Liebe Leserinnen und Leser des Corona-Tagebuchs: Ich möchte Sie vorwarnen. Das hier wird kein launiges Geplänkel mit netten Anekdoten aus dem Stadtgeschehen oder Internet. Nein. Ich habe Frust. Urlaubs-Frust um genau zu sein. Wer seinen Sommerurlaub bereits hinter sich hat, der kann sich glücklich schätzen.

Nicht nur, dass das Wetter im Juli und August deutlich besser war als aktuell. Die Reisemöglichkeiten waren auch wesentlich vielseitiger als in diesen Tagen. Mein Jahresurlaub steht mir noch bevor. Und die Vorfreude hält sich, drücken wir es mal positiv aus, in überschaubaren Grenzen.

Die Urlaubsplanung ist für die Tonne

Dieses Virus hat vielen die Urlaubsplanung über den Haufen geworfen, nicht nur meine. Doch Nordsee statt Bali? Jeder muss schließlich Opfer bringen. Oder lieber Radfahren am Bodensee, wofür sich ein großer Teil der Deutschen entschieden hatte? Doch ein kleiner Blick in mein privates Umfeld zeigt: Die meisten haben doch im Ausland geurlaubt.

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Gut, nicht mit dem Flugzeug, aber auch das Auto bringt einen an die kroatische Adriaküste, nach Amsterdam oder Venedig, oder oder oder. Klar, wer schon am schönen Bodensee wohnt, der muss halt mal auch woandershin, wo es auch schön ist. Ich verbrachte also den Sommer damit, mich über die vielen Postkarten und digitalen Urlaubsgrüße zu freuen – oder mich wenigstens höflich dafür zu bedanken – die mir meine Freunde haben zukommen lassen.

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Und nun ist der Sommer vorbei, alle sind wieder am Arbeitsplatz, mein eigener Urlaub rückt in greifbare Nähe. Und das komplette nähere Ausland ist mittlerweile wieder zum Risikogebiet erklärt worden. Das Wetter lässt mich auch komplett im Stich. Urlaub in Deutschland im Oktober gehört verboten. So. Wieso geht dafür niemand auf die Straße und demonstriert? Vermutlich weil sie alle noch damit beschäftigt sind, ihre Urlaubsbräune aus Mallorca zu pflegen.

Wer will da noch Baden ? Das Seebad nachdem das Sommerwetter adieu gesagt hat.
Wer will da noch Baden ? Das Seebad nachdem das Sommerwetter adieu gessgt hat. | Bild: Jarausch, Gerald

Sie finden das unfair? Nun, ich auch. Bevor aber nun Schelte kommt, ich habe mir diese unsägliche Urlaubszeit ja freiwillig ausgesucht, dem sei gesagt: Kollegen mit schulpflichtigen Kindern oder Lehrerinnen im Haushalt haben nun einmal Vorrang. Und überhaupt war das alles ganz anders geplant.

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Ich wollte in den Süden fliegen, weg vom Bodensee-Herbst mit seinen Stürmen und dem Nebel am frühen Morgen. Nun sitze ich hier und überlege, in welche deutsche Region ich noch ohne Risiko fahren kann. Und wo das Wetter keine Rolle spielt. Haben Sie Tipps? Corona nervt. Das wird man doch auch mal sagen dürfen.

Zur Kolumne: Das Corona-Tagebuch der Redaktion Radolfzell begreift sich als hoffentlich vorübergehende Erscheinung.

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