Die Welt, in der die Heldin der Geschichte erwacht, ist düster und brutal. Es ist eine Welt der Toten, in der die wenigen Lebenden um ihr Überleben kämpfen müssen.

Video: Shamila Lengsfeld

Filmerin aus Konstanz gewinnt international Preise

„Echo“ heißt der Zombiefilm, der auf renommierten Filmfestivals in New York, Los Angeles und Florenz Preise abgeräumt hat. Der Actionstreifen stammt aus der Feder der Filmemacherin Shamila Lengsfeld.

Die gebürtige Konstanzerin Shamila Lengsfeld arbeitet als Filmemacherin in Köln.
Die gebürtige Konstanzerin Shamila Lengsfeld arbeitet als Filmemacherin in Köln. | Bild: Shamila Lengsfeld

Die 29-Jährige lebt und arbeitet in Köln. Aufgewachsen ist sie in Konstanz. Hier dreht sie als Kind mit Freunden ihren ersten Film, einen Krimi. „Das war noch mit einem Camcorder und auf Kassette“, sagt Shamila Lengsfeld und lacht.

Mit 14 Jahren wird sie Mitglied im Filmclub des Zebra-Kinos, mit dem sie erste Filmprojekte realisiert. „Das war der Anfang von allem“, sagt sie rückblickend. Später arbeitet sie unter anderem als Filmvorführerin im ehemaligen Scala-Kino, bevor es sie an eine renommierte Filmhochschule in Köln wechselt. Die Filmbranche, das Set seien ihr Zuhause.

Shamila Lengsfeld (links) mit Alexandra Schlensog und Youl Samare am Set von „Echo“, ihrem preisgekrönten Kurzfilm.
Shamila Lengsfeld (links) mit Alexandra Schlensog und Youl Samare am Set von „Echo“, ihrem preisgekrönten Kurzfilm. | Bild: Shamila Lengsfeld

Die Filmemacherin ist Teil der Indiefilm-Szene

Die Filmemacherin aus Konstanz hat bereits einige Kurzfilme produziert, der Zombiestreifen „Echo“ ist ihr jüngster und erfolgreichster. Er wurde ohne nennenswerte finanzielle Mittel umgesetzt, in der Fachsprache Independent-Film genannt.

Lengsfeld zeichnet nicht nur für Drehbuch und Regie verantwortlich, sondern auch für Schnitt und Farbbearbeitung. „Auch wenn es manchmal brotlos ist: Die Freiheit, machen zu können, was man möchte, das ist das besondere am Independent-Film“, sagt sie.

Am Set setzt die Regisseurin gemeinsam mit Schauspielern ihre Vision um, dabei darf der Dreh der Zombie-Apokalypse auch Spaß machen.

Video: Shamila Lengsfeld

In ihren Filmen behandelt Shamila Lengsfeld dsytopische Motive, setzt sich also mit Untergangsszenarien auseinander. In dem Science-Fiction-Film „Blake“ verfolgt und versklavt eine totalitäre Regierung Menschen mit außergewöhnlichen Fähigkeiten. „Zombiehorror und Sci-Fi faszinieren mich schon sehr lange“, sagt die Indie-Filmerin.

Mit ihren Geschichten wolle sie unterhalten, aber auch gesellschaftliche Stimmungen aufgreifen: „Die Klimakrise zeigt doch, dass der mögliche Zerfall unserer Gesellschaft, wie ich ihn in meinen Filmen thematisiere, gar nicht unrealistisch ist.“

Brauchen keinen Mann, der sie rettet: Starke Frauen wie die Schauspielerin Palesa Moloto dominieren das Bild in Shamila Lengsfelds Filmwelten.
Brauchen keinen Mann, der sie rettet: Starke Frauen wie die Schauspielerin Palesa Moloto dominieren das Bild in Shamila Lengsfelds Filmwelten. | Bild: Shamila Lengsfeld

Emanzipierte Frauen sind der Regisseurin wichtig

Wo Dunkel ist, da ist auch Licht: In Shamila Lengsfelds Filmwelten sind es strahlende Frauenfiguren, die der Apokalypse trotzen. „Ich möchte stereotype Rollenbilder aufbrechen, deshalb spielen starke Frauen in meinen Filmen eine wichtige Rolle“, sagt die junge Filmemacherin.

Sie selbst habe Sexismus in der Filmbranche erlebt. Mit der „MeToo“-Bewegung habe aber die Auseinandersetzung mit der Ungleichbehandlung von Frauen in der Filmwelt an Fahrt aufgenommen. „In Sachen Gleichberechtigung ist es besser geworden, aber es geht noch mehr“, sagt Lengsfeld. Mit ihren Schauspielerinnen arbeitet sie eng zusammen, wie hier bei einem Stunt am Set des Zombiestreifens „Echo“.

Video: Shamila Lengsfeld

Geld verdiene die 29-Jährige mit ihren Filmen noch nicht, mit Auftragsarbeiten wie Musikvideos halte sie sich über Wasser. „Für meinen ersten Kurzfilm musste ich sogar mein Auto verkaufen“, sagt Shamila Lengsfeld.

Auch für den preisgekrönten Zombiefilm „Echo“ habe sie draufzahlen müssen, etwa 5000 Euro. Aber in der Indiefilm-Szene sei die Solidarität auch stark ausgeprägt, man helfe sich untereinander.

Für das Sounddesign zu „Echo“ habe ihr ein befreundeter Beatboxer aus Konstanz geholfen. Der vertonte die schmatzenden und furchterregenden Zombie-Geräusche – und hielt sich selbst dabei im Video fest.

Video: Shamila Lengsfeld

Filmemacherin möchte Zombies und Science-Fiction bekannt machen

Gegenwärtig arbeitet die 29-Jährige an ihrem ersten Langfilm, auch dieser soll in der Zombie-Apokalypse oder einer Science-Fiction-Welt spielen. Trotz Welterfolgen wie der Fernsehserie „The Walking Dead“ oder dem Blockbuster „Bladerunner 2049“ ist eine Förderung unsicher: „Gerade in Deutschland, habe ich das Gefühl, läuft man mit solchen Filmideen oft gegen Wände“, urteilt Lengsfeld.

Ihre Leidenschaft für Zombies, Sci-Fi und Superheldinnen möchte sie trotzdem nicht aufgeben: „Das Leben ist kurz und ich will nur Filme machen, die ich mir auf selbst anschauen würde.“

Shamila Lengsfeld (rechts) beim Dreh ihres Science-Fiction-Kurzfilms „Alveus“.
Shamila Lengsfeld (rechts) beim Dreh ihres Science-Fiction-Kurzfilms „Alveus“. | Bild: Shamila Lengsfeld