste Impfung erhalten – in Offenburg.

Kein Durchkommen per Telefon

Das Ehepaar gehört zu der zweiten Impfgruppe, in der über 70-Jährige zugelassen sind. „Da meine Frau schon Krebserkrankungen hinter sich hat, war es uns sehr wichtig, einen Impftermin zu bekommen“, erzählt Jürgen Adam. Bei der Telefonnummer 116 117 gäbe es kein Durchkommen, so seine Erfahrung.

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Die zweite Möglichkeit, einen Termin erhalten, ist eine Online-Buchung. Das hat Jürgen Adam zehn Tage lang, Tag und Nacht, erfolglos versucht, bevor ihm schließlich zwei freie Termine angezeigt wurden. „Nachdem ich gehört habe, dass um Mitternacht Termine freigeschalten werden, bin ich mehrere Nächte vor dem Computer gesessen und habe es um eins, um zwei und um vier Uhr probiert“, erzählt er. Und tagsüber im Stundenrhythmus.

Nach zehn Tagen endlich erfolgreich

Bei der Online-Buchung wählt man zunächst das Bundesland aus. Danach kann man verschiedene Impfzentren anklicken. „Aber jedes Mal hieß es, es seien keine Termine frei“, berichtet Adam. Als ihm nach zehn Tagen zum ersten Mal zwei freie Termine in Offenburg angeboten wurden, habe er sofort zugegriffen.

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In der vergangenen Woche machte sich das Ehepaar mit dem Zug auf die Reise. Die Impfung sei reibungslos verlaufen. „Das Personal war freundlich und kompetent“, erzählt der Rentner. Der zweite Impftermin wäre um acht Uhr morgens anberaumt gewesen. Doch das Personal in Offenburg habe den Termin unkompliziert auf den späteren Vormittag verschoben. Damit bleibt es dem Ehepaar erspart, für ihren zweiten Impftermin zusätzlich eine Übernachtung zu buchen.

In Bayern ganz anders organisiert

Adams Bruder, der in Bayern wohnt, sei im Gegensatz zu ihm sehr leicht zu einem Impftermin gekommen. Das Kreisgesundheitsamt habe ihn angeschrieben. „Für ihn wurde ein Termin vorgemerkt, ohne dass er irgendetwas unternehmen musste“, so Adam. Er fragt: „Warum ist es bei uns so umständlich, zu einem Termin zu kommen?“