Zeugen hatten gegen 17.30 Uhr aufsteigenden Rauch über dem Gebäude bemerkt und alarmierten die Rettungsleitstelle. Die Polizei sperrte den Münsterplatz weiträumig ab, um Passanten vor herabfallenden Dachziegeln zu schützen. 

Den Zugang zum Brandherd verschaffte sich die Feuerwehr mittels einer Drehleiter von der Seite des Münsterplatzes aus. Die Feuerwehrleute öffneten das Dach mittels verschiedener Werkzeuge. Flammen schlugen deutlich sichtbar aus dem Dach. Ziegel und anderes Material wurden vom Dach auf die Straße geschleudert. Weitere Einsatzkräfte hatten sich in der Zwischenzeit mit einer zweiten Drehleiter von der anderen Seite genähert und arbeiteten mit großen Mengen Löschwasser, um das Feuer unter Kontrolle zu bekommen.

Viele beobachten den Brand

Viele Passanten blieben stehen, um die Löscharbeiten zu beobachten, manche waren schon zuvor auf den Brand aufmerksam geworden. „Ich kam auf den Münsterplatz und bemerkte, dass es streng verbrannt roch und dort extrem trübe Sicht war“, berichtete Beate Kunz, die in der Nähe arbeitet und Zeugin des Brandes wurde, noch bevor die Feuerwehr eintraf. „Ich habe erst gar nicht realisiert, was Sache ist. Dann sah ich am Giebel Rauch. Ich fand den Anblick furchtbar, hatte aber die Hoffnung, dass es nur ein Schwelbrand ist“, sagte Beate Kunz. In dem Moment habe sie bereits das Martinshorn der Feuerwehr gehört. Einige Passanten hätten den Brand beobachtet, manche hätten mit dem Handy gefilmt.

Viele Passanten beobachten den Brand und die Löscharbeiten der Feuerwehr.
Viele Passanten beobachten den Brand und die Löscharbeiten der Feuerwehr. | Bild: Alexander Schmidt, Foto am Münster

Gegen 19 Uhr verließen die ersten Feuerwehrfahrzeuge den Brandort wieder. Andere Einsatzkräfte blieben jedoch vor Ort, um die Wohnung zu sichern und das Gebäude vor einem eventuellen Schwelbrand zu schützen. Der Münsterplatz blieb deshalb weiterhin gesperrt.

Die Polizei sperrt die Zugänge zum Münsterplatz ab (wie hier in der Katzgasse), wo das Haus steht, dessen Dachstuhl brennt. Zwischen den Absperrungen bleiben schmale Gassen, in denen sich Passanten bewegen können.
Die Polizei sperrt die Zugänge zum Münsterplatz ab (wie hier in der Katzgasse), wo das Haus steht, dessen Dachstuhl brennt. Zwischen den Absperrungen bleiben schmale Gassen, in denen sich Passanten bewegen können. | Bild: Rindt Claudia

Laut Angaben eines Sprechers der Polizei ist bei dem Brand niemand verletzt worden. Dies bestätigte auch die Besitzerin der Wohnung – die Mieter seien zum Zeitpunkt des Brandes außer Haus gewesen. Eine Evakuierung anderer Bewohner des Gebäudes sei nicht notwendig gewesen, so der Sprecher der Polizei. Die Wohnung sei nach dem Brand allerdings unbewohnbar, die Bewohner würden vorerst an einem anderem Ort untergebracht.

Brandursache bisher unklar

Über die Brandursache ist bisher nichts bekannt, die Ermittlungen der Polizei hierzu laufen. Auch über die Höhe des entstandenen Schadens konnte die Polizei am Montagabend noch keine Angaben machen.

In Konstanz hat es in diesem Jahr bereits mehrfach größere und folgenschwere Brände gegeben. Erst im September kam ein Mann bei einem Brand in der Wollmatinger Straße ums Leben. Einen Monat zuvor zerstörte ein Feuer in einer Doppelhaushälfte in Wollmatingen diese komplett. Im März starb ein junger Mann bei einem Wohnungsbrand in der Bücklestraße. Und kurz zuvor hatte es am Fasnachtsdienstag in der Niederburg gebrannt, die Bewohner eines Hauses in der Rheingasse mussten in den frühen Morgenstunden evakuiert werden.