Das zu Jahresbeginn beschlossene Fahrradparkhaus am Gottmadinger Bahnhof wird nun konkret: Die Architekten Thea Siegenführ und Bernd Gassner haben dem Ausschuss für Technik und Umwelt in seiner jüngsten Sitzung vor der Sommerpause aktualisierte Pläne präsentiert. „Wir haben es mit ein paar Wünschen fortgeschrieben, die Idee ist aber geblieben“, erklärt Thea Siegenführ auf SÜDKURIER-Nachfrage. Geplant ist ein länglicher Neubau mit einem gesicherten Bereich in der Mitte, Service-Station und einem Holz-Kassettendach. Damit sollen die rostigen Fahrradständer, die bislang an der Bahnhofstraße stehen, ersetzt werden. Im September steht der Bauantrag auf der Tagesordnung. Dann soll auch klar werden, mit welchen Kosten die Gemeinde rechnen muss.

Bislang können Räder am Gottmadinger Bahnhof nur in rostigen Unterständen abgestellt werden.
Bislang können Räder am Gottmadinger Bahnhof nur in rostigen Unterständen abgestellt werden. | Bild: Schönlein, Ute

Kann eine Photovoltaik-Anlage den Bedarf des Rathauses decken? Das wird noch geprüft.

Neu ist die Gestaltung des Kassettendachs: Die Holzquadrate sind geblieben, doch statt eines Gründachs sind Photovoltaik-Anlagen geplant. „Es soll ein kleines Kraftwerk werden und das Rathaus gegenüber versorgen“, erklärt Siegenführ. Ihr Kollege Bernd Gassner erklärte dem Ausschuss, dass eine Anlage dieser Größe etwa 24.000 Kilowattstunden Strom produzieren könnte, was den Bedarf von fünf bis sechs Vier-Personen-Haushalten decken würde. Allerdings koste die Anlage voraussichtlich etwa 50.000 Euro. Noch werde ermittelt, inwieweit der Bedarf des Rathauses damit gedeckt werden könnte.

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Mehr Stellplätze als im Frühjahr angedacht

Geringfügig verändert hat sich die Zahl der Stellplätze: Statt bislang 76 sind nun 82 geplant, dazu kommen acht bis zehn Plätze ohne Fahrradbügel. Dort können dann beispielsweise Roller abgestellt werden, erklärt Siegenführ. Zusätzlich sind auch zwei Plätze für lange Räder, etwa mit einem Anhänger. 46 der Stellplätze sollen hinter einer Schiebetür verschlossen sein, außerdem 36 im vor Wind und Wetter geschützten äußeren Bereich. Außerdem soll es Schließfächer geben und eine Service-Station, an der Fahrradfahrer beispielsweise die Reifen ihres Rads aufpumpen können. Noch unklar ist, ob es eine Paketstation geben wird: Da sei man flexibel, sagt die Architektin. Thea Siegenführ rechnet auch damit, dass sich die Bahn als direkter Nachbar noch äußern wird. Geplant ist eine gläserne Abgrenzung zu den nahe gelegenen Bahngleisen.

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Dachhöhe bleibt, damit Wartende nicht im Regen stehen

Nicht verändert hat sich die geplante Höhe des Fahrradparkhauses: Thomas Barth (CDU) hatte beim Beschluss im Februar angemerkt, dass die geplante Höhe der Unterkante von 3,50 Metern bei den beiden Bushaltebuchten knapp sein könnte: Überlandbusse seien meist etwas höher. Die Gemeinde habe sich nach weiteren Überlegungen aber entschieden, bei 3,50 Metern zu bleiben, erklärt Siegenführ: Die meisten Busse seien Linienbusse und erhöht würde das Dach bei Regen keinen großen Schutz mehr für Wartende bieten. Denn das Fahrradparkhaus soll nicht nur Fahrrädern einen Platz bieten, sondern den Wartebereich am Bahnhof aufwerten.

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Fertigstellung ist schon 2021 möglich

„Wenn es Einwände gibt, dann jetzt“, sagte Bürgermeister Michael Klinger. Doch die Gemeinderäte hatten keine und nahmen den Zwischenbericht zur Kenntnis. Ausschreibungen sind bis Ende November geplant, sodass der Neubau im nächsten Jahr umgesetzt werden könnte. Architektin Thea Siegenführ erklärt, dass die Fundamente des neuen Fahrradparkhauses gesetzt werden sollen, wenn die Straße und der Platz ohnehin saniert werden. Der Rest sei dann rasch geschehen: „Es soll 2021 fertig werden.“ Vorausgesetzt, der Gemeindehaushalt lässt das in Zeiten der Corona-Pandemie zu.

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