Sie sind derzeit zwar kaum sichtbar. Doch wenn sie gebraucht werden, sind sie da. Die Mitarbeiter der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft DLRG. Da die Strandbäder im Moment offiziell geschlossen, aber nicht gesperrt sind, dürfen auch die Lebensretter dort keinen Präsenzdienst machen.

Clemens Menge präsentiert einen Rettungskoffer mit den neuesten Rettungsmitteln.
Clemens Menge präsentiert einen Rettungskoffer mit den neuesten Rettungsmitteln. | Bild: Schuler, Andreas
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„Unsere besten Erfolge hatten wir eigentlich immer dann, wenn wir vor Ort waren und direkt die Situationen entschärfen konnten“, sagt Clemens Menge, Vorsitzender der Konstanzer Ortsgruppe.

Clemens Menge.
Clemens Menge. | Bild: Schuler, Andreas

„Doch auch im Hintergrund haben wir alles vorbereitet und sind in Bereitschaft, können jederzeit Einsätze starten.“

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Gar nicht erst den Eindruck vermitteln, im Dienst zu sein

Die Boote dürfen noch nicht neben dem Beobachtungshäuschen am Hörnle liegen, „denn das würde den Eindruck vermitteln, dass ein Wachdienst vor Ort ist. Doch das ist uns derzeit verboten“. Sie sind in der Garage bei den Umkleidekabinen geparkt und wären im Notfall in wenigen Minuten auf dem Wasser.

Clemens Menge (rechts) und Peter Augustyniak vor der Garage im Bereich der Umkleidekabinen im Hörnle. Die Rettungsboote sind jederzeit einsatzbereit – die Retter auch.
Clemens Menge (rechts) und Peter Augustyniak vor der Garage im Bereich der Umkleidekabinen im Hörnle. Die Rettungsboote sind jederzeit einsatzbereit – die Retter auch. | Bild: Schuler, Andreas

„Wir haben alle Vorkehrungen getroffen: Tank aufgefüllt, Motoren gewartet, medizinische Ausstattung kontrolliert und erneuert“, erklärt Einsatzleiter Peter Augustyniak.

Peter Augustyniak.
Peter Augustyniak. | Bild: Schuler, Andreas

Aufgrund der Pandemie mussten sich die Lebensretter eindecken mit Schutzmasken und Desinfektionsmitteln. „Das haben wir zwar sonst auch, doch nun benötigen wir mehr davon“, erzählt Peter Augustyniak.

FFP2-Masken für die Retter, OP-Masken für die Familienangehörigen der Personen in Not.
FFP2-Masken für die Retter, OP-Masken für die Familienangehörigen der Personen in Not. | Bild: Schuler, Andreas

Menschen im See trotz des Verbots? „Das ist unvernünftig“

Während des Gesprächs mit dem SÜDKURIER gehen zahlreiche Menschen am Hörnle baden – trotz des Badeverbots. „Das ist unvernünftig“, sagt Clemens Menge. „Im vergangenen Jahr sind hier einige Menschen verunglückt. Da kann man sich vorstellen, dass die Chancen eines Ertrinkenden schlecht stehen, wenn wir nicht hier sind.“

Im Häuschen wartet dieses Gerät mit Desinfektionsmittel auf seinen Einsatz.
Im Häuschen wartet dieses Gerät mit Desinfektionsmittel auf seinen Einsatz. | Bild: Schuler, Andreas

Im Normalfall, also wenn die Bäder nicht geschlossen sind, ist der DLRG-Posten im Strandbad Hörnle am Wochenende besetzt. „Derzeit ist also die Situation wie sonst nur unter der Woche“, so Clemens Menge. „Am Wochenende passiert rund drei- bis viermal so viel wie von Montag bis Freitag.“

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Das Badeverbot gilt laut Landesverordnung noch mindestens bis zum 14. Juni. Diese Regelung sehen die beiden Lebensretter kritisch: „Wenn die Menschen hier nicht baden können, dann tun sie das an wilden Stellen am Rhein, wo das Wasser kälter und die Strömung stärker ist. Außerdem wird es dort sofort tief. Dort ist die Gefahr größer, das Schwimmen deutlich gefährlicher.“