Die Stadt braucht Wohnungen, um dem Bedarf einer weiterhin wachsenden Stadt zu entsprechen. Darauf haben die Verwaltung und Investoren reagiert und so gleichen einige Areale links und rechts des Rheins zunehmend einer dauerhaften Baustelle.

Moderne Wohnkonzepte

Zum Beispiel das Bückleareal: Das Großprojekt des Vorarlberger Investors I+R hat zum Ziel, die ehemaligen Industrieflächen von Siemens in ein Quartier umzuwandeln, das Wohnen, Infrastruktur und Gewerbe auf engem Raum verbindet. Bewohner sollen es nicht weit haben von der Kita zum Arbeitsplatz. Mitten in Petershausen entstehen so 750 Wohnungen, darunter auch solche, die von Mitarbeitern der ansässigen Firmen genutzt werden können.

380 Wohnungen pro Jahr sind das Ziel

Das Handlungsprogramm Wohnen der Stadtverwaltung sieht vor, dass jedes Jahr etwa 380 Wohnungen gebaut werden, der aktuelle Stand liegt bei 360 jährlich. Ganz im Soll liegt die Stadt damit nicht. Nach wie vor im Zentrum steht die Bautätigkeit der Wobak, die ihre Wohnungen zu einem großen Teil auch an Personen vermietet, die auf dem freien Wohnungsmarkt keine Chance haben.

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Keine Entspannung auf dem Wohnungsmarkt

Was für viele Wohnungssuchende trotz aller Anstrengungen schwer wiegt: Eine Entspannung auf dem Wohnungsmarkt ist nicht erkennbar. Die Wobak hat zwar viele Projekte in Planung, doch ihre Kapazitäten sind begrenzt. Die Baukosten sind hoch und die Preise für den Kauf wie das Mieten von Immobilien steigen weiter. Auch bei der Unterbringung von Flüchtlingen besteht Nachholbedarf. Weiterhin muss die Stadt eine Abgabe an den Landkreis zahlen, da sie weniger Flüchtlingen als erforderlich eine Anschlussunterbringung zur Verfügung stellt.

Diese Projekte stehen im Jahr 2020 an:

Brückenkopf Nord: Große Bedeutung hat das Quartier in erster Linie als Verkehrsknotenpunkt. Die Stadtverwaltung ist daher sehr daran interessiert, dass die Entwicklung rasch vorangeht, damit die Innenstadt vom Verkehr entlastet wird. Neben dem Mobilpunkt sind 165 Wohnungen geplant, außerdem eine Einkaufsmeile mit Einzelhandel, Gastronomie und Kulturangeboten. Gewerbe sowie Wohnen und Alltag sollen auf engstem Raum nebeneinander existieren. Im Jahr 2020 wird das Quartier geplant, Baubeginn dürfte erst 2022 sein.

Bild: Schaudt Architekten/ Activ Immobilien GmbH

Bückleareal: Auch beim ehemaligen Siemensareal wird es im Jahr 2020 noch nicht gleich sichtbar vorangehen. Neben innovativen Firmen und Startups, die hier unterkommen sollen, plant der Investor I+R auch Wohnraum. 750 Wohnungen sollen entstehen, davon 580 größere Wohnungen und 170 Mikro-Wohnungen, die sich vor allem an junge Mieter und Mitarbeiter der ansässigen Firmen richten. Im Anbau an die Shedhalle, das Kernstück des Quartiers, ist auch eine Kita geplant. 2020 stehen vor allem Planungsschritte an, außerdem soll mit dem Abbruch begonnen werden.

Bild: Oliver Hanser

Projekte der Wobak: Mehrere Projekte der Wohnbaugesellschaft werden in diesem Jahr und 2021 abgeschlossen. Am Kuhmoosweg ist neben dem neuen Kinderhaus, das bereits fertig gestellt wurde, der Bau von 24 Mietwohnungen geplant. 15 davon richten sich an weniger wohlhabende Mieter, neun werden frei finanziert. Die Wohnungen befinden sich in zwei Gebäuden mit Aufzügen. Zudem wird der Bau am Pfeiferhölzle abgeschlossen. Dort wird es dann 84 neue Mietwohnungen geben. In den Jahren 2020/21 will die Wobak 340 Wohnungen fertig stellen.

Bild: Wobak

Projekt Weiherhof: Es ist ein großes Projekt, das die Spitalstiftung und der Businesspark Konstanz gemeinsam umsetzen wollen. Entstehen soll dort ein Pflegeheim mit 86 Plätzen, das die Spitalstiftung bauen lässt. Der Businesspark wiederum will am Weiherhof Gebäude für den Wohnungsbau errichten, 30 Prozent der dort entstehenden Wohnungen müssen preisgedämpft angeboten werden. Insgesamt sind 175 Wohnungen geplant. Darunter sollen auch Appartments für „Wohnen auf Zeit“ sein, die sich an Arbeitnehmer richten, die nicht dauerhaft in Konstanz bleiben.

Bild: Spitalstiftung Konstanz

Schwaketenbad: Der Rohbau ist fertig und man kann bereits erkennen, wie das neue Bad einmal aussehen soll. Die schlechte Nachricht: Der Rohbau hat sieben Monate länger gedauert als geplant und die Baukosten sind gestiegen. Nach aktuellem Stand sollen diese etwa 35 Millionen Euro betragen, geplant waren 29 Millionen. Wann können die Konstanzer wieder im Schwaketenbad schwimmen? Das will Robert Grammelspacher, Chef der Bädergesellschaft, im Februar ankündigen. Zu befürchten ist, dass der Eröffnungstermin im Herbst 2020 nicht eingehalten wird.

Bild: Gerhard Plessing

Döbele-Areal: Bei den Planungen zur Entwicklung des Areals hat es Änderungen gegeben, die vom Gemeinderat beschlossen wurden. Nach wie vor sollen auf dem jetzigen Parkplatz an der Schweizer Grenze etwa 300 Wohnungen entstehen. Neu ist, dass das Gebiet nicht von einem Investor entwickelt werden soll, sondern von vielen Akteuren, Baugruppen, Wohnbaugesellschaften, Baufirmen. Unklar bleibt, ob es eine Quartiersgarage oder eine auch öffentlich nutzbare Tiefgarage geben wird. In diesem Jahr läuft die Planung, gebaut wird erst ab 2023.

Bild: Oliver Hanser

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