Für die Stadt Konstanz gibt es wegen der Bausubstanz in der Altstadt so gut wie keine Möglichkeiten für die Gewährleistung der Sicherheit von Passanten. Wie berichtet waren in der Nacht zum Samstag, 18. Juni, in der Hussenstraße Gesteinsbrocken vom Dachüberhang des denkmalgeschützten Hauses auf die Straße gefallen.

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Nur wenige Stunden zuvor fand hier im Rahmen einer Geschäftseröffnung eine Feier statt, wobei nach Angaben des Geschäftsinhabers just an der Absturzstelle mehrere Menschen gestanden haben sollen. Nach seiner Einschätzung bestand durch die Größe der Dachteile eine Gefahr für Leib und Leben.

Sache des Eigentümers und Mieters

Wie die Stadtverwaltung auf SÜDKURIER-Anfrage mitteilte, werden eventuelle Schäden durch das Privat- und nicht durch das Baurecht geregelt. Das heißt, dass die Verantwortung entweder beim Vermieter oder Mieter liegt. Die Stadt bleibt demnach außen vor, wobei es keine Rolle spielt, dass das Personenaufkommen in der Hussenstraße als Einkaufsstraße hoch ist. Die Altstadt-Lage beziehungsweise die Tatsache des Denkmalschutzes ändert laut Stadtverwaltung nichts an der Verantwortung und der Verkehrssicherungspflicht.

Ein großes Stück Fassade stürzt wenige Stunden nach der Eröffnung des Vintage-Ladens vom Dachüberhang des Gebäudes in der Hussenstarße ...
Ein großes Stück Fassade stürzt wenige Stunden nach der Eröffnung des Vintage-Ladens vom Dachüberhang des Gebäudes in der Hussenstarße 18. Ladenbesitzer Angel Eisen hält ein Stück davon in der Hand. | Bild: Hanser, Oliver

Abgeklärt wurden vom Rathaus ferner etwaige Möglichkeiten zur Einflussnahme auf die Eigentümer der Häuser in der Altstadt. Die gibt es nicht, weshalb man nach dem Vorfall auch nicht auf die Eigentümerin zugegangen sei. Übrigens hatte Stadt über Handwerker von dem Zwischenfall erfahren, der auch schwerwiegende Folgen hätte haben können.

Mitarbeiter der Baufirma waren am Montag, 20. Juni, auf die das Baurechts- und Denkmalamt zugegangen, nachdem sie den Auftrag zur Beseitigung der Schäden am Dach des Gebäudes in der Hussenstraße erhalten hatten. Nach Erledigung der Arbeiten, die in der Beseitigung loser Teile und der Anbringung eines Sicherheitsgitters bestand, lag lediglich die die Freigabe der Baustelle in der Verantwortung der Stadt. Diese wurde noch am gleichen Tag erteilt, sodass der Geschäftsinhaber gegen 14 Uhr wieder eröffnen konnte.