Norbert Wannenmacher von Ciclo, einem Aktionsbündnis, das sich in Konstanz und Kreuzlingen unter anderem für die Verbesserung der Radwege einsetzt, zeigt sich erfreut über das Ende der Sperrung. Radler mussten über die Spanierstraße, die Radbrücke und die Schottenstraße fahren, um in die Altstadt zu gelangen. „Ich fand diesen Umweg eine Zumutung. Einem Autofahrer würde man so etwas nie zumuten“, sagt er nachdrücklich.

Zusammen mit weiteren Mitstreitern setzt sich Ciclo für eine Fahrradspur auf der Fahrbahn ein. Wannenmacher verweist auf einen Gemeinderatsbeschluss aus dem Jahr 2014, der bis heute nicht im Ansatz umgesetzt sei. Bei mehreren Aktionen habe sich gezeigt, dass es möglich gewesen wäre, eine geschützte Radspur einzurichten und somit lange Umwegfahrten zu vermeiden. „Auch die Busse wären am Brückenkopf Süd um die Kurve gekommen, wie es sich gezeigt hat“, betont Wannenmacher.

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Verärgert äußert sich der leidenschaftliche Radfahrer auch über Dauer der Bauarbeiten, die Mitte September begonnen wurden. In einer Mitteilung des städtischen Pressebüros war damals zu lesen, dass die Arbeiten – abhängig von der Witterung – voraussichtlich bis Januar dauern sollten.

Der stellvertretende Leiter Michele Lagrutta und Bauleiter Dirk Meyer vom Tiefbauamt erläutern, wie es dazu kam, dass es schließlich Mai wurde. Im Dezember habe es einen Corona-Fall bei einer der beteiligten Firmen gegeben. Daher musste der Baustellenbetrieb vorübergehend eingestellt werden.

Bauleiter Dirk Meyer und der stellvertretende Leiter Michele Lagrutta vom Tiefbauamt knien vor einem der beiden Kanalschächte auf dem Radweg beim Brückenkopf Süd der alten Rheinbrücke und freuen sich auf den baldigen Abschluss der Bauarbeiten und die Freigabe des Radweges.
Bauleiter Dirk Meyer und der stellvertretende Leiter Michele Lagrutta vom Tiefbauamt knien vor einem der beiden Kanalschächte auf dem Radweg beim Brückenkopf Süd der alten Rheinbrücke und freuen sich auf den baldigen Abschluss der Bauarbeiten und die Freigabe des Radweges. | Bild: Nikolaj Schutzbach

„Im Januar und Februar hat es vier Wochen lang geregnet“, berichtet Dirk Meyer. Zudem brauche es bei einigen Fahrbahnschichten eine Mindesttemperatur, die auch noch über mindestens 24 Stunden lang erreicht werden müsse, erläutert Lagrutta. „Wir haben dann damit in der Karwoche begonnen“, berichtet Meyer.

Neben der Rampe wurde auch der Abwasserkanal in diesem Bereich saniert. Und da kam es dann zu einigen unliebsamen Überraschungen, die auch Zeit gekostet haben. So führte die Entwässerung der alten Rampe gewissermaßen ins Nirgendwo. Das Wasser versickerte einfach.

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Ähnlich war es auch mit den Einlaufschächten der Fahrbahn. Dies sei so nicht aus den vorhandenen Plänen zu erkennen gewesen, versichern Lagrutta und Meyer. Und dann sei noch der eigentlich geplante Ort für einen Kanalschacht durch die Stadtwerke genutzt worden. Dies machte eine Umplanung erforderlich.

Die Facharbeiter für Straßenbau Fabian Groß und Grigore Liviu legen letzte Hand an den Bodenbelag. An den Rändern müssen die fehlenden Steine eingepasst werden.
Die Facharbeiter für Straßenbau Fabian Groß und Grigore Liviu legen letzte Hand an den Bodenbelag. An den Rändern müssen die fehlenden Steine eingepasst werden. | Bild: Nikolaj Schutzbach

Wer jetzt aus der Ferne auf die Rampe blickt, hat den Eindruck, auf ein völlig neues Bauwerk zu blicken. Neu sind unter anderem die Betoneinfassungen, die Geländer und die Fahrbahn. Bauliche Verbesserungen gibt es vor allem am oberen Ende der Rampe. Das einstmals rechtwinklige Eck ist nun abgerundet.

Dies gefällt auch Norbert Wannenmacher, der sich über den Komfortgewinn freut. Sicherer ist auch der Übergang an der dortigen Dehnungsfuge geworden. Sie ist auf das notwendige Maß von wenigen Zentimetern geschrumpft. Laut Lagrutta war der alte Übergang glatt und habe immer wieder zu Unfällen geführt.

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