Schluss, Ende, aus. Wer mit dem Fahrrad von Bietingen nach Gottmadingen fährt, bleibt am Ortseingang auf der Strecke. Es bedarf schon eines gewissen Kampfgeists, um es mit dem Autoverkehr auf der Bundesstraße aufzunehmen. An den meisten Tagen der Woche schlängelt sich eine nicht enden wollende Blechlawine durch das Dorf.

Kreuzung ist weiter eine Gefahrenquelle

Immerhin gibt es eine Bedarfsampel, die den fließenden Verkehr stoppt, wenn Radfahrer die Straßenseite wechseln wollen, um vom Radweg Richtung Einkaufszentrum und Bahnhof zu fahren. Martin Rauwolf erinnert als glühender Verfechter von Geschwindigkeitsbeschränkungen auf Tempo 30 daran, „dass sich erst ein tödlicher Unfall ereignen musste, damit die Bedarfsampel an dieser Stelle installiert wurde“. Die Kreuzung selbst führt zum einen ins Wohngebiet und zum andern Richtung Schwimmbad, Tennisplätze, Ruhewald und nach Ebringen. Rauwolf ist einer von mehreren, die sich an diesem Tag auf Einladung der Freien Wähler zu einer Fahrt durch Gottmadingen aufgemacht haben.

Die Bundesstraße 34 von Singen bis zur Grenze zerschneidet nicht nur das Grenzdorf Bietingen, sondern auch Gottmadingen selbst. Radfahrer werden da schnell zum Fremdkörper; der Autoverkehr wird für sie zur Gefahr.

Auch wer aus dem Dorf kommt und Richtung Höhenfreibad fahren möchte, muss sich die Bundesstraße mit dem Autoverkehr teilen. Am Samstagnachmittag ist hier weniger Verkehr. Die Teilnehmer der Radwegexkursion suchen nach einer Lösung für Fahrradfahrer.
Auch wer aus dem Dorf kommt und Richtung Höhenfreibad fahren möchte, muss sich die Bundesstraße mit dem Autoverkehr teilen. Am Samstagnachmittag ist hier weniger Verkehr. Die Teilnehmer der Radwegexkursion suchen nach einer Lösung für Fahrradfahrer. | Bild: Trautmann, Gudrun

Kein Denkverbot: Jede Idee sei willkommen

Für Markus Romer, Vorsitzender der Freien Wähler, besteht hier angesichts der angestrebten Verkehrswende in Gottmadingen dringend Handlungsbedarf. Kreativität sei hier gefragt. Aber Platz ist Mangelware. Trotzdem will Romer mit den Bürgern in einen völlig offenen Dialog treten, um die Gefahrenstelle zu entschärfen. Eine Überlegung betrifft den Fußgängerweg. „Den müsste man um einen Radwegstreifen verbreitern“, schlägt er vor und findet viel Zustimmung bei den anderen Radlern. Das Problem ist nur, dass das angrenzende Gelände in privater Hand ist. Ob die Besitzer den Streifen verkaufen würden, müssten Verhandlungen zeigen.

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Der Vorsitzende der Gottmadinger Freien Wähler, Markus Romer (mit Warnweste), würde am liebsten den Fußgängerstreifen um einen Radweg erweitern.
Der Vorsitzende der Gottmadinger Freien Wähler, Markus Romer (mit Warnweste), würde am liebsten den Fußgängerstreifen um einen Radweg erweitern. | Bild: Trautmann, Gudrun

Eigentümer mit ins Boot holen

Die Alternative wäre eine Fahrradrampe von der Straße nach Ebringen auf die Ebene der Bahngleise. Von dort könnte ein Radweg parallel zur Bahnstrecke nach Schaffhausen an den Einkaufsmärkten vorbei zum Gottmadinger Bahnhof geführt werden. Aber auch hier müsste die Bahn als Eigentümer des Geländes mitspielen. Wer weiß, wie zäh solche Grundstücksverhandlungen mit der Bahn sein können, möchte den Gedanken eilig wieder verwerfen. Doch Romer will die Idee nicht im Keim ersticken, sondern in alle Richtungen denken. Sonst habe die Verkehrswende keine Chance.

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