So manches Thema ist während der Corona-Pandemie in den Hintergrund gerückt, doch verschwunden ist es nicht. Zum Beispiel die Frage nach Wohnraum in Radolfzell. Hierbei ist die Stadt nicht nur gefragt, bauwilligen Familien mit entsprechendem Einkommen einen Weg in die eigenen vier Wände zu ermöglichen, sondern auch Menschen, die bei der Miete auf Hilfe angewiesen sind.

Doch noch immer mangelt es an sozial gefördertem Wohnraum, auf den finanziell schwächere gestellte Personen angewiesen sind, wie Alleinerziehende, Geringverdiener oder Senioren mit kleiner Rente.

Es fehlen etwa 70 Sozialwohnungen

In Radolfzell gibt es derzeit 70 geförderte Wohneinheiten mit gedämpften Mieten, umgangssprachlich sind das die Sozialwohnungen. Hinzu kommen allerdings etwa 70 weitere Personen, die einen Wohnberechtigungsschein haben und somit das Recht, eine solche Sozialwohnung auch anmieten zu dürfen.

Dies teilt die Pressestelle der Stadtverwaltung auf Nachfrage des SÜDKURIER mit. Diese Zahl dürfte sich durch die Corona-Krise, monatelangen Kurzarbeit und schwieriger Wirtschaftslage sicher noch erhöhen. „Wir gehen von einem steigenden Bedarf aus“, schreibt die städtische Pressesprecherin Nicole Stadach.

Es laufen mehrere Wohnungsbauprojekte

Im Rahmen der Möglichkeiten versuche die Stadt bereits, für weiteren sozialen Wohnraum zu sorgen. In Radolfzell und in den Ortsteilen seien kurz- und mittelfristig rund 15 Wohnbauprojekte und -gebiete in der Planung und Entwicklung, sodass davon auszugehen sei, den erhöhten Bedarf an sozialem Wohnraum in den nächsten Jahren decken zu können, informiert Stadach.

Hierbei nennt die Stadtverwaltung die Wohnbauprojekte Netzfeldwies in Böhringen, wo 30 Sozialwohnungen entstehen sollen, am Gleisdreieck sollen sogar 100 Sozialwohnungen gebaut werden, am Quartiersplatz der Stadterweiterung Nord 13 Wohnungen, am Untertorplatz dann noch einmal 21 Wohnungen. Und auf dem Grundstück Schlesierstraße, Ecke Ostlandstraße sollen acht Sozialwohnungen neu gebaut werden.

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Ob die Bauprojekte nach Corona noch den eigentlich angestrebten Zeitplan einhalten können, ist unklar. Der Investor Jörg Vogg plante eine Erschließung des Gebietes Netzfeldwies in 2021, schon neun Monate später möchte er anfangen zu bauen. Ähnlich schnell soll es am Gleisdreieck gehen, auch hier wolle man bereits 2021 anfangen zu bauen.

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Der Quartiersplatzbebauung in der Stadterweiterung Nord hat der Gemeinderat nach langem hin und her nun endgültig zugestimmt. An der Schlesierstraße soll ebenfalls 2021 Baustart sein. Am Untertorplatz ist man hingegen noch auf der Suche nach einem neuen Investor. Neuer Wohnraum wird also vor 2022 in Radolfzell nicht zur Verfügung stehen, vorausgesetzt, die Bauprojekte verzögern sich nicht.

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