Radolfzell - „27 Jahre sind genug“ – mit diesen Worten kündigte Oberbürgermeister Martin Staab jetzt den Endausbau der Walter-Schellenberg-Straße im Gewerbegebiet Nord an. So lange wird es tatsächlich gedauert haben, bis die Hauptzugangsstraße in das Gewerbegebiet mit einem richtigen Endbelag versehen wird.

Seit 1992 wurde diese Maßnahme regelmäßig in die Zukunft verschoben. Start zu Bauarbeiten wird im Juli sein. Dann soll innerhalb von rund vier Monaten der gesamte Bereich der Zugangsstraße neu geordnet und frisch geteert sein.

Zeit für einen Endausbau: Die Walter-Schellenberg--Straße im Gewerbegebiet Nord wird nach 27 Jahren des Anbahnens endlich fertig ausgebaut. Bild: Gerald Jarausch
Zeit für einen Endausbau: Die Walter-Schellenberg--Straße im Gewerbegebiet Nord wird nach 27 Jahren des Anbahnens endlich fertig ausgebaut. Bild: Gerald Jarausch | Bild: Jarausch, Gerald

„Um den Zugangsverkehr in der Zeit möglichst wenig zu beeinträchtigen, wird der Asphalt an einem Wochenende aufgebracht“, erläuterte dazu Uwe Negrassus, Abteilungsleiter vom Fachbereich Tiefbau der Stadt. Die deutlich längere Bauzeit ist der langen Vorlaufzeit geschuldet.

„Im Prinzip müssen wir den gesamten Untergrund noch einmal neu machen“, führte er weiter aus. Zudem werden im Randbereich und auf dem Mittelstreifen die Bäume noch einmal neu gesetzt. Die alten hat die Stadt bereits gefällt. Die Kombination von unfertiger Fahrbahn und toten Baumstämmen ergibt derzeit ein entsprechend trostloses Bild an dieser Stelle.

Erd- statt Überlandleitungen

OB Martin Staab möchte zudem unbedingt erreichen, dass die Telekom bis dahin ihre Leitungen, die aktuell noch als Überlandleitungen bestehen, ebenfalls in die Erde verlegt. Für die Maßnahme des Endausbaus hat der Radolfzeller Gemeinderat eine überplanmäßige Ausgabe von 765 000 Euro bereitgestellt.

Eine weitere Veränderung im Bereich des Gewerbegebietes wird die Bewirtschaftung des öffentlichen Parkraums sein. Auf der Westseite des Radolfzeller Innovationszentrums (RIZ) besitzt die Stadt zwei Parkplätze, die seit längerer Zeit aus allen Nähten platzen.

Parkplätze am RIZ sind heiß begehrt

Als Grund dafür sieht die Verwaltung eine Beanspruchung der Parkplätze durch auswärtige Benutzer und Anwohner, für die die Parkflächen eigentlich nicht vorgesehen sind. Der Parkdruck in diesem Bereich habe sich erhöht, stellte der OB fest. Wirtschaftsförderer Frank Perchtold kann das mit Zahlen untermauern. „Wir haben im gesamten Gewerbegebiet mittlerweile über 1200 Mitarbeiter“, sagte er. Nutzer aus der direkten Umgebung sorgen für eine zusätzliche Verknappung der Stellplätze.

Deshalb wird die Stadt Radolfzell die beiden Parkplätze mit jeweils 56 und 55 Stellplätzen ab der 1. Maiwoche bewirtschaften. „Das stößt natürlich nicht nur auf Freude – das ist klar“, sagt der OB. Doch es gibt gute Gründe dafür, mit den Parkgebühren für eine zielgerichtete Nutzung zu sorgen. „Wir sind dazu verpflichtet, für öffentliche Parkplätze zu sorgen“, sagte Martin Staab jetzt bei einem Vor-Ort-Termin mit der Presse.

Stadt bessert Schlaglöcher aus

Staab ist davon überzeugt, dass man mit der Einführung der Gebühren einen ähnlichen Erfolg wie auf dem Messeplatz verbuchen kann. Dort hat man mit der gleichen Maßnahme dafür gesorgt, dass tatsächlich immer freie Parkplätze für Besucher der Innenstadt zur Verfügung stehen.

Und auch sonst bemüht der OB die gleichen Argumente. „Wir schaffen es nicht, das Auto zu verdrängen. Aber wir wollen den Stadtbus fördern und die Leute dazu bewegen, auch vielleicht mal auf das Rad zu steigen“, sagte Staab.

Weil die öffentlichen Parkplätze am RIZ aktuell nicht in einem optimalen Zustand sind, wird der Bauhof diese ab heute sperren und zumindest die bestehenden Schlaglöcher ausbessern. Die kiesgebundene Oberfläche bleibt auch künftig erhalten. Eine Asphaltoberfläche ist nicht vorgesehen. Zudem haben die Parkplätze bereits eine LED-Beleuchtung erhalten, die das Betreten auch in den Abendstunden ermöglichen soll.