Gewalt gegen Frauen ist vielfach bittere Realität, das zeigt die Studie der Agentur der Europäischen Union für Grundrechte aus dem Jahr 2014. Demnach hat jede dritte Frau in Europa schon körperliche oder sexuelle Gewalt erlitten. In mehreren Aktionen machen Verbände in Konstanz gegen den Missstand mobil. Den Auftakt macht am kommenden Samstag, 19. November, ab 10 Uhr in der Rosgartenstraße der Verein Frauen helfen Frauen in Not im Verbund mit der Bäckereiinnung Schwarzwald-Bodensee, dem Polizeipräsidium Konstanz und der Schirmherrin Sandra Gräfin Bernadotte von der Insel Mainau.

Der Verein präsentiert einen riesigen, gebackenen Nikolaus und gibt in besonderen Tüten gebackene Nikolausfiguren gegen eine Spenden ab. Die Tüten tragen die Aufschrift: "Gewalt gegen Frauen kommt nicht in die Tüte". 30 000 Exemplare gehen in den folgenden Wochen in Konstanzer Bäckerein über den Tresen. Ab 11 Uhr ist die Sandra Bernadotte am Aktionsstand in der Rosgartenstraße. "Nur, wer über Gewalt gegen Frauen spricht, kann langfristig etwas ändern. Es ist mir ein Anliegen, dass dieses Thema in der Mitte der Gesellschaft ankommt", sagt die Sozialpädagogin. Auch vor Ort bedarf es der Aufklärung, wie die Zahlen zeigen. In den 1665 Beratungen im Jahr 2015 durch Frauen helfen Frauen in Not in Konstanz, ging es in 60 Prozent der Fälle um psychische oder physische Gewalt in Beziehungen.

Zum Internationalen Tag "Nein zu Gewalt an Frauen" am Freitag, 25. November, zeigt Konstanz Flagge. Die Stadt beteiligt sich dann bereits im 15. Jahr in Folge an einer von der Frauenrechtsorganisation Terre des femmes ins Leben gerufene Aktion und hängt Fahnen mit dem Spruch "Frei leben ohne Gewalt" auf. Ines Fischer, Projektbetreuerin bei Terre des femmes, berichtet am Dienstag, 22. November, um 19.30 Uhr in den Räumen der VHS (Katzgasse 7 in Konstanz) über Alltag von Beduinenfrauen in einer patriarchal geprägten Gesellschaft.