Weil die Gemeinde Moos nun rasch Unterkünfte für Flüchtlinge bereitstellen muss, hat sich der Gemeinderat für eine Containerlösung ausgesprochen. Voran ging eine Diskussion, die unter anderem ein generelles Umdenken in der Baupolitik thematisierte.

Gerade einmal bis zum Monatsende hat die Gemeinde Moos jetzt Zeit, dem Landratsamt eine Lösung für die Unterbringung von Flüchtlingen in Moos zu präsentieren. Insgesamt 60 Personen soll die Gemeinde nach dem Vergabeschlüssel aufnehmen. Aktuell sind gerade einmal 28 Personen in den vier Ortsteilen wohnhaft.

Die Unterbringung: Sechs Möglichkeiten

In der jüngsten Ratssitzung stellte Kämmerer Sven Leibing sechs Varianten vor, wie die Flüchtlinge in Moos untergebracht werden könnten. Sie reichten von einem Mehrfamilienhaus-Neubau im Neubaugebiet Eichweg III bis hin zu dezentralen Wohncontainern auf verschiedenen privaten und gemeindeeigenen Standorten.

Die Varianten waren notwendig geworden, nachdem die mittlerweile jahrelange Suche nach privaten Unterkünften oder Grundstücken erfolglos geblieben war (der SÜDKURIER berichtete). Durch den jüngsten Aufruf im Gemeindeblatt und die Thematisierung in dieser Zeitung ergaben sich zwei mögliche Privatstandorte.

Bürgermeister Patrick Krauss war der Unmut über die Zurückhaltung seiner Bürger ein weiteres Mal anzumerken: „Wir haben so viele Ängste in der Gemeinde, wodurch die Bereitschaft zu helfen sinkt“, stellte er fest. Dabei würde die Unterbringung der Flüchtlinge inmitten der Bevölkerung seiner Meinung nach die beste Integration darstellen.

Neubauten wären teuer

Auch die übrigen Ratsmitglieder favorisierten die dezentrale Schaffung von Wohnraum.

Der Preis dafür ist im wahrsten Sinne des Wortes hoch: Der Bau von klassischen Wohngebäuden würde die Gemeinde 3 bis 3,8 Millionen Euro kosten. Trotz dieses Preises favorisierten einige wenige Gemeinderäte diese Lösung: „Das ist am Ende die günstigste Variante“, erklärte Irmhild Kalkowski (RGL).

Eine kostengünstigere Umsetzung wären Wohncontainer, die mit 560 000 bis 739 000 Euro zu Buche schlagen würden. Quer durch die Fraktionen gefiel diese Möglichkeit den meisten: „Ich sehe keine andere Lösung als die Container“, so Frank Riester (UWV). Anton Bandel (CDU)csagte: „Mit den Containern bleiben wir flexibel.“

Containerlösung wäre dezentral und temporär

Weil Kämmerer Sven Leibing betonte, dass der Gemeinde nach den zuletzt realisierten Großprojekten Sporthalle und Kindergartensanierung keine finanziellen Mittel mehr zur Verfügung stünden, sprach sich die große Mehrheit der Ratsmitglieder für die Containerlösung aus. Der Ratsbeschluss sieht eine möglichst dezentrale, temporäre Umsetzung mit Containern auf privaten und/oder gemeindeeigenen Grundstücken vor.

Dass die Diskussion um die Baupolitik damit nicht am Ende ist, machte Frank Riester deutlich. Man müsse an der Wohnungspolitik generell etwas ändern: „Wir brauchen langfristig mehr Mehrfamilienhäuser“, forderte er.

 

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