Endlich wieder eine Dorffasnacht: Nach der einjährigen Zwangspause waren in Wangen in diesem Jahr wieder die Narren los. Und nicht nur virtuell, sondern die Mitglieder der Narrenzunft Mondfänger vom Untersee feierten gemeinsam auf den Straßen. Der Clou: Auch das Wetter spielte am Schmotzige Dunschtig mit und bescherte den Narren schönsten Sonnenschein.

So habe die ganze Narrenschar zum Rathaus ziehen könne, um dort Ortsvorsteher Bruno Bohner für die Zeit der Fasnacht seines Amtes zu entheben, so eine Mitteilung der Zunft. Versäumnisse, die eine solche Enthebung rechtfertigten, trug Zunftmeister Patrick Willig demnach zuhauf vor. Der Ortsvorsteher habe sich personell verstärkt mit Ortschafts- und Gemeinderat Markus Eiglsperger. Den schickte er als Verteidiger vor.

Eine Ode an das Dorf

Dieser verstand es, Punkte hervorzuheben, bei denen es gut gewesen sei „nünt zu mache“, um negative Entwicklungen nicht zu befördern. Als Beispiel nannte er große Hotelbaupläne. Bohner hatte noch einen weiteren Verteidiger: Bruno Epple.

Er brachte in einem Gedicht sehr anschaulich zum Ausdruck, was Wangen alles ausmacht, so zum Beispiel mit den Zeilen: „Wo der Sommerwind zärtlich mit Weiden plaudert und das Schilf unter Frühlingsföhn erschaudert, wo Nüsse und Kirschen dein Leben versüßen und Schweizer Berge herüber grüßen, wo am Himmel dir lauter Geigen hangen: da ist Wangen“.

Narreneltern lassen sich von Dichter trauen

Die Narren ließen sich aber nicht einschüchtern und brachten weitere Anklagepunkte vor. So habe Bruno Bohner bei der letzten Narrenelterntrauung noch nicht den nötigen Lehrgang abgeschlossen gehabt. Da er dies mittlerweile nachgeholt habe, waren die Mondfänger aber bereit, ihn nach Übergabe der Rathausschlüssel erneut die Trauung vornehmen zu lassen.

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Die Narreneltern Herbertine und Max zierten sich zwar zunächst noch etwas, doch dann gaben sie sich unter lautem Beifall der Zuschauer das Ja-Wort. Musikalisch umrahmt wurde dies alles von der Narrenmusik der Mondfänger. Verstärkung erhielten sie dabei von Musikern aus Fautenbach.

Spiele nehmen Corona auf die Schippe

Auch die ortsansässigen Handwerker wurden im Freien kontrolliert und verstanden es, die Narren zu bewirten. Ein besonderer Höhepunkt war laut Mitteilung die Impf-Mampfstation bei der Firma Schnur. Diese hatten sich besondere Spiele ausgedacht, die die aktuelle Corona-Situation auf die Schippe nahmen.

So galt es beim Schnelltest, die Geschwindigkeit zu beweisen, genauso wie beim Zuckerwürfelschlagen, und die Zielgenauigkeit war beim Boostern mit Dart-Impfpfeilen gefragt.

Narrenbaumstellen wird zur Herausforderung

Und auch das Narrenbaum-Stellen durfte am Schmotzige Dunschtig nicht fehlen. Den stellten die Holzer, was ihnen trotz des aufkommenden Windes gelang. Die große Freude an der endlich wieder möglichen Dorffastnacht war allen Beteiligten den ganzen Tag anzumerken, so die Mitteilung. (pm)