Weshalb funktioniert ein Push-up-BH? Waren die Menschen wirklich auf dem Mond? Und steckt der Vogelstrauß seinen Kopf tatsächlich in den Sand? Mit seinem Programm „Ende Legende“ räumte Thomas Fröschle in der ausverkauften Kabarettkiste mit Mythen, Verschwörungstheorien und Alltagstäuschungen auf. Wer könnte für eine investigative Comedy-Show besser geeignet sein als ein trickreicher Magier, der sich auf die Manipulation des Hirns versteht? Unter dem Pseudonym Topas tourt der Schwabe auch als Illusionist durch die Lande. Als Komiker deckte er lachtränenreich die Tricks der Werbefotografie, der Balz oder die "Strichcode-Verschwörung" auf.

Täuschungen finden im Kopf statt – auch die angenehmen. Eine Frau, die bessere Chancen auf Sex haben möchte, brauche sie sich nur einen Push-Up-BH umzuhängen, weiß der Komiker zu berichten: Nur wenige Männer ließen sich vom Beischlaf abbringen, wenn die Täuschung plötzlich aufgedeckt sei. Anders bei Schokoladen-Weihnachtmännern, die sich beim Entpacken als Osterhasen entpuppen. Fröschle nimmt die Produkttäuschung mit Humor: Sie lasse den Gedanken keimen, dass unter einem Bischofsmantel doch ein Rammler schläft. Mit täuschend echtem Akzent und in konzeptionell stimmiger Doppelripp-Freizeitbekleidung räkelt sich der Schwabe schon mal auf einem Berber-Teppich um heiratswilligen russischen Frauen via Internet passende Offerten zukommen zu lassen.

Universell gebildet

Pantomimisch zeigte Thomas Fröschle den Soundcheck einer fünfköpfigen Band ebenso brüllend komisch wie er zu brasilianischen Rhythmen tanzte und mit der Nürnberger Schere umzugehen wusste. Fröschle gab sich universell gebildet: Er kannte die Antwort auf die philosophische Frage nach dem „freien Willen“ ebenso wie die Ursache dafür, dass es im Playmobil-Sortiment keine Hals-Nasen-Ohren-Ärzte gibt. Mit pragmatischen Argumenten hebelte der Komiker die Verschwörungstheorien über den Strichcode, die Mondfahrt oder die Kornkreise aus.