Das Interesse war groß: Die Themen Erdgas- und Internetausbau in den fünf Hohenfelser Ortsteilen zogen rund 100 Einwohner zur Bürgerversammlung in die Hohenfelshalle. Bürgermeister Florian Zindeler fasste erreichte Ziele und geplante Projekte der Gemeinde zusammen (siehe Kasten), ehe Vertreter der Thüga aus Singen über Details des Erdgas-Ausbaus sprachen.

Bürgermeister Florian Zindeler bei der Bürgerversammlung.
Bürgermeister Florian Zindeler bei der Bürgerversammlung. | Bild: Löffler, Ramona

Rainer Gehl, stellvertretender technischer Leiter Energienetze bei der Thüga, gab zunächst einen Überblick darüber, woher in Deutschland das Gas kommt, und versicherte, dass die Versorgung sichergestellt sei. Die Erschließung von Mindersdorf laufe. Seit dem Spatenstich bei den Geigeshöfen Anfang Februar werde die Verbindungsleitung gebaut. "Wir können in Mindersdorf bald das Fest der ersten Flamme feiern", sagte er. Im Lauf des Jahres sei die Erschließung der Ortsdurchfahrt geplant, die Verbindungsleitung von Mindersdorf nach Deutwang und dort die Inbetriebnahme des vorhandenen Netzes sowie die Fertigstellung der Netzanschlüsse. Denn dort hatte bereits die Gemeinde eine Erschließung begonnen.

Links Karl Mohr, Vertriebsleiter der Thüga am Standort Singen, und rechts Rainer Gehl, stellvertretender technischer Leiter Energienetze bei der Thüga. Beide erklärten Details zum Erdgas-Ausbau in Hohenfels.
Links Karl Mohr, Vertriebsleiter der Thüga am Standort Singen, und rechts Rainer Gehl, stellvertretender technischer Leiter Energienetze bei der Thüga. Beide erklärten Details zum Erdgas-Ausbau in Hohenfels. | Bild: Löffler, Ramona

Wenn es zeitlich klappe, entstehe dieses Jahr auch noch die Leitung von Mindersdorf nach Liggersdorf, so Gehl. Es seien zwei Bautrupps der Firma Senn im Einsatz. Dazu komme noch ein Subunternehmer, der grabenlose Verlegungen unter der Straße mache. Der weitere Zeitplan der Thüga sieht vor, 2020 die Verbindungsleitung von Liggersdorf nach Kalkofen zu bauen. Hinzu komme der Ausbau der Teilorte Liggersdorf und Mindersdorf je nach Bedarf – also Anträgen für Hausanschlüsse.

2021 finde dann der Ausbau von Kalkofen nach Bedarf sowie weiter in Liggersdorf statt. 2020 gebe es dann noch den Bau der Zuleitung nach Selgetsweiler und den Restausbau nach Bedarf. Auf eine Bürgerfrage antwortete Gehl, es gelte die Faustformel, dass eine Straße erschlossen werde, wenn auf 100 Meter drei bis vier Anträge vorlägen. Aber es sei möglich, Einzelfälle zu prüfen.

Die Hohenfelser Bürger sind sehr am Thema Erdgas interessiert. Viele stellten nach einer Präsentation Fragen zu Anschlüssen und den Preisen.
Die Hohenfelser Bürger sind sehr am Thema Erdgas interessiert. Viele stellten nach einer Präsentation Fragen zu Anschlüssen und den Preisen. | Bild: Löffler, Ramona

Es gab nun erstmals konkrete Zahlen, was auf die Bürger zukommt. Karl Mohr, Vertriebsleiter der Thüga am Standort Singen, erläuterte die Anschlusskosten. Der Preis für den Hausanschluss betrage in der Ausbauphase 1793 Euro, später 2096 Euro. Gehl ergänzte, dass in dem Preis von der Straßenmitte aus gesehen zwölf Meter Leitung inbegriffen seien. Falls mehr nötig würde, koste es 93 Euro brutto pro Meter. Gehl musste einen Anwohner enttäuschen, der nach einen Rabatt fragte, weil er nur zwei von zwölf Metern brauche. Der Preis sei für alle gleich.

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Florian Zindeler stellte ausführlich die Modelle und Preisersparnisse für die Hausanschlüsse für Gas und Glasfaser oder auch nur eins von beidem vor. Diese waren nach Ausgangslage und dem gewünschten Ergebnis aufgeschlüsselt. Die Gemeinde hat für alle Bürger eine zweiseitige Übersicht zusammengestellt.

Was die Bürger gefragt haben

Die Hohenfelser nutzten die Gelegenheit, Fragen zu stellen. Eine Bürgerin erkundigte sich zum Beispiel, wie es in einem Mehrfamilienhaus mit den Anschlüssen funktioniere. Die Antwort: Es gibt einen Hausanschluss und Gas sowie Glasfaser können von diesem in die Wohnungen gelegt werden, deren Bewohner das wollen. Ein anderer fragte, ob er einen Anschluss legen lassen, aber erst in einigen Jahren aktiv nutzen könne. Das sei möglich, sagte Rainer Gehl. Eine weitere Frage war, wie lange der Sofort-Preis für die Anschlüsse gelte. "Solange wir tätig sind", antwortete Gehl. Florian Zindeler ergänzte: "Spätestens wenn die Straße wieder hergestellt ist, gilt wegen dem Aufwand der Später-Preis."

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Auch das Thema Sicherheit von Gas kam in der Fragerunde auf. "Wie es bei der Waschmaschine einen Wasser-Stopp gibt, hat der Hausanschluss einen Gas-Stopp", erklärte Gehl. Die Landesbauordnung schreibe zudem Sicherheitseinrichtungen vor.

Zindeler fasste am Ende zusammen, dass die Gemeinde mit der Erschließung von Erdgas und Glasfaser an ihrer Zukunft bastle. "Wir wollen etwas erreichen und Sie können mitmachen. Es ist ein richtiger und wichtiger Schritt." Zum Glasfaser-Einzug in den bereits verlegten Leerrohren sagte er: "Mitte des Jahres wird Glasfaser bei allen im Haus sein."