Der bislang in Untersuchungshaft sitzende Familienangehörige wurde wieder entlassen, wie sein Verteidiger Peter Messmer gegenüber dem SÜDKURIER mitteilt. Nicht zuletzt aufgrund seiner Initiative konnte der Haftbefehl aufgehoben werden. "Wir wussten von geschäftlichen Kontakten des Opfers mit einem Mann aus der Stockacher Asylbewerberunterkunft", erklärt der Singener Anwalt. Sein Mandant hätte von Anfang an betont, seinen Vater nicht umgebracht zu haben.

"Wir sind jeder Spur nachgegangen"

Ob dies die entscheidende Spur für die Ermittler war, kann Polizeisprecher Markus Sauter nicht sagen. Aber: "Intensive Ermittlungen, umfangreiche kriminaltechnische Arbeiten, sowie eine Fülle von operativen Maßnahmen der zeitweise über 50-köpfigen Sonderkommission, die nach dem Tötungsdelikt in Mühlhausen-Ehingen vom Polizeipräsidium Konstanz bei der Kriminalpolizeidirektion Friedrichshafen eingerichtet wurden, haben jetzt zur Festnahme eines anderen dringend Tatverdächtigen geführt", so Sauter in der Pressemitteilung. Sorgfältig habe man im gesamten Umfeld des 56-Jährigen ermittelt. Der Mann war Mitte Mai von seiner Vermieterin mit schwersten Kopfverletzungen tot in seiner Wohnung in Mühlhausen-Ehingen (Kreis Konstanz) aufgefunden worden. "Wir sind jeder Spur nachgegangen", so Sauter gegenüber dem SÜDKURIER.

Eine Fährte hat zu einem 25-jährigen Pakistani aus dem Umfeld des getöteten 56-Jährigen geführt. Bei den weiteren Nachforschungen und durch die Untersuchungsergebnisse des kriminaltechnischen Instituts beim Landeskriminalamt ist er in den Fokus der Ermittler gerückt. Er konnte, wie es in der Pressemitteilung heißt, nach entsprechendem Rechtshilfeersuchen der Staatsanwaltschaft und Erlass eines europäischen Haftbefehls von der spanischen Polizei bei Bilbao festgenommen werden.

Beschuldigter hat umfangreiches Geständnis abgelegt

Der Beschuldigte, der sich unmittelbar nach der Tat in Richtung Spanien abgesetzt haben soll, sei inzwischen von Beamten der Sonderkommission in Madrid abgeholt und am Donnerstagabend dem Haftrichter vorgeführt worden. "Dieser hat gegen den 25-jährigen Beschuldigten, der ein umfangreiches Geständnis ablegte, die Untersuchungshaft angeordnet", erklärt Andreas Mathy als Sprecher der Staatsanwaltschaft. Bei Vernehmungen habe sich der neue Tatverdächtige geständig gezeigt und sich als Alleintäter bezeichnet.

Der dringende Tatverdacht gegen den bereits festgenommenen und inhaftierten 37-jährigen Familienangehörigen sei so entkräftet worden. Er wurde aus der Untersuchungshaft entlassen und auf freien Fuß gesetzt. Abgeschlossen seien die Ermittlungsarbeiten dabei keineswegs, so Sauter: Die weiteren Ermittlungen und Spurenauswertungen dauern nach wie vor an.