Wegen des ersten Lockdowns vor fast einen Jahr musste des TC seinen Spielbetrieb in der Traglufthalle einstellen. Die Folgen der damaligen Corona-Verordnung waren erheblich. Da waren zum einen die fehlenden Einnahmen aus dem Spielbetrieb, Turniere kommen nicht veranstaltet werden und Kinder und Jugendliche mussten auf Tennis verzichten.

Auf rund 55.000 Euro beziffert die Vorsitzende das Defizit. Kosten für das Jahr 2021 und jährliche Kosten wie Darlehen und Versicherungen seien darin noch nicht eingerechnet. Das wären dann noch einmal gut 50.000 Euro.

Neues aus dem Sportausschuss des Gemeinderates

Zum anderen konnte wegen der damals geltenden Corona-Verordnung die Traglufthalle nicht abgebaut werden. 30 Personen auf engem Raum, um die mehrschichtige Hülle zusammenzurollen, waren nicht machbar. Im Sommer zerbröselte dann förmlich aufgrund der heftigen Sonneneinstrahlung die äußere Schutzschicht. Die Halle war nie für einen Sommerbetrieb vorgesehen.

Die Traglufthalle des TC Dettingen-Wallhausen hat sichtlich gelitten. Während die Außenhülle durch einen kräftigen Regen weitgehend sauber wird, muss innendrin erheblich mehr geputzt werden.
Die Traglufthalle des TC Dettingen-Wallhausen hat sichtlich gelitten. Während die Außenhülle durch einen kräftigen Regen weitgehend sauber wird, muss innendrin erheblich mehr geputzt werden. | Bild: Nikolaj Schutzbach

Im September dann der nächste Schock: Der Tennisclub hatte gerade die Traglufthalle für den kommenden Herbst- und Winterbetrieb hergerichtet, da stach und schnitt nachts ein Unbekannter mehrere Löcher in die Hülle. Diese konnten vorübergehend mit Panzerband geflickt werden. Eine fachmännische Reparatur wäre erst wieder im Frühjahr möglich gewesen, wenn die Halle zur sommerlichen Einlagerung abgebaut worden wäre.

Maßnahmen konnten Traglufthalle nicht retten

Bevor es dazu kam, passierte etwas, das das Schicksal der Halle beinahe besiegelt hätte: Im Januar fielen binnen weniger Stunden 30 Zentimeter und mehr Neuschnee. Die Verantwortlichen waren durch die Wettervorhersage gewarnt, wie Anneliese Bek-Frick dem SÜDKURIER erklärte. „Der Schneeschalter wurde betätigt“, erläuterte sie. Dieser bewirkt, dass der Luftdruck und die Innentemperatur aus Maximalwerte erhöht werden.

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Allein dies reichte nicht aus, der Schnee schmolz nicht schnell genug: Die Last vergrößerte sich so weit, dass die Halle förmlich in die Knie ging. Beim Auftreffen auf einen der Netzpfosten riss die Innenhaut. Um weitere Schäden zu vermeiden, räumten die Mitglieder die Halle weitgehend leer und ließen die Hülle schließlich ab.

Ende vergangener Woche konnte sich Florian Bettinger einen Eindruck von den Schäden machen. Erst das trockene Wetter über mehrere Tage hinweg ermöglichte eine Grobreinigung. Vereinsmitglieder pumpten mindestens 75.000 Liter (etwa drei Tanklastwagen voll) Wasser ab.

Nicolas Siebler, Martina Rauch, Susie Kurpisch, Sebastian Weber, Pia Philipp und Sibylle Neher-Peter sind mit unterschiedlichen Arbeiten in der Traglufthalle des TC Dettingen-Wallhausen befasst.
Nicolas Siebler, Martina Rauch, Susie Kurpisch, Sebastian Weber, Pia Philipp und Sibylle Neher-Peter sind mit unterschiedlichen Arbeiten in der Traglufthalle des TC Dettingen-Wallhausen befasst. | Bild: Nikolaj Schutzbach

In schattigen Bereichen fanden sich sogar Eisreste. Der Geschäftsführer des Herstellers Hupfauer verklebte den knapp zehn Meter langen Riss. Der Belastungsprobe hielt er stand, wie Bek-Frick berichtete. Auch die Vandalismus-bedingten Schnitte an der Innenhaut verklebte Bettinger.

Schadenshöhe kann nicht nicht beziffert werden

Inzwischen ist die Halle abgebaut. Aber die Folien sind immer noch nass. Die Rollen werden erst einmal stehend gelagert, damit das Wasser ablaufen kann, wie die Vereinsvorsitzende berichtet. Zur Schadenshöhe könne sie noch keine Angaben machen, da der Hersteller seine Kalkulation noch nicht beendet habe.

Wann genau der Tennisclub seinen Spielbetrieb wieder aufnimmt, kann Anneliese Bek-Frick noch nicht genau sagen. In den kommenden zwei Wochen würden die Mitglieder die üblichen Saisonarbeiten vornehmen. Da sie Tennis als weitläufige Sportart ansieht, rechnet die Vorsitzende damit, dass mit einem ausgefeilten Hygienekonzept bald wieder gespielt werden kann.

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