Wein hat etwas Kommunikatives. Man trifft sich mit Freunden und Gleichgesinnten bei einem Glas, um sich zu unterhalten. Wenn sich aber Winzer und Gäste zu einer Weinverkostung auf der MS Radolfzell treffen, sind das etwas andere Gespräche. Da wird gefragt. Nach dem Boden und seinen Mineralien, nach Ausbau und Zuckergehalt. "Das war genau unsere Idee", sagt Thomas Baum, Inhaber der Weinstube "Der Baum". "Sich direkt mit einer Generation von jungen Winzern über ihre Ideen und ihre Produkte unterhalten zu können, das ist schon etwas Besonderes."

Hauptsächlich dem Burgunder, der in Baden-Württemberg am meisten angebauten Rebsorte, haben sich viele Winzer verschrieben. Doch bekommen Weinbauer auch den Klimawandel zu spüren: "Noch nie haben innerhalb der letzten zwei Jahrzehnte die Rebstöcke so früh Blüten getragen", sagt Bettina Schumann aus Bahlingen. Viele Winzer gehen davon aus, dass die Weinlese künftig schon Ende August beginnen muss – eine klimatisch bedingte Zeitverschiebung von mehr als vier Wochen, sagt Natalie Henniger von der Winzergenossenschaft Königschaffhausen-Kiechlingsbergen.

Auch scheinen sich, so die Weinbauer, Anbaugebiete geografisch zu verschieben. Gibt es wegen des kalkhaltigen Bodens demnächst Burgunder von der Insel Rügen? Simon Weiß, Kellermeister aus Bahlingen, kann zwar nicht in die Zukunft schauen, sagt aber: "Der Klimawandel ist nicht zu verleugnen. Die Anbaugebiete wandern langsam nach Norden. Inzwischen gibt es Weinanbau auch in Schweden."

Am Ende der Verkostung zeigten sich Winzer und Gäste mit dem Abend sehr zufrieden. Auch Thomas Baum fand ihn gelungen: "Es ist beinahe so etwas wie ein Auftrag, so eine Plattform auch anderen Winzern zu ermöglichen."