Thomas Stegmann, Leiter des Hochbauamtes der Stadt Konstanz, der für die Planung verantwortlich zeichnet, ist zufrieden. Der Konzil-Vorplatz ist genauso geworden, wie er es sich vorgestellt hatte.

Das seeseitige Entrée und beliebter Treffpunkt für Einheimische und Gäste ist endlich aufgewertet und bietet ein Plus an Aufenthaltsqualität. Die Kosten belaufen sich auf 150.000 Euro.

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Baubürgermeister Karl Langensteiner-Schönborn ist froh und erleichtert, dass die scheinbar unendliche Geschichte nun doch einen höchst erfreulichen Ausgang genommen hat.

Zur Einweihung des Konzil-Vorplatzes hat er eine Skizze mitgebracht: Das Wettbewerbs-Ergebnis anno 2012. Die Umsetzung hätte damals eine Million Euro gekostet, für eine reine Freifläche mit wassergebundener Decke ohne Brunnen.

Direkt ausprobiert (von links): Hochbauamtsleiter Thomas Stegmann, der für die Planung verantwortlich zeichnet, Baubürgermeister Karl Langensteiner Schönborn und Herbert Munjak, Leiter der Technischen Betriebe der Stadt Konstanz.
Direkt ausprobiert (von links): Hochbauamtsleiter Thomas Stegmann, der für die Planung verantwortlich zeichnet, Baubürgermeister Karl Langensteiner Schönborn und Herbert Munjak, Leiter der Technischen Betriebe der Stadt Konstanz. | Bild: Scherrer, Aurelia

Langensteiner-Schönborn ist froh, dass diese Variante nicht umgesetzt wurde, denn die jetzt realisierte Planung von Thomas Stegmann „ist ästhetisch und nachhaltig. Es ist ein Aufenthaltsort für Einheimische und Gäste“ und leiste mit den Staudenbeeten einen Beitrag zur Biodiversität, laudiert er die Arbeit seines Amtsleiters.

Geringe Kosten, hoher Freizeitwert

Dass die Umgestaltung so kostengünstig ist, hat mehrere Gründe: Planungskosten entfielen, weil Thomas Stegmann das Konzept erarbeitet hatte, und er gleichsam darauf bedacht war, die Konstruktion so einfach wie möglich zu halten, um damit ebenfalls Geld zu sparen.

Mit dem neuen Konzil-Vorplatz erweist der Planer der Geschichte des historischen Ortes seine Referenz, denn er übertrug die mittelalterliche Nutzung in eine zeitgemäße Formensprache.

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Direkt an die Wiese angrenzend in Richtung Konzilgebäude wurden vier trapezförmige Staudenbeete mit insgesamt 130 Quadratmetern Fläche angelegt, die an die einstige Nutzung als Lagerplatz für Güter erinnern.

Wohlwissend, dass manche Bürger mit der Optik nicht zufrieden sind, erklärt Herbert Munjak, Leiter der Technischen Betriebe der Stadt Konstanz: „Stauden brauchen etwa drei Jahre, um sich zu entwickeln. Dann werden sie den Boden überdecken.“

Auszubildende der Insel Mainau GmbH und der Technischen Betriebe Konstanz (TBK) machten im Flühling 2020 gemeinsame Sache und bepflanzten die vier bereits vorbereiteten Staudenbeete zwischen Konzil und Wiese.
Auszubildende der Insel Mainau GmbH und der Technischen Betriebe Konstanz (TBK) machten im Flühling 2020 gemeinsame Sache und bepflanzten die vier bereits vorbereiteten Staudenbeete zwischen Konzil und Wiese. | Bild: Scherrer, Aurelia/Sk-Archiv

Bei dem Boden handle es sich mitnichten, wie von vielen gemutmaßt wird, um Schotter, sondern um Substrat, das Unkrautbildung verhindere. Für die Bepflanzung zeichnet Markus Zeiler, Gartenbaudirektor der Insel Mainau, verantwortlich.

Wichtig war ihm nicht nur die Optik, sondern auch die Sinnhaftigkeit der Bepflanzung. Er wählte zum einen robuste Pflanzen, die im Sommer der direkten Sonneneinstrahlung Stand halten, und zum anderen Insekten als Nahrungsquelle dienen. „Die richtige Antwort“, konstatiert Karl Langensteiner-Schönborn im Hinblick auf die aktuellen Themen, wie Klimaschutz, Biodiversität und Nachhaltigkeit.

Neuer Baum auf dem Platz gepflanzt

Ein platzprägender Baum wurde nun mit einer Eiche gepflanzt. „Es gab früher mehrere große Bäume auf diesem Platz“, erläutert Thomas Stegmann. Ein Baum sei wichtig, um den Raum einzufassen. Was einfach scheint, war dennoch aufwendig.

Aufgrund des suboptimalen Untergrunds – es handelt sich um künstliches Auffüllmaterial – wurden 100 Kubikmeter Boden ausgetauscht und 30 Kubikmeter Baumsubstrat eingebracht, erläutert Herbert Munjak und fügt an: „Es ist ein sehr guter Durchwurzelungsbereich geworden.“

Am Osterwochenende nutzten zahlreiche Besucher das neue Holzdeck vor dem Konzil für eine kleine Auszeit in der Sonne.
Am Osterwochenende nutzten zahlreiche Besucher das neue Holzdeck vor dem Konzil für eine kleine Auszeit in der Sonne. | Bild: Schuler, Andreas

„Es war ein langer Weg mit verschiedenen Entwürfen“, erinnert sich auch Thomas Stegmann. „Ich bin froh, dass die alten Brunnen weithin zum Einsatz kommen.“ Wasser, da sind sich alle drei Herren einig, sei ein wichtiges gestalterisches Element, das nicht zuletzt auch der Aufenthaltsqualität diene.

Die Brunnenbecken wurden erhalten, lediglich die Technik ergänzt, so Stegmann. In Kürze werde noch eine Beleuchtung mit neuester LED-Technik installiert, sodass die Brunnen in unterschiedlichen Farben indirekt illuminiert werden können.

Holzdeck lädt zum Verweilen ein

Die Brunnen wurden nun mit einem 120 Quadratmeter großen Holzdeck – verwendet wurde die robuste europäische Holzart Robinie – eingefasst. Um die Sicherheit zu gewährleisten, wurden die runden Brunnenöffnungen unter dem Wasserspiegel mit Schutzgittern versehen.

Auf die Idee mit dem Holzdeck ist Thomas Stegmann ebenfalls beim Studium der Geschichte des Platzes gekommen. Bei der Konzeption hatte er Holzlager der Vergangenheit im Sinn. Wichtig war ihm, die Grundkonstruktion so einfach wie möglich zu halten, um Kosten zu sparen.

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Der Clou an der Konzeption ist die „Faltung“, wie Thomas Stegmann sagt. Statt einer ebenen Fläche hat er unterschiedliche Elemente geplant und spielte dabei mit unterschiedlichen Höhen und Winkeln, womit eine optische Spannung erzeugt wird.

„Man kann es auch als Skulptur betrachten“, schmunzelt Thomas Stegmann. Eine Skulptur mit Nutzwert, denn auf diese Weise generierte er unterschiedliche Sitz- und Liegeflächen, sodass „jeder sein Plätzchen findet, wo er sich wohlfühlt“, sagt Thomas Stegmann.