Die Ausstattung der Computeria der PC Senioren im Kellerraum in der Schule in Mühlhausen kann sich sehen lassen. „Wir haben Mac, Windows von sieben bis zehn und zur Not Windows XP, einen Scanner und einen Tintenstrahldrucker“, sagt Ekkehard Stihl nicht ohne Stolz. Horst Minge fügt gleich hinzu: „Zwei Rechner sind gesponsert, die anderen haben wir uns selbst erarbeitet.“ Die PC Senioren sind ein Bereich im Seniorenarbeitskreis Mühlhausen-Ehingen, seit 2012 unterstützen sie ältere Menschen im Umgang mit Computern.

Welche Bereiche sich die Computeria vornimmt

Internet und Computer, Handy oder Smartphone sind heute im Alltag unverzichtbar. Um Senioren bei der Nutzung der digitalen Technik Hilfestellung zu geben, fanden sich versierte Ehrenamtliche zusammen, die vom Schreibprogramm bis zur Bearbeitung von Bildern und Videos alle Bereiche abdecken.

Ein eingespieltes Pädagogen-Team

Horst Minge (69) und Ekkehard Stihl (72) sind seit Bestehen der PC Senioren im Team der Ehrenamtlichen und geben ihre Kenntnisse an Einsteiger und Fortgeschrittene weiter. Beide haben während ihrer Berufszeit schon mit Computern gearbeitet und sich auch in der Freizeit in die Materie eingearbeitet. Ekkehard Stihl hatte privat schon Kurse mitgemacht, bevor Rechner in der Firma zum Einsatz kamen. Horst Minge als versierter Techniker hat sich seinen ersten Computer sogar selbst gebaut und gab in seiner Firma auch Kurse für Mitarbeiter bestimmter Aufgabengebiete.

Wie man digitale Kenntnisse am besten vermittelt

Ekkehard Stihl hatte im Januar 2012 bei der Veranstaltung zur Gründung eines Seniorenarbeitskreises teilgenommen, in der die Gemeinde Senioren suchte, die sich einbringen möchten. Alexander Kentischer hatte den Vorschlag eingebracht, eine Computer-Abteilung anzubieten. „Die Frage kam auf, ob jemand überhaupt das Wissen seniorengerecht übermitten kann“, blickt Stihl zurück. Die Frage war berechtigt, es braucht Einfühlungsvermögen. Ekkehard Stihl sagt: „Wenn Enkel es erklären, reicht es den meisten Senioren nicht aus, sie können Neues nicht mehr so schnell aufnehmen.“

Erste mühsame Anfänge

Mit Edwin Häufle, Hermann Berner, Cordula Stihl und Werner Ulbrich kamen weitere Ehrenamtliche dazu, und so ging kurz nach Gründung des Seniorenarbeitskreises auch die Abteilung PC Senioren an den Start. Die ersten Kurse fanden im Computerraum der Schule in Mühlhausen statt, zur Verfügung stand ein Rechner mit dem Betriebssystem XP. „Das war ein Spagat für beide Seiten, die Teilnehmer und wir hatten schon Windows 7“, denkt Stihl an die Anfänge zurück. Ein halbes Jahr später stellte die Gemeinde den PC-Senioren einen eigenen Raum im Kellergeschoss der Schule zur Verfügung.

Verstehen kann man's eher in kleinen Gruppen

Stihl und Minge betonen, dass es vorrangig um das Vermitteln von Wissen geht. Aber anders als in der Volkshochschule beantworteten sie Fragen der Teilnehmer so lange, bis der Inhalt verstanden sei. Nach den ersten Kursen habe sich schnell herausgestellt, dass zehn Teilnehmer eine zu große Anzahl war. „Wir haben gemerkt, dass wir mit so vielen Leuten gar nicht durchkommen“, sagt Horst Minge. Heute sind in den Gruppen zwei bis drei Teilnehmer, auch Einzelunterricht ist möglich.

Wie nutzt man eigentlich einen Fahrplan im Internet?

Neben Einsteigern kämen auch Senioren, die schon in unterschiedlichen Betriebssystemen erste Erfahrungen gemacht, aber dennoch Schulungsbedarf haben. Horst Minge und Ekkehard Stihl kennen sich in allen Betriebssystemen aus. Sie vermitteln ihre Kenntnisse über Grundlagen in den Office-Programmen, vermitteln eine praxisbezogene Nutzung des Internets etwa für Telefonbuch oder Fahrpläne und das Einrichten einer E-Mail Adresse. Beide freuen sich über Teilnehmer, die ihr Wissen vertiefen wollen.

200 Teilnehmer an den Kursen

Stihl und Minge sind seit sechs Jahren bei den PC Senioren und gehen mit Spaß an die Sache. Seit Eröffnung der Computeria fanden zahlreiche Kurse statt. Als ein Bereich des Seniorenarbeitskreises verbuchen die PC Senioren rund 200 Teilnehmer im Jahr, 250 Personen zählen zum festen Stamm. Horst Minge erzählt von einer 80-Jährigen, die nie mit einem Computer zu tun hatte, zu den PC Senioren kam und dabei geblieben ist. „Heute freut sie sich, dass sie mit ihren Kindern mailen und Bilder verschicken kann“, erzählt er. Eine andere Einsteigerin kaufte sich erst einen Laptop, dann ein Smartphone und sei heute fit in allen Belangen. Für Ekkehard Stihl und Horst Minge kommt viel zurück, die Freude der Teilnehmer gebe ihnen Bestätigung. „Wir sind das Sprungbrett in die digitale Welt“, sagen beide und, dass sie sich über jüngere Ehrenamtliche in ihren Reihen freuen würden.