Norbert Heizmann ist ein Mann der vielen Register: Er könne ironisch, filigran oder beißend spöttisch sein. So beschreibt ihn seine Bühnenpartnerin Claudia Zähringer in ihrer Laudatio zur Verleihung der Heinrich-Rehm-Medaille an ihn. Beide sind seit vielen Jahren fasnächtliche Bühnenpartner und durch ihre Auftritte bei der Konstanzer Fernsehfasnacht weit über die Region hinaus bekannt.

Doch für Heizmann gelte auch, so Zähringer weiter: „Durch mehr Deutlichkeit erreicht man deutlich mehr Leute.“ Denn: „Den besten Witz man nicht genießt, wenn er sich einem nicht erschließt.“ Und sie erinnerte an einige der Rollen, in die sie und Heizmann schon geschlüpft sind: Romeo und Julia, Gundula Gause und Claus Kleber, Tarzan und Jane. Im zurückliegenden Februar waren sie als Gerlinde und Winfried Kretschmann zu sehen.

„Durch mehr Deutlichkeit erreicht man deutlich mehr Leute.“ Claudia Zähringer, Bühnenpartnerin, in ihrer Laudatio über die Fasnachtsauftritte von Norbert Heizmann
„Durch mehr Deutlichkeit erreicht man deutlich mehr Leute.“ Claudia Zähringer, Bühnenpartnerin, in ihrer Laudatio über die Fasnachtsauftritte von Norbert Heizmann | Bild: Freißmann, Stephan

Heizmann selbst zeigte bei der Verleihung einiges von seiner Fasnachtskunst. Zum Beispiel als er seiner Laudatorin dankte, er habe manches, was sie erzählte, noch gar nicht gewusst: „Vor allem die guten Sachen – über die schlechten hast Du mich ja regelmäßig informiert.“ Dass er als „kleines Würstchen“ so eine große Ehrung bekomme, mache ihn fast ein bisschen verlegen.

Und Spott hatte er auch mitgebracht, etwa in einem Gedicht mit dem Titel Weidmannsdank. Darin gerät ein Jäger in Panik, weil er glaubt, einen Wolf geschossen zu haben. Der Mann sieht sich ruiniert, weil er fortan die Grünen und die Umweltverbände auf seinen Fersen befürchtet. Doch als er sich traute zu schauen, „war die Erleichterung groß, es war ein Nordic Walker bloß“. Und Schlüpfriges zum Zusammenleben von Mann und Frau gab es natürlich auch.

Video: Freißmann, Stephan

In der Nenzinger Rebberghalle wurde die Feier zu einem Stück gelebter Fasnacht. Dazu gehörte auch die Musik, die Heizmann mit Notker Homburger selbst beisteuerte. Mit Thomas Banholzer und gelegentlicher Unterstützung von Heizmanns Sohn Martin tritt die Gruppe sonst als „Eingeborenenmusik vom Bodensee„ auf.

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An die geschätzt 300 Gäste, größtenteils Mitglieder von Narrenzünften, aber auch Landes- und Kommunalpolitiker, spendeten am Ende stehend Applaus. Die Freude über die „große Ehre“ (Heizmann) war dem neuen Medaillenträger anzusehen.

Nach dem Auftritt von Norbert Heizmann spendete das Publikum viel begeisterten Applaus im Stehen.
Nach dem Auftritt von Norbert Heizmann spendete das Publikum viel begeisterten Applaus im Stehen. | Bild: Freißmann, Stephan

Claudia Zähringer plauderte auch aus dem Nähkästchen der gemeinsamen Fasnachts-Werkstatt. Locker zeige sich Heizmann auf der Bühne, sei aber absolut perfektionistisch. Änderungen während der Proben seien normal. Und Meinungsverschiedenheiten gehören auch dazu. „Wenn mir das weibliche Pendant zu Schafsäckl einfällt, erfährst Du es als erste“ – diesen Ausspruch ihres Partners zitiert Claudia Zähringer nach der Veranstaltung.

Ein bisschen Kabbelei gehört dazu

Heizmann widerspricht nicht. Die Kabbelei würden sie pflegen, sagt er nach fast 20 Jahren gemeinsamer Auftritte. Die Texte schreibe er, die Ideen für die Sketche würden sie gemeinsam entwickeln, erzählt der seit zwei Jahren pensionierte Lehrer für Deutsch und Bildende Kunst, der aus Immendingen stammt.

Mit seinem Partner Notker Homburger (rechts) steuerte Norbert Heizmann die Musik zur Feier gleich selbst bei. Beide gehören zur Gruppe „Eingeborenenmusik vom Bodensee“.
Mit seinem Partner Notker Homburger (rechts) steuerte Norbert Heizmann die Musik zur Feier gleich selbst bei. Beide gehören zur Gruppe „Eingeborenenmusik vom Bodensee“. | Bild: Freißmann, Stephan

Und Politik gab es natürlich auch noch. Orsingen-Nenzingens Bürgermeister Bernhard Volk wollte nach eigenen Worten zwar nicht mit näheren Angaben zur Gemeinde langweilen, berichtete in seinem Grußwort aber trotzdem über Flächennutzungs- und Bebauungspläne. Denn Fasnacht erreicht eben oft auch die Kommunalpolitik: Für den Neubau des Fasnachtsmuseums Schloss Langenstein müsse man manches nun ändern. „Fasnächtliches Brauchtum ist in der Gemeinde in diesem Jahr permanent gegenwärtig.“

„Ich mag keine schwarzen Schuh‘“ lautete der Titel eines Liedes von Norbert Heizmann und Notker Homburger – was Heizmann auch gleich praktisch zeigte.
„Ich mag keine schwarzen Schuh‘“ lautete der Titel eines Liedes von Norbert Heizmann und Notker Homburger – was Heizmann auch gleich praktisch zeigte. | Bild: Freißmann, Stephan