Es herrscht viel zu viel Verkehr in der Straße Im Täschen. Das beklagen die Anlieger im Wohngebiet seit geraumer Zeit. Nicht nur das: Die meisten Autofahrer sind auch noch zu schnell unterwegs. Deshalb sind Birgit und Michael Schmidberger aktiv geworden. Nachdem ihre beiden Katzen, die sie vor zwei Jahren bekommen hatten, überfahren wurden, zieht das Ehepaar die Notbremse. Das Paar schenkt der Gemeinde eine elektronische Geschwindigkeitsanzeige. Mit dieser außergewöhnlichen Geste wollen die Spender Schlimmeres verhindern.

Das Freibadgelände als Geschicklichkeitsparcours für junge Mountainbiker

Schmidbergers sind vor sieben Jahren nach Gottmadingen direkt neben das Höhenfreibad gezogen. Wer denkt, dass das Gelände nur in der Freibadsaison belebt ist, sieht sich getäuscht. „Das ganze Jahr über sind hier Jugendliche mit ihren Mountainbikes rund um das Freibad und auf der Rampe unterwegs und vollführen ihre Kunststückchen“, erzählt Birgit Schmidberger. „Von dort landen sie auch immer wieder auf der Straße.“

Seit aus der Wohnstraße Im Täschen eine Durchgangsstraße geworden ist, klagen die Anwohner über zu viel und zu schnellen Verkehr. Birgit Schmidberger hat im vergangenen Frühjahr täglich 1700 bis 2000 Fahrzeuge gezählt.
Seit aus der Wohnstraße Im Täschen eine Durchgangsstraße geworden ist, klagen die Anwohner über zu viel und zu schnellen Verkehr. Birgit Schmidberger hat im vergangenen Frühjahr täglich 1700 bis 2000 Fahrzeuge gezählt. | Bild: Tesche, Sabine

Aus der Umleitung wurde ein dauerhafter Durchgangsverkehr

Dort herrscht nach Ansicht der Bewohner viel zu viel Verkehr. Grund dafür ist der Schleichverkehr von der Hilzinger Straße Richtung Bietingen oder Ebringen. Ein Jahr lang diente die Straße als Umleitung, weil die Hilzinger Straße wegen des Bahnbrückenbaus gesperrt war. „Seitdem sind wir zur Durchgangsstraße geworden“, schildert Birgit Schmidberger das Problem. „Sogar Lastwagen fahren durch die Tempo-30-Zone, obwohl die Straße viel zu eng ist.“

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Eine Verkehrszählung bestätigte das Gefühl der Anwohner

Das Ehepaar trug das Problem im Rathaus vor. Die Verwaltung veranlasste eine Verkehrszählung. Ende März, Anfang April 2020 baute Birgit Schmidberger eine Woche lang jeden Tag das Messgerät auf. „Wir haben täglich zwischen 1700 und 2000 Autos gezählt“, sagt sie. „Und das trotz Corona.“ Die Anlieger regten an, mehrere gepflasterte Verkehrsbremsen in die Straße zu bauen. Doch die lehnte der Gemeinderat aus Kostengründen ab. Ein Pflasterkissen hätte 11.000 Euro gekostet. Stattdessen entschieden sich die Räte für einen elektronischen Smiley vor dem Kindergarten.

Der Smiley soll zu schnelle Autofahrer ausbremsen

„Ein Smiley ist zu wenig“, befanden die Schmidbergers und beschlossen, der Gemeinde einen zweiten zu schenken. Der soll nun zwischen ihrem Haus und dem Schwimmbad aufgestellt werden. Auch wenn der Effekt vielleicht nicht dem von Pflasterschwellen entspreche, so werde der Smiley sicher einige Autofahrer ausbremsen. Sobald die Thüga die Stromleitung gelegt und die Gemeinde die Hecke zurückgeschnitten hat, soll der Smiley den Autofahrern je nach Geschwindigkeit ein lachendes oder weinendes Gesicht zeigen. Ein bisschen Sozialkontrolle hilft manchmal.

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