Es gibt viele gute Gründe, die Wobak zu kritisieren. Ihr Vorgehen bezüglich des Neubauprojekts in der Litzelstetter Ortsmitte war – milde gesagt – unglücklich und verprellte Ortschaftsräte und Bürger. Zu Recht prasselte fundierte Kritik seitens des Gestaltungsbeirats auf die Wobak-Verantwortlichen. Was man der Bauherrin Wobak jetzt zu Gute halten muss: Sie hat die Pläne ganz nach den Wünschen des Gestaltungsbeirats überarbeitet und diese jetzt nach rund eineinhalb Jahren als Bauantrag eingereicht. Sie schafft damit Wohnraum – wie vom Ortschaftsrat seinerzeit gewünscht – für junge Familien. Für Senioren ist der Bau ebenfalls geeignet. Auch das von den Bürgern gewünschte Café und die öffentliche Toilette im Gebäude sind vorgesehen.

Litzelstetter üben weiter Kritik am geplanten Wobak-Bau

Umso mehr erstaunt es, dass die Ortschaftsrätinnen Brigitte Fuchs und Karin Müller jetzt forderten, die Wobak möge in den Neubau eine Pflege-WG integrieren. Diese Anfrage kommt zu spät. Zum einen bräuchten Konzeptentwicklung und das Finden eines Betreibers viel Zeit. Zum anderen will die Wobak jetzt nur eines: Dass ihr allem Anschein nach genehmigungsfähiger Bauantrag positiv beschieden und der Mietwohnungsbau endlich realisiert wird. Diese nachdrückliche Bitte war nur eine Note im Wunschkonzert der Ortschaftsräte. Als Neu-Rätin Karin Müller schüchtern anfragte, ob die Ortsverwaltung oder der Ortschaftsrat bei der Mieterauswahl mitentscheiden dürften, bekam nicht nur Hans-Joachim Lehmann, Referent der Wobak-Geschäftsführer, große Augen. Tja, so kann eine Bürgerbeteiligung, die längst abgeschlossen ist, auch jetzt noch ungeahnte (Stil-)Blüten treiben.

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