Regelmäßige Fähre-Pendler sprechen schon von einem wiederkehrenden Muster in den Morgenstunden: Vor allem am Montag und Dienstag sind nach ihren Beobachtungen bei der Überfahrt in Richtung Konstanz die Warteschlangen an der Fähre in Meersburg deutlich länger, als sie dies aus den vergangenen Monaten gewohnt waren.

Am Trend zur Teilzeit liegt es laut den Stadtwerken nicht

Woran liegt das? Und hat es womöglich damit etwas zu tun, dass immer mehr Menschen in Teilzeit arbeiten und in der zweiten Wochenhälfte weniger pendeln? Die Stadtwerke Konstanz als Betreiber der Fährverbindung haben gleich ein ganzes Bündel an Erklärungen. Teilzeitarbeit zu Wochenbeginn halten sie nicht für die Ursache.

So einfach lässt sich ein Extra-Schiff nicht einschieben

Zur Uhrzeit erklärt Josef Siebler, der Sprecher der Stadtwerke, dass das Verkehrsaufkommen zwischen 8 und 9 Uhr generell höher sei. Nur für die eine Stunde ein zusätzliches Schiff einzusetzen, sei aber nicht möglich. Denn jede Fähre hat einen Umlaufplan von fünf Stunden und muss so lange in Dienst bleiben, damit der Fahrplan nicht komplett durcheinander kommt.

Und auch bei den Wochentagen ist die Lage nach Beobachtung der Stadtwerke nicht so eindeutig, wie es manche Fähre-Nutzer erleben. Lediglich montags lasse sich eine Spitze feststellen, so Josef Siebler, "da morgens viele Studenten und Wochenend-Pendler in Konstanz anreisen." Dienstags herrscht oft ein höheres Aufkommen an Lastwagen, aber es gebe da "keine Regelmäßigkeit".

Im Winter fehlen die großen Schiffe – wegen Revisionen

Dass in Meersburg morgens bisweilen vier oder fünf Spuren mit wartenden Autos belegt sind – in früheren Jahrzehnten noch ein ganz vertrautes Bild -, hat aber auch etwas damit zu tun, dass die Transportkapazitäten verknappt sind. Denn die Stadtwerke nutzen nach eigenen Angaben Januar und Februar, die beiden schwächsten Monate, dafür, die beiden größten Schiffe zu überholen. Wenn nun beispielsweise statt der "Lodi" die "Fontainebleau" fährt, können statt 64 nur 40 Personenautos übergesetzt werden. Wenn dann zugleich kein Schnellkurs möglich ist, müssen die Nutzer länger warten, bestätigen die Stadtwerke.

Ab 24. März gibt es wieder den nutzerfreundlichen Schnellkurs

Wie viel Geduld die Autofahrer am Meersburger Anleger im morgendlichen Berufsverkehr im Moment aufbringen müssen, darüber gehen die Darstellungen auseinander. Nutzer sprechen von 30 bis 45 Minuten, die Stadtwerke erklären: "Die Wartezeit beträgt in der Regel eine Fähre", das wären bei einem 15-Minuten-Takt also höchstens 29 Minuten.

In wenigen Wochen ändert sich die Lage aber ohnehin wieder: Ab 24. März verdichten die Stadtwerke den Fahrplan wieder mit dem Schnellkurs. Und 2019 stellen sie ein neues Fährschiff in Dienst, das deutlich größer ist als die vor der Ausmusterung stehende "Fontainebleau". Wer es liefert, ist noch offen. Das Verhandlungsverfahren im Bieterwettbewerb steht nach Informationen des SÜDKURIER aber kurz vor dem Abschluss.